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Exklusives Training mit Ralph Krueger

Eigentlich schwitzen sie immer, wenn sie trainieren, die Eishockeyspieler auf der Eisbahn in Oberlangenegg. Am Dienstagabend war indes Schwitzen mit dem Nationaltrainer Ralph Krueger angesagt. Grund dafür sind ein Paar alte Schlöf und Mäuse.

Über der Kunsteisbahn Oberlangenegg hat die Dämmerung Einzug gehalten. Das Thermometer zieht langsam gegen den Gefrierpunkt. In der Garderobe der Freilufteisbahn sitzen 20 Spieler des Eishockeyclubs Bumbach. Am Dienstagabend sind sie früher zum Training erschienen als sonst. Es ist ruhig in der Spielerkabine. Ruhiger als sonst. Der Einzige, der spricht, ist Nationaltrainer Ralph Krueger. «Achtet auf die Geschwindigkeit der Scheibe, spielt den direkten Pass», sagt der Trainer der Schweizer Eishockeynationalmannschaft. Die Zuhörer in der Kabine auf der Kunsteisbahn Oberlangenegg sind für einmal nicht gut bezahlte Eishockeyprofis mit klingenden Namen. Es sind Schreiner, Landmaschinenmechaniker oder Besamungstechniker, welche zweimal in der Woche ihrem sportlichen Hobby nachgehen. Die Kunsteisbahn Oberlangenegg ist ihre Heimarena. Mit dem EHC Bumbach spielen sie dort aktuell in der 3. Amateurliga. Im vergangenen Winter kämpften sie gegen den Abstieg. «Wir sprechen die gleiche Sprache, Eishockey ist ein einfaches Spiel», sagt Ralph Krueger, bevor der Nationaltrainer selber die Schlittschuhe schnürt und nicht nur in der Kabine, sondern auch auf dem Eis das Training übernimmt. Mit Mäusen zum Training Dass der Schweizer Nationaltrainer auf der Freilufteisbahn in Oberlangenegg für ein Training die Schlittschuhe schnürt, ist einem Zufall und Michael Jordi zu verdanken. «Weil wir im letzten Winter fast abgestiegen sind, wollte ich meine alten Schlittschuhe an den Nagel hängen», blickt der EHC-Stürmer zurück. Per Zufall habe er in einem Eishockeymagazin einen Wettbewerb entdeckt. Ausgeschrieben hatte diesen die Versicherung Generali Schweiz, als Sponsor der nationalen Eishockeyszene. Für ein Training mit dem Natitrainer war einzig eine witzige Bewerbung gefragt. «Aus Enttäuschung über unsere schlechten Ergebnisse habe ich meine alten Schlittschuhe zerschnitten, mit selbst gebastelten Mäusen ausgestattet und diese mit einer Bewerbung eingesandt», erklärt der Hobbysportler. Jetzt gegen Heimberg Der Lohn ist schwitzen. Mit lauter und klarer Stimme dirigiert Ralph Krueger die 20 Spieler übers Eis. Assistiert wird er dabei von Bumbach-Trainer Hans-Peter Lanz. Die einzelnen Übungen werden mit viel Tempo durchgeführt. «Das geht mir zu schnell», meint ein Spieler, der kurz zur Trinkflasche greift. Dennoch ist Ralph Krueger des Lobes voll: «Ihr habt viel auf das Tor geschossen, ich wünschte mir, es wäre in der Nationalmannschaft auch so», sagt er überzeugend. Überhaupt zeigt sich der Natitrainer sehr volksnah. Er nimmt sich Zeit, die Fragen der Spieler zu beantworten, und geht auf die Autogrammwünsche der wenigen Zuschauer und Fans ein. Da und dort werden nach dem über einstündigen Training Erinnerungsbilder geknipst und Tipps für die anstehende Eishockeysaison ausgetauscht. Für den EHC Bumbach beginnt diese am kommenden Samstag in Oberlangenegg mit einem Heimspiel gegen den lokalen Rivalen EHC Heimberg. «Nach diesem Training werden wir das Derby gewinnen», ist sich Bumbach-Trainer Hans-Peter Lanz sicher. Stefan Kammermann >

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