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Es braucht Leuchttürme

Der bekannte Sozialethiker Hans Ruh forderte in Thun, wieder Leuchttürme mit Werten zu schaffen, um der Krise zu trotzen.

«Geld und Geist» heisst die Vortragsreihe der evangelisch-reformierten Kirche Thun. Am ersten Abend sprach der bekannte Sozialethiker Hans Ruh. Er vermochte dank seiner Bekanntheit 30 Interessierte in das Kirchgemeindehaus an der Frutigenstrasse 22 zu locken. Der 77-jährige Sozialethiker legte neue Gedanken vor. Nach wie vor ist Ruh überzeugt, dass das Wirtschaften und das Handeln der Menschen auf diesem Planeten nur gelingen kann, wenn es verknüpft ist mit der geistigen Welt, mit ethischen Lebensweisheiten und Gottes Geboten. Ruh zählt die Krisen auf, in welche die Menschen in den letzen 100 Jahren geschlittert sind, weil diese Grundlagen missachtet worden sind: der Stalinismus, der Faschismus, die Wirtschaftskrise 1929 und die heutige Wirtschaftskrise. «Die jetzt lebende Generation», sagte Hans Ruh, «ist die erste, für die es denkbar ist, dass sie selbst die Lebensgrundlagen auf der Erde auslöscht – durch die Zerstörung der Umwelt.» Aber auch durch ein Gemisch aus menschlichem Elend, Waffen und Terror könne das Ende unserer Zivilisation herbeigeführt werden. «Wir müssen uns wieder ankoppeln an die Ordnung des Seins», schlägt Ruh vor. Ethik in Unternehmen Auf dem Weg in die Zukunft sieht er Leuchttürme, die den Kurs zeigen und erhellen können: Die Ethik müsse eine zentrale Rolle in der Wirtschaft spielen. Das könne damit anfangen, dass die Unternehmen von Rating-Agenturen hinsichtlich ihrer Ethik bewertet werden und die Konsumenten nur von solchen Unternehmen kaufen, die ein gutes Ethik-Rating haben. Einen weiteren Leuchtturm sieht Ruh in der Zivilgesellschaft. Das Recht werde in vielen Bereichen dadurch hergestellt, dass es Konsumentenorganisationen, Hilfswerke und Gewerkschaften gibt. «Es muss noch mehr Organisationen geben, um die Rückeroberung des Rechts zu forcieren», sagte der Sozialethiker. Den Vorteil seiner Leuchtturmvision sieht Hans Ruh darin, «dass jeder mitmachen kann. Jeder Konsument kann heute beginnen, sein Verhalten und sein Kaufverhalten an ethische Gesichtpunkte zu binden.»pd/heh Die Reihe «Geld und Geist» der Kirchegemeinde findet heute Abend um 18 Uhr im Kirchgemeindehaus an der Frutigenstrasse 22 seine Fortsetzung. Gezeigt wird der Film «Grundeinkommen» mit anschliessender Diskussion. Bereits am Nachmittag wird der Filmautor und Unternehmer Daniel Häni im Bälliz Kronen an die Passanten verteilen, um auf den Film aufmerksam zu machen. >

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