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Federer-Bild verursachte zu viele Unfälle

Federer mag noch so gut im Tennis sein, an der A1 musste die Firma Jura mit ihm eine schmerzhafte Niederlage einstecken.

«Ich hoffe, dass sich noch etwas bewegen lässt», sagte der Tennis-Crack am Montag. «Wir sind zwar Fans von Roger Federer, aber hier gilt die Signalisationsverordnung des Bundes», entgegnet Thomas Rohrbach, Presseprecher beim Bundesamt für Strassen (Astra). Und die sei nun einmal klar und eindeutig. Es geht um ein überlebensgrosses Bild von Federer an der Fassade der Firma Jura, welches die Firma vor gut einer Woche entfernen musste.

Viele Auffahrunfälle

Reklame sei im Bereich der Autobahnen nicht erlaubt, wenn man sie von der Strasse aus lesen könne. Ausgenommen sind Plakate für mehr Verkehrssicherheit und Firmenschilder, von denen eins pro Fahrtrichtung erlaubt ist. Der Bund, seit Anfang Jahr vollumfänglich für die Autobahnen zuständig, begründet dies mit der Verkehrssicherheit. Das umfasse auch das periphere Sehen, das beeinträchtigt wird. «Wir haben sowieso auf dieser Strecke sehr viele Auffahrunfälle, vor allem am Freitagabend», sagt Rohrbach.

Nun hing aber das riesige Plakat von Roger Federer seit über einem Jahr an der A1 und wurde vielfach beachtet. Tatsächlich war vor der Kompetenzverschiebung der Kanton Solothurn für die Einhaltung zuständig. Andreas Blättler, Projektleiter Baugesuche beim Kanton, verneint, dass die Sehschärfe beim Kanton anders sei als beim Bund. Man habe bereits die Gemeinde Niederbuchsiten angeschrieben, worauf die Gemeinde die Entfernung verfügt habe. Der Instanzenweg sei aber relativ lang, bis wirklich ein zu grosses Plakat entfernt werden müsse, sagt Blättler. Im Fall der Jura hatte die Firma eine Baubewilligung der Gemeinde erhalten, offenbar zu Unrecht, wie Rohrbach sagt.

Unterschiedliche Interpretationen habe es wegen einem Signet nur bei der?Migros-Verteilstelle in Oensingen gegeben.

Andreas Rüegger, Bereichsleiter Support und Jurist der Astra-Filiale Zofingen, erklärt, dass der Kompetenzwechsel vom Kanton zum Astra nicht schuld gewesen war, dass es nun über ein Jahr ging, bis die Reklame weg war. «Der erste Briefwechsel datiert von Anfang Januar», sagt er. Aber tatsächlich habe dieses Geschäft in der Folge sicher nicht erste Priorität gehabt, gibt Rüegger zu. Man werde aber die harte Linie landesweit durchzîehen.

Die Firma Jura ist nicht etwa der einzige Fall: Auch Puma und McDonald’s mussten ihre grossen Banner wieder entfernen. Das kann mitunter teuer werden. Emanuel Probst, CEO der?Jura, schätzte die Kosten für das Plakat auf insgesamt 100'000 Franken.

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