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Feuriger Abend für die Politik

KönizFür die Gemeindepolitik müsse man ein inneres Feuer mitbringen, findet die 39-jährige SP-Parlamentarierin Annemarie Berlinger. Gestern wurde sie zur höchsten Könizerin gewählt und feierte mit Fondue und Feuerspektakel.

Um eine klare Meinung ist Annemarie Berlinger im Könizer Parlament nie verlegen. Die Juristin gehört zu jenen, die gern ans Rednerpult schreiten. Doch dieses Jahr wird alles anders. Als Parlamentspräsidentin ist Berlingers Meinung nicht gefragt. Die 39-jährige SP-Frau ist zwar 2012 die höchste Könizerin, sagt aber ganz prosaisch: «Das Amt ist in der Regel kaum hilfreich für eine politische Karriere.» Berlinger lässt denn auch offen, ob sie in zwei Jahren wie bei den letzten Könizer Wahlen wieder als Gemeinderätin kandidiert. Ihr Amt als SP-Co-Präsidentin gibt sie im März ab. «Es verträgt sich nicht mit meiner Aufgabe im Parlament», findet sie. Auf ihrer Website schreibt die Politikerin, dass sie ewiges Jammern statt Handeln nicht mag. Wegen schlechter Information Zeit zu verlieren, ist ihr ebenso ein Gräuel. Ihr neues Amt dürfte ihr also einiges an Geduld abverlangen. Doch Berlinger lacht und winkt ab: «Wer sich politisch äussert, jammert ja nicht, sondern will etwas ändern.» Dass es manchmal lange dauert, bis sich etwas bewirken lässt, sei halt vorab in der Gemeindepolitik so, weil vieles von Bund und Kanton vorgegeben sei. Mit Bern vernetzenFördern will Berlinger die bessere Vernetzung des Könizer Parlaments. Mit Berns Stadtratspräsidentin Ursula Marti (SP) hat sie gegenseitige Besuche der beiden Parlamente aufgegleist. «Gerade beim Projekt Tram Region Bern hat sich letztes Jahr gezeigt, dass viele nicht einmal ihre Parteikollegen aus der Nachbargemeinde kennen.» Schön fände Berlinger auch, wenn die Bevölkerung ihre Sorgen stärker an die Parlamentsmitglieder herantragen würde. «Es ist mir ein Anliegen, dass das Volk mit uns in Kontakt ist.» Juristin Berlinger arbeitet 50 Prozent bei einer Versicherung und lebt mit Mann und drei Töchtern in Schliern. Entsprechend voll ist ihre Agenda. Erholend sind für sie Spaziergänge mit ihrer schwarzen Labradorhündin Nera. Im Hause Berlinger gibt es keinen Fernseher. «So gewinne ich viel Zeit.» Feuer entfacht Viel Glück habe sie bis jetzt gehabt im Leben, findet Berlinger. Sie fühlt sich deshalb verpflichtet, für andere etwas zu tun. «Ich gehe offen durch den Alltag und helfe gerne.» Daraus könne Schönes entstehen. So hat sie zum Beispiel mal eine Praktikantin aus Estland aufgenommen. Eigentlich nur für eine Woche, die junge Frau blieb dann ein Jahr. «Inzwischen ist sie meine Schwägerin geworden.» Gefeiert hat Annemarie Berlinger ihre Wahl gestern mit einem feurigen Abend. Feuerrote Blumen, ein Fondue und Feuerspektakel standen im Rossstall auf dem Programm. «Wer Gemeindepolitik macht, muss ein inneres Feuer dafür mitbringen», ist sie überzeugt. Lucia ProbstZu seiner ersten Vizepräsidentin wählte das Könizer Parlament gestern Abend Erica Kobel-Itten (FDP). Zweiter Vizepräsident ist Stefan Lehmann (SVP).>

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