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Feuerwehr geht in Pension

Die Feuerwehr Bönigen gibt ihre Selbstständigkeit auf und fusioniert 2011 mit der Feuerwehr Bödeli. Mit einer letzten Hauptübung im Dorfzentrum und einer Abschlussfeier meldete sich die Feuerwehr am Samstag ab.

Ein bisschen Wehmut war schon zu spüren, als sich die 50 Frauen und Mannen gut ausgerüstet beim Feuerwehrmagazin zum Antrittsverlesen bereitstellten. Ein letztes Mal – unter ihnen viele altgediente Feuerwehrmänner – bereiteten sie sich auf die letzte Hauptübung der Böniger Feuerwehr vor. «Wann die Feuerwehr gegründet wurde, wissen wir nicht genau. Die älteste und wohl auch erste Spritze trägt die Jahrzahl 1773. In all den Jahrhunderten ist es dem Wehrdienst gelungen, dass Bönigen nie ein Raub der Flammen wurde, wie dies vielen Orten im Berner Oberland widerfahren ist», sagt Roland Vögeli als letzter Feuerwehrkommandant nicht ohne Stolz. Der Bären brennt Der Einsatzort am Samstagmorgen war klar: der Gasthof Bären, am viel befahrenen Kreisel, mitten im Dorf. Eine Feuersbrunst an diesem Ort könnte verheerende Folgen haben. Eine lange Reihe von Gästen hatte sich rund um den Platz aufgestellt. Feuerwehrinspektor, Regierungsstatthalter, der Gemeinderat und sein Präsident begleiteten die letzte Übung. Die ehemaligen Kommandanten und Offiziere, kramten alte Episoden hervor. Sie waren sich darüber einig, dass an diesem Samstag eine lange Tradition mit gesellschaftlichem und sozialem Wert zu Ende gehen würde, Dorfgeschichte wurde. Mit Blaulicht und Sirene fuhren die beiden Böniger Feuerwehrfahrzeuge vor, erste Leitungen wurden ausgelegt, Rettungen vorbereitet. Kurz entschlossen orderte der Einsatzleiter Verstärkung an. Minuten später trafen das tonnenschwere Löschfahrzeug und die moderne Autodrehleiter der Feuerwehr Bödeli ein. Ihr Einsatz kam einer Demonstration modernster Feuerwehrarbeit gleich. In kürzester Zeit konnten die Schüler der 5.Schulklasse aus den Zimmern des Gasthofs befreit werden. Eine Infrarotkamera ortete letzte Brandnester im Dachstock, und schon senkte sich der mächtige Wasserstrahl von der Plattform der Autoleiter auf das Dach. Die Böniger Feuerwehrleute präsentierten eine gelungene Abschiedsvorstellung, und die Feuerwehr Bödeli legte eine meisterhafte Antrittsvisite vor. Ein Abschied von Altvertrautem wird zum Neuanfang. Die Aufgaben eines zeitgemässen Wehrdienstes haben sich grundlegend geändert. Wenn früher über 120 Mann im Einsatz standen, so genügen heute zwei bis drei Dutzend gut ausgebildete Spezialisten am Schadenplatz. Krebs ersetzt Vögeli Die Feuerwehr Bönigen integriert sich als Abteilung Nr.3 in die Feuerwehr Bödeli. Das Dorf profitiert von der leistungsstarken Organisation, in der die Gemeinden Interlaken, Matten, Unterseen, Iseltwald und neu auch Bönigen eingebunden sind. Für die Leitung der 35 Mann zählenden Abteilung aus Bönigen ist René Krebs vorgesehen. Roland Vögeli – er hat die alte Hauptmannuniform angezogen – geht mit seiner Feuerwehr in Pension. Doch zuvor wurde, wie es sich gehört, der Sold verteilt und ein letztes Feuerwehrfest gefeiert. Peter Wenger >

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