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Federer freut sich auf das Duell mit Del Potro

TennisRoger Federer hat in Melbourne dem einheimischen Jungstar Bernard Tomic

Wenn man sie fragt, welchen Gegner sie im nächsten Match gern auf der anderen Seite des Netzes sehen würden, dann antworten 99 von 100 Tennisspielern, das sei ihnen egal; es bleibe ihnen ohnehin nichts anderes übrig, als die Dinge so zu nehmen, wie sie sind. Aber der Art, wie Roger Federer über jenen Mann spricht, gegen den er am Australian Open im Viertelfinal das 1000.Einzel in seiner Karriere bestreiten wird, ist zu entnehmen, dass der Gast beim Jubiläum willkommen ist. «Es ist schön, dass er wieder da ist», sagt der Schweizer über Juan Martin Del Potro. «Er ist einer der Guten. Ich war traurig, als er nach seinem tollen Jahr 2009 so lange raus aus dem Geschäft war.» Der lange Argentinier, der wegen einer Handgelenksverletzung lange zur Untätigkeit verurteilt war, landete mit einem souveränen Sieg gegen den Deutschen Philipp Kohlschreiber (6:4, 6:2, 6:1) in der Runde der letzten Acht, Federer gewann danach mindestens ebenso überzeugend gegen den 19 Jahre alten Bernard Tomic (6:4, 6:2, 6:2). Tomic wie einst Federer Der junge Australier meinte nach der Begegnung mit seinem Idol, er habe alles probiert, aber Federer sei einfach zu gut gewesen. Das Spiel änderte nichts an der auch von Federer geteilten Einschätzung, dass Tomic in absehbarer Zeit zu den Besten der Zunft gehören wird. Aber wer wüsste besser als er, dem ebenfalls in jungen Jahren eine grosse Zukunft prophezeit worden war, dass es schwer ist, sich unter der Last der Erwartungen zu entwickeln. «Ich war damals in der gleichen Situation wie er jetzt, ich wurde als der nächste Pete Sampras gehandelt. Aber alles braucht seine Zeit, eines nach dem anderen.» Eines nach dem anderen – bei Federer ist in den letzten fast 14 Jahren viel zusammengekommen. Angefangen hatte alles mit dem ersten Spiel an einem ATP-Turnier im Juli 1998, als der damals 17-jährige Baselbieter am Swiss Open Gstaad in der ersten Runde gegen die Nummer 88 der Welt, den Argentinier Lucas Arnold, verlor. Zwei Monate später feierte er in Toulouse den ersten Sieg, im Februar 2000 stand er am Hallenturnier in Marseille erstmals im Final. An den ATP World Tour Finals in London erzählte er im November vergangenen Jahres, wie verzweifelt er auf die Niederlage gegen Marc Rosset reagiert und gedacht habe, er werde nie ein Turnier gewinnen. Es kam ein wenig anders. Niederlagen, Siege, Emotionen «Es gab ein paar harte Niederlagen im Laufe der Jahre», erzählte er am Sonntag in Melbourne im Hinblick auf das Jubiläum, «aber ich hatte auf dem Platz auch unbeschreibliche Gefühle. Als ich jünger war, hätte ich mir nie vorstellen können, dass ich mal nach einem Sieg weinen würde. Beim ersten Mal dachte ich: Was ist denn hier los?» Mittlerweile kennt er sich und seine Emotionen, und die anderen kennen sie auch. Unvergesslich, wie er nach dem Titelgewinn am Australian Open 2006 an der Siegerehrung mit dem von ihm verehrten Rod Laver an seiner Seite kaum ein Wort rausbrachte und wie seine Tränen fast in den grossen Pokal fielen. Aber zurück in die Gegenwart. Im November in London spielte Federer in seinem 100.Final und gewann den 70.Titel, nun folgt also in Melbourne die Partie Nummer 1000 gegen den gefährlichen Juan Martin Del Potro. Federer sagte, das sei einerseits ein ganz normaler Match, andererseits sei es aber in gewisser Weise eine spezielle Situation, und er werde versuchen, das Beste daraus zu machen. Erfolgsquote: 81,4 Prozent Dass es in der Rod Laver Arena ein ähnliches Ergebnis geben könnte wie bei der Begegnung vor 3 Jahren im Viertelfinal, hält er für unwahrscheinlich. Damals gewann er in weniger als anderthalb Stunden 6:3, 6:0, 6:0 und gab hinterher selbst zu, das sei nicht normal gewesen. Doch bekanntlich änderten sich die Dinge in jenem Jahr schnell. Knapp acht Monate nach dem Spiel in Melbourne gewann Del Potro den Final des US Open gegen Federer; es war eine von zwei Niederlagen des Baselbieters in bisher neun Begegnungen. Die bisherige Bilanz dieser einmaligen Karriere nach nunmehr 999 Spielen: 813 Siege, 186 Niederlagen. Das ergibt eine Erfolgsquote von 81,4 Prozent. Aber wer will bei einem wie Roger Federer allen Ernstes über Prozentzahlen reden? Doris Henkel, Melbourne;Tennis: Dossier – das Australian Open www.australian.bernerzeitung.ch >

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