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Es rumort in der Führungsriege

Thuner SeespieleVor den Kulissen läuft alles prächtig; doch hinter den Kulissen scheint es gewaltig zu rumoren. Dabei verwundert die Informationspolitik der Verantwortlichen, die mehr verwirrt als klärt.

Kurz vor der Zürcher Premiere des Musicals «Dällebach Kari» geraten die Verantwortlichen der Thuner Seespiele in negative Schlagzeilen. Denn die Abgänge in der obersten Führungsetage mehren sich. Genau ein Jahr nach seinem Stellenantritt wird Geschäftsführer Christopher Wehrli das Unternehmen bereits wieder verlassen. Der Werbefachmann, der von der damaligen Verwaltungsratspräsidentin Franziska von Weissenfluh zu den Seespielen geholt worden war, verlässt seinen Posten auf eigenen Wunsch, wie er betont. Dennoch stimmt nachdenklich, wenn er sagt: «Es stimmt für mich nicht mehr.»Von Weissenfluh und Wehrli sind nicht die Einzigen, welche den Thuner Seespielen Adieu sagen: Auch Thomas Eberle nimmt den Hut. Er sorgte als Verantwortlicher für Technik, Sicherheit, Gastronomie und Liegenschaften siebeneinhalb Jahre lang für den reibungslosen Betriebsablauf. «Ich habe bereits im Oktober gekündigt und werde die Seespiele Ende April verlassen», sagt Eberle. Offiziell sei das nie kommuniziert worden, bestätigt er. Allerdings habe er kurz vor Weihnachten ein E-Mail an schätzungsweise 430 Personen verschickt: «Ich habe mich von allen einstigen und jetzigen Seespiele-Mitgliedern verabschiedet», bestätigt er. Da verwundert es sehr, dass sich bei den Verantwortlichen niemand dazu durchringen konnte, die Kündigung offiziell bekannt zu geben; umso mehr, als auch Wehrlis Kündigung bereits mehrere Wochen zurückliegt. Konfrontiert mit den Vorwürfen, die «Der Bund» gegen VR-Präsident und Grossinvestor Andreas Stucki erhebt, sagt dieser: «Ich stecke 5 Millionen Franken in die Seespiele, und am Ende stehe ich am Pranger und werde angepinkelt.» Was Auslöser für die Abgänge ist, will er aber nicht nennen. Ebenso wenig wollten dies Franziska von Weissenfluh, Wehrli und Eberle tun. Während von Weissenfluh damals auf «unterschiedliche Ansichten» verwies, sagt Eberle: «Die Unternehmensführung stimmt nicht mehr mit meinen Werten überein.» Stucki seinerseits verweist auf seine lange krankheitsbedingte Abwesenheit. «Als ich letzten Herbst zurückkam, war bereits so vieles ‹aateigget› worden, das nicht mehr unserem Konzept entsprach.» Das soll nun geändert werden. Und er fügt – gerade im Hinblick auf den Abgang Eberles – an: «Wenn die Organisation umgekrempelt wird, verstehe ich, dass man das nicht mittragen will.» Über das weitere Vorgehen entscheidet heute der Verwaltungsrat. Nächste Woche soll kommuniziert werden. Für Wehrli ist die Zukunft offen; Eberle tritt im April eine dreimonatige Auszeit in Alaska und danach einen neuen Job an.HeinerikaEggermann Dummermuth>

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