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Fährt der Bus bald nach Kiesen?

Geht es nach den Verkehrsplanern, gibts ab 2010 einen Bus von Oberdiessbach ins Aaretal. Offen ist, ob nach Kiesen oder nach Münsingen. Knackpunkt sind die Finanzen: Soll der Bus 40000 oder 80000 Franken kosten?

Eine Buslinie zwischen Kiesen- und Aaretal: Das sieht das Angebotskonzept für den öffentlichen Verkehr in der Region Bern-Mittelland für 2010 bis 2013 vor. Die zuständige Regionale Verkehrskonferenz 4 (RVK 4) hat in Zusammenarbeit mit der RVK 3, der RVK 5 und den betroffenen Gemeinden eine entsprechende Studie erarbeiten lassen. Hohe Erwartungen «Bereits vor Beginn der Arbeiten bestanden diverse Erwartungen», heisst es in einer Medienmitteilung, in welcher die Ergebnisse präsentiert werden: Geprüft werden sollte eine Verknüpfung mit der STI-Linie 44, welche Oberdiessbach, Linden und Heimenschwand verbindet, oder der Linie 45 von Oberdiessbach über Wangelen nach Heimenschwand. Entweder soll die Linie nach Kiesen oder nach Münsingen führen – abgestimmt auf den Fahrplan der Postauto-Linie 165, die von Münsingen via Wichtrach die Gemeinden am Gerzensee erschliesst. Trotz dieser klar definierten Vorstellungen einer neuen Linie heisst es in der Medienmitteilung: «Ausserdem wurden starke Vorbehalte gegenüber höheren Beiträgen an den öffentlichen Verkehr geäussert.» Zwei favorisierte Varianten Das 30-seitige Werk präsentiert nun zwei Varianten, welche die RVK als vielversprechend taxiert: Die eine basiert auf einer Verlängerung der STI-Linie Heimenschwand–Oberdiessbach bis nach Kiesen und kommt ohne zusätzliches Fahrzeug aus. Die Anschlussqualität in Oberdiessbach Richtung Thun und Konolfingen werde zwar schlechter, aber die Übergänge in Kiesen von und nach Bern betragen nur 11 respektive 5 Minuten. Die andere Variante ist eine neue Linie zwischen Oberdiessbach und Münsingen. Diese würde auf dem Abschnitt Wichtrach–Münsingen auf der gleichen Route wie die Linie 165 Münsingen–Wichtrach–Gerzensee–Kirchdorf verkehren. Deshalb müsste der Fahrplan der Linie 165 zwischen Wichtrach und Münsingen angepasst werden. Insgesamt geht diese Variante laut der Studie «von einer verstärkten Systematisierung und von der Einsparung eines Fahrzeugs auf der Linie 165 aus». Die Linie 165 soll weiterhin in Münsingen auf die RegioExpress-Anschlüsse ausgerichtet sein. Mit der zusätzlichen Linie Oberdiessbach–Münsingen würde das Angebot auf dem Abschnitt Wichtrach–Münsingen von heute 22 auf 28 Kurspaare erhöht. Nicht weiter verfolgt wird der Ansatz, den Bus von Oberdiessbach bis nach Wichtrach zu führen. 40000 oder 80000 Franken? Ziel ist, zwischen Ende 2010 und Ende 2013 einen Versuchsbetrieb einzuführen, den die Gemeinden zu gut einem Drittel selber finanzieren müssten. Die Variante Oberdiessbach–Kiesen würde im Versuch rund 40000 Franken jährlich kosten; Oberdiessbach müsste 16000 Franken berappen, Herbligen und Oppligen je 9600 und Kiesen 4800 Franken. Der Versuch mit der Linie Oberdiessbach–Münsingen würde im Jahr rund 80000 Franken verschlingen, wovon die vier Kiesentalgemeinden mit insgesamt 55400 Franken den Löwenanteil bestreiten müssten. Knackpunkt: Finanzen Die betroffenen Gemeinden haben jetzt bis zum 20.November Zeit, sich zu den zwei Möglichkeiten zu äussern. Wie so oft dürften die Finanzen den Ausschlag für die Entscheide geben: «Für uns wäre eine Verbindung bis Münsingen zweifellos interessant», sagt Oberdiessbachs Gemeindepräsident Hans Rudolf Vogt. Die Frage sei aber, ob sich diese finanzieren lasse, respektive, ob Wichtrach und Münsingen sich daran beteiligen würden. Traktandiert wird das Geschäft im Gemeinderat für den 18.November. Ebenso in Herbligen. Vogts Amtskollege Samuel Zwahlen betont, dass grundsätzlich beide Varianten in Frage kämen. «Aber der Spielraum für Wünsche ist wohl klein.» Deshalb werde am Ende wohl jenes Angebot das Rennen machen, das günstiger sei und weniger Passagiere zum Überleben brauche. Auch Oppligens Gemeindepräsidentin Marianne Nyffenegger sagt, dass die Kosten für den Versuchsbetrieb bei der Entscheidfindung ausschlaggebend sein dürften. «Das Thema ist für die Gemeinderatssitzung vom 10.November traktandiert», sagt sie. Kiesens Gemeindepräsident Ernst Nussbaum betont, dass seine Gemeinde wegen der Anbindung an die S-Bahn schon heute viel Geld für den öffentlichen Verkehr ausgebe. «Am liebsten möchten wir nicht noch mehr bezahlen», gesteht er unumwunden. Deshalb erachte er, wenn überhaupt, die Verlängerung der Buslinie von Heimenschwand an den Bahnhof Kiesen als sinnvoll. Einen Entscheid will der Gemeinderat an einer der nächsten Sitzungen fällen.Marco Zysset>

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