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Ewige Ruhe unter einem Baum

Im unteren Hubholz in der Gemeinde Noflen ist ein Friedwald geplant. Hier kann die Asche von Verstorbenen im Wurzelbereich eines Baumes eingegraben werden. Dieser

Die althergebrachte Bestattungskultur befindet sich zunehmend im Wandel. Viele Menschen wünschen sich eine naturnahe, freie Form der Beisetzung. Mit der «FriedWald-Bestattung», einer GmbH mit Sitz im Kanton Thurgau, haben Waldbesitzer in Noflen eine einfache Bestattungsart für das Hubholz ausgemacht. Die Asche des Verstorbenen wird im Wurzelbereich eines Baumes eingegraben. Urnen oder sonstige Behälter sind nicht gestattet. Der Baum, vorwiegend Buche, Ahorn oder Eiche, verwertet die Asche als Nährstoff. «Die sterblichen Überreste werden zum Sinnbild für das Wachstum und Fortbestehen des Lebens», steht im Leitfaden der Organisation. Vielfach Allein Stehende kaufen sich «ihren» Baum zu Lebzeiten. Sie wollen den Nachkommen nicht mit der Grabpflege zur Last fallen. Der Preis beträgt pro Baum mindestens 4900 Franken. Im Wurzelbereich kann die Asche von mehr als einem Verstorbenen eingegraben werden. Der Käufer erhält eine Garantie, dass der Baum nicht vor Ablauf der vereinbarten Frist gefällt wird. Im Berner Oberland gibt es in Bönigen einen Waldfriedhof; rund um die Stadt Bern existieren bereits fünf solcher Friedwaldungen, so im Raume Gurten, Fischermätteli, Eymatt-Kappelenring, Forsthaus und Grauholz. Kantonale Erlaubnis Zuständig für die Bewilligung eines Friedwaldes ist im Kanton Bern das Amt für Wald. Im Fall Noflen ist es die Waldabteilung 5 Bern-Gantrisch. Sie war es, die – gestützt auf das entsprechende Gesuch seitens der Friedwald-Naturbestattung – eine Verfügung ausstellte. In diesem Dokument enthalten sind verschiedene Auflagen sowie spezielle Bedingungen betreffend Abdankungsfeiern und Wegbenutzung. Dazu Förster Heinz Marthaler: «Nach Ablauf der Beschwerdefrist haben wir das organisierte Bestatten auf der Waldparzelle 51 Noflen unter Auflagen bewilligt. Das Ausbringen der Asche von Verstorbenen wird darin erlaubt. Im Wald verboten sind Abdankungsfeiern, Grabschmuck und Grabmale. Die Beschriftung der ausgewählten Bäume, bei denen eine Bestattung vorgenommen wird, darf nicht grösser sein als zehn auf zehn Zentimeter und muss unauffällig gestaltet werden.» Die Einwohnergemeinde Noflen hat eine Eingabe betreffend Verkehr gemacht. Diese wurde nach Ansicht der Volkswirtschaftsdirektion aber zu wenig deutlich ausformuliert. Klare Regeln verlangt Die Einsprecherin erhielt Gelegenheit, die Einsprache mit Antrag und Begründung zu verbessern. Die Gemeinde Noflen ist bei der GmbH nochmals vorstellig geworden und verlangt von ihr eine klare Regelung der Parkiermöglichkeiten und nötigen Ausweichplätze zum engen, von den Landwirten viel befahrenen, steilen Wegstück. Die GmbH hat mittlerweile versprochen, die Angelegenheit näher zu prüfen. Eigentümer der Waldparzelle sind zwei Geschwister. Einer davon ist Alfred Ernst Fischer aus Gurzelen. Die gegenseitige Unterzeichnung mit der GmbH stehe noch aus, sagt er. Auf den Punkt einer ökologischen Bestattung hat ihn der Tod seines Vaters gebracht. «Auch er wollte an einem von der Öffentlichkeit abgekehrten, stillen Ort seine ewige Ruhe finden», erklärt der Miteigentümer des 2568 Quadratmeter grossen Waldstücks. Erwin Munter •www.friedwald.ch >

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