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Fehr ist neuer Stadtpräsident – Biel bleibt in roter Hand

BielDas Bieler Stadtpräsidium bleibt in SP-Hand. Der 42- jährige Sozialdemokrat Erich Fehr folgt auf Hans Stöckli, der Ende Jahr sein Amt abgibt. Fehr liess im zweiten Wahlgang Barbara Schwickert (Grüne) hinter sich.

Am Ende kam es so, wie es die meisten erwartet hatten: Erich Fehr ist neuer Stadtpräsident von Biel. Wie bereits beim ersten Wahlgang erfuhren die Kandidierenden das Resultat rund zehn Minuten vor allen anderen. Dass die anderen Exponenten der Bieler Politik im illustren Kreis der Wissenden einen Informanten hatten, zeigte sich aber gleich, als die zwei Kandidatinnen und der siegreiche Kandidat ins Foyer der BBZ kamen: Ein sichtlich gut gelaunter Hans Stöckli umarmte Erich Fehr, sobald dieser durch die Türe getreten war. Grund für Wahl nicht klar Beim Siegerinterview sagte Fehr: «Ich habe auf dieses Resultat gehofft, aber es lässt sich nicht genau sagen, weshalb ich gewonnen habe.» Eine Erklärung sei sicher, dass er mit der SP die grössere Hausmacht hinter sich habe. Für SP-Mann Niklaus Baltzer, der verzweifelt ein Sackmesser mit einem Korkenzieher suchte, weil der Champagnerkorken gebrochen war, liegt die Erklärung von Fehrs Sieg auch beim Kandidaten selber: «Ohne guten Kandidaten kann eine solche Wahl nicht gewonnen werden», sagte Baltzer. Ihn habe aber verunsichert, dass die SP nach dem eidgenössischen Parteitag stark unter Beschuss gewesen sei. Zudem habe die Deutschschweizer Presse die Bilanz Stöcklis eher kritisch beurteilt. «Ich bin im Vorfeld der Wahl vielen Bürgern auf der Strasse begegnet, die eine reservierte, zweifelnde Haltung haben und denken, Biel sei nicht gut.» Umso erfreuter war Baltzer über den klaren Sieg seines Schützlings. Die Stimmung im Verliererlager schwankte zwischen Enttäuschung und Stolz. Urs Scheuss, Parteipräsident der Grünen Biel: «Barbara Schwickert hat ein gutes Resultat erzielt. Wir konnten unseren Wähleranteil gegenüber dem ersten Wahlgang nochmals steigern. Ich bin aber trotzdem enttäuscht, weil ich im Vorfeld den Eindruck hatte, dass die Mobilisierung der Grünen grösser sei.» Trotzdem sei es völlig richtig gewesen anzutreten: «So wissen wir jetzt, dass es eben nicht ganz reicht, gegen die SP zu gewinnen. Aber das Resultat zeigt auch, dass die Grünen weiteres Wählerpotenzial haben.» Barbara Schwickert selber lacht wie immer und sagt zu ihren Parteifreunden: «Das ist ein super Resultat. Aber ich hätte auch den Sieg genommen.» Die Hauptfrage sei nun, warum es nicht ganz gereicht habe. Eine Antwort darauf hatte allerdings auch sie am Sonntagabend noch nicht. «Nach dem ersten Wahlgang mit nur 71 Stimmen Unterschied zwischen mir und Fehr habe ich gehofft, dass ich gewählt werden könnte», sagt Schwickert. Sie sei aber durch viele Wechselbäder der Gefühle gegangen und habe sich immer wieder gefragt: «Habe ich überhaupt eine Chance gegen die grosse SP?» Bürgerliche als Wahlhelfer? Die Bürgerlichen, die bei ihrem Versuch, die Linke Mehrheit im Gemeinderat zu stürzen und das Stadtpräsidium an sich zu reissen, gründlich gescheitert sind, fanden doch noch einen Trost: «Erich Fehr zu schlagen, ist sicher einfacher als Hans Stöckli», sagte Leonhard Cadetg, Präsident der FDP Biel. jw/btDie Resultate: Stadtpräsidium: Erich Fehr, 5041 Stimmen (53,49 Prozent); Barbara Schwickert, 4384 St. (46,51 Prozent). Sitz im hauptamtlichen Gemeinderat: Erich Fehr, 5992 St. (63,43 Prozent); Silvia Steidle, 3454 St (36,57 Prozent). >

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