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Filmrollen haben ausgedient

MurtenDas digitale Zeitalter erreicht das Kino in der Murtner Altstadt. Ab dem Saisonstart von Ende August wird das Angebot aktueller und flexibler sein.

Die Streifen, die momentan im Kino Murten zu sehen sind, verlaufen an den Wänden und sind aus gelblichem Klebeband. Sie verraten, was sich im Kino bis zum Saisonstart am 25.August verändern wird. Das Band klebt beispielsweise am Kassenfensterchen: Dieses wird seitlich verlängert, zugunsten eines neuen Kiosks. Dort gibt es bald Snacks für die Besucher. Popcorn im Kino Murten? «Höchstens bei Kinderfilmen», sagt Jann Fahrni, Verwaltungsratsmitglied des Kinos. «Wir wollen nicht ein Popcorn-, sondern ein Delikatessenkino sein, daher bieten wir auch am Kiosk Delikatessen an.» Auch die Frontwand wird laut Fahrni anders gestaltet. «Wie genau, bleibt eine Überraschung.» Filmprojektor zerlegt Dies alles ist Kosmetik im Vergleich dazu, was im Raum des Operateurs geschieht. Dort läuft die einschneidendste und teuerste Veränderung in der Geschichte des Kinos: Das digitale Filmzeitalter hält Einzug. Der zehnjährige Filmprojektor für 35-mm-Rollen hat ausgedient, wurde bereits in Einzelteile zerlegt. An seiner Stelle wird ein digitaler Projektor installiert. Vieles wird einfacher: Eine Harddisk mit Decodierungsschlüssel wird ausreichen, um einen Film abzuspielen. Bisher war der Operateur vor der ersten Vorstellung mit mühsamem Zusammenkleben beschäftigt, weil jede zugesandte 35-mm-Rolle nur etwa 20 Filmminuten enthielt. Während manche Operateure diesem mechanischen Aspekt nachtrauern, wird es einer Mehrheit der Kinobesucher recht sein. Ihr kleines Kino kann bald Filme in 3-D zeigen. Und weil digitale Filme einfacher zugänglich sind als die alten Filmrollen, werden häufiger topaktuelle Filme zu sehen sein. Bisher liefen diese oft erst Wochen später in Murten an. Fahrni sagt, für die Digitalisierung sei jetzt ein guter Zeitpunkt. «Bis Ende 2012 werden 35-mm-Filme fast verschwinden. Darum gibt es jetzt Subventionen vom Bundesamt für Kultur, zudem unterstützen uns regionale Organisationen und Private.» Ein guter Teil der 120000 investierten Franken sei bereits gedeckt. mk>

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