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Erstes Defizit nach elf Jahren

bielNachdem sich die schlechten Prognosen elf Jahre lang nicht bewahrheitet haben, schliesst die Rechnung 2010 der Stadt Biel erstmals im Minus ab.

Es ist ein Epochenwechsel», erklärte Stadtpräsident Erich Fehr gestern bei der Präsentierung der Rechnung 2010 vor den Medien. Ein Minus von 15,64 Millionen Franken resultiert unter dem Strich, 2009 schloss noch mit einem knappen Plus von 50000 Franken ab. Auch damals hatte die Stadt mit einem Defizit gerechnet, wie in den Jahren zuvor. Sie hatte sich jedes Mal gründlich vertan. Für 2010 sieht das anders aus: Die Stadt hat richtig gerechnet und im Budget ein Defizit von 21,2 Millionen vorgesehen und sich dabei um nur 0,4 Millionen verschätzt, denn das reale Minus beträgt 21,6 Millionen Franken. Durch die Auflösung der 3-Millionen-Franken-Rückstellung für Strommarktrisiken und durch eine Entnahme von weiteren 3 Millionen aus der Spezialfinanzierung Steuern wurde das Defizit auf 15,64 Millionen Franken korrigiert. Die Spezialfinanzierung wurde 2008 mit 10 Millionen Franken angelegt, weil man Defizite aufgrund der Finanzkrise erwartete. Steuereinnahmen fehlen Das war gute Voraussicht, denn das hohe Defizit von 2010 ist auf die Krise zurückzuführen. Dass es den Unternehmen 2009 besonders schlecht ging, zeigt sich 2010 bei den Steuereinnahmen juristischer Personen. Im Vergleich zum Vorjahr wurden 14,2 Millionen Franken weniger eingenommen, von den natürlichen Personen kamen 5,1 Millionen weniger Steuergelder zusammen. Zusätzlich zu den verminderten Einnahmen seien Steuerrückzahlungen fällig gewesen, erklärte der Leiter der Abteilung Steuern, Urs Stauffer. Eigenkapital schrumpft Sobald die Stadt Defizite schreibt, verbraucht sie ihr Eigenkapital. 2009 betrug dieses 52,7 Millionen Franken, jetzt sind es noch 37,1 Millionen Franken– für Erich Fehr ein klares Signal: «Wir brauchen Budgets, mit welchen wir wieder Eigenkapital bilden können, und das bedingt die gemeinsame Anstrengung von allen.» Es soll verhindert werden, dass auf die elf fetten Jahre jetzt elf magere folgen. Eva Berger >

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