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FDP büsst die Hälfte ihrer Sitze ein

Kanton BernDer Ausgang der Nationalratswahlen im Kanton Bern ist spektakulär: Sechs Bisherige wurden abgewählt, acht Neue schaffen den Sprung in den Rat, der Berner Jura verliert seinen Sitz, und Alexander Tschäppät verpasst die Wahl und muss nun auf Hans Stöckli hoffen.

Der Kanton Bern ist in vielerei Hinsicht eine kleine Schweiz – das bestätigte sich gestern bei den Nationalratswahlen: Die «neuen» Mitteparteien BDP und Grünliberale legen zu – die SVP verliert. Sie hat jedoch weiterhin acht Sitze, so viele, wie sie seit der Abspaltung der BDP 2008 hat (siehe Tabelle unten). Die Gesamtbilanz fällt so aus: Die Linke kann ihren Anteil mit neun Sitzen halten, während die Mitte auf Kosten der EDU, die ihren einzigen Sitz einbüsst, gestärkt wird. Auf personeller Ebene kam es dabei zu fast schon beispiellosen Verschiebungen. Nicht weniger als acht Männer hat das Volk gestern aus dem Nationalrat abberufen (siehe unten). Bemerkenswert ist, dass der Berner Jura seinen einzigen Sitz in der Grossen Kammer verloren hat, da bei der SVP Jean-Pierre Graber deutlich auf der Strecke geblieben ist. Er rückt nicht einmal nach, wenn Adrian Amstutz in den Ständerat gewählt wird und damit ein Sitz im Nationalrat frei wird. Dieser ginge an Werner Salzmann aus Mülchi, einen weiteren Neuen. Damit ist auch klar, dass Thomas Fuchs nach wenigen Wochen im Nationalrat abgewählt wurde. Die SVP hat auch ohne Salzmann zwei Neuzugänge zu vermelden: Nadja Pieren, Vizepräsidentin der SVP Schweiz, und Ex-Regierungsratskandidat Albert Rösti. Bei der SP haben sich durchwegs die Bisherigen durchgesetzt, auch Corrado Pardini, der ebenfalls erst vor wenigen Wochen in den Nationalrat nachgerutscht ist, schaffte die Wiederwahl. Zur Überraschung kam es im Kampf um den Lumengo-Sitz: Matthias Aebischer, ehemaliger TV-Moderator, hat mit einem engagierten Wahlkampf den Berner Stadtpräsidenten Alexander Tschäppät überholt, der als gesetzt galt und offenbar annahm, ohne grossen Wahlkampf gewählt zu werden. Tschäppät hat auch in der eigenen Stadt nur das drittbeste Resultat der Liste erzielt. Er muss nun hoffen, dass Hans Stöckli in den Ständerat gewählt wird. BDP wird Nummer 3 Zur drittstärksten Kraft im Kanton Bern steigt die BDP auf, die neu über vier Sitze verfügt: Neben den Bisherigen schafften alt Regierungsrat Urs Gasche sowie Lorenz Hess, Grossrat und Präsident des Verbands bernischer Gemeinden, die Wahl. Grossrat Heinz Siegenthaler darf als erstplatzierter Ersatz hoffen, dass in den nächsten vier Jahren ein Platz – am ehesten wohl jener von Ursula Haller – frei wird und er nachrücken kann. Die Grünen können ihre drei Sitze halten, neu gewählt wurde die Berner Gemeinderätin Regula Rytz. Die FDP ist richtiggehend abgestürzt und muss sich fragen, wie weit hinunter ihr Weg noch führt. Sie sind bereits hinter die Grünen zurückgefallen. Die FDP hat noch zwei Sitze, Parteipräsident Peter Flück wurde nach wenigen Wochen im Nationalrat wieder abgewählt. Die Grünliberalen holten auf Anhieb zwei Sitze: Gewählt wurden die Berner Stadträtin Kathrin Bertschy und Unternehmer Jürg Grossen aus Frutigen. fab>

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