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Er hinterlässt bleibende Spuren

Er hat gegen das Hochwasser gekämpft, sich für eine Innenstadt ohne Spraye-

Eine besorgte Mutter meldet sich bei Peter Siegfried. Bei der Scherzligschleuse lasse sich die Gittertür beim nördlichen Zugang gefährlich leicht öffnen, auch von Kleinkindern. Siegfried fackelt nicht lange, lässt die Scharniere der Tür ändern und entschärft so die Situation. Es sind Arbeiten wie diese, die den Alltag des heute 63-Jährigen in den letzten Jahren geprägt haben. Seit Oktober 1990 steht Siegfried im Dienste der Stadt Thun, zunächst als Abteilungsleiter WHU, der späteren Abteilung Sicherheit, zehn Jahre als Zivilschutzkommandant sowie viele Jahre als Stabschef des Gemeindeführungsorgans (GFO) und jetzt seit 2004 als Sicherheitsbeauftragter und BFU-Sicherheitsdelegierter. In letzterer Funktion ist Siegfried gleichermassen verantwortlich für die Arbeitssicherheit und den Gesundheitsschutz der rund 500 städtischen Angestellten wie für die Beratung in Sicherheitsfragen der Bevölkerung. Schulhäuser inspiziert Das politische Tauwetter nach dem Fall der Berliner Mauer hatte den gelernten Maschineningenieur 1990 dazu bewogen, seinen Job beim Rüstungsbetrieb Ruag aufzugeben und sich für die Stelle bei der Stadt zu bewerben – mit Erfolg. «Ich habe den technischen Bereich nicht abrupt verlassen, denn als Zivilschutzkommandant konnte ich noch bis vor wenigen Jahren stets auch praktisches Wissen anwenden», erklärt Siegfried. Die grosse Fachkompetenz hat ihn letztlich dafür prädestiniert, 2004 den Job als Leiter der Fachstelle «integrale Sicherheit» zu übernehmen und das System Arbeitssicherheit aufzubauen. Zu diesem Zweck hat Siegfried in städtischen Betrieben, Werkstätten und Schulhäusern umfangreiche Inspektionen durchgeführt und Notfallkonzepte für jeden Standort erstellt. Offensive gegen Sprayer Zum erweiterten Sicherheitsbefinden der Bevölkerung gehört laut Siegfried auch eine Graffiti-freie Innenstadt. Vor vier Jahren lancierte er eine entsprechende Offensive. Nachdem städtische Objekte von Sprayereien befreit waren, suchte er den Kontakt zu privaten Liegenschaftsbesitzern. «Wir haben uns darum gekümmert, dass ‹Tags› gezielt und rasch entfernt werden.» Das hartnäckige Vorgehen des Sicherheitsbeauftragten hat Wirkung gezeigt: Seit 2007 weist Thun mehr saubere Fassaden, Mauern und Bushaltestellen auf als zuvor. «Das Problem ist in der Tat klar zurückgegangen», so Siegfried. Hochwasser hat geprägt Bei den beiden Thuner Hochwassern kämpfte der Familienvater mit dem Zivilschutz vor Ort und als Mitglied des GFO gegen die Wassermassen. «1999 hat uns das Ereignis überrumpelt, obwohl wir für Katastrophen als Stab eigentlich gut organisiert waren. Sechs Jahre später verlief es weniger hektisch, doch auch damals war der neue Rekordpegelstand eine grosse Herausforderung.» Beeindruckt hat Siegfried die grosse Solidarität unter der Bevölkerung sowie deren Geduld. Einen letzten grossen Effort vor seiner Pension leistete der Sicherheitsbeauftragte seit Anfang dieses Jahres in Sachen Pandemie-Planung. Noch unter dem Eindruck der Vogelgrippe traf Peter Siegfried als Leiter des städtischen Pandemieteams verschiedene gross angelegte Sicherheitsvorkehrungen, primär, um die lebenswichtigen Dienstleistungen der Stadt aufrechtzuerhalten und die Mitarbeitenden vor der Pandemie zu schützen. «Seit dem Spätsommer sind diese Vorbereitungen abgeschlossen.» Jetzt mehr Zeit für Jazz Am 1.Januar tritt der Sicherheitsbeauftragte nun in die nächste Lebensphase. Zu seinem Nachfolger hat die Stadt Siegfrieds bisherigen Stellvertreter, den 37-jährigen Toni Zimmermann, ernannt. Siegfried selbst bleibt fortan mehr Zeit für seine Familie, die Grosskinder, Freizeit und Sport, aber auch zum Üben von Piano und Gesang. Er spielt nämlich seit 25 Jahren in der Freetime Jazzband Thun. Um ganz persönliche Sicherheitsvorkehrungen in den eigenen vier Wänden, wie etwa die Installation von Rauchmeldern, wird sich Siegfried künftig auch vermehrt kümmern können. «Das habe ich in den letzten Jahren trotz meines Berufs fast ein wenig vernachlässigt», sagt er lachend.Gabriel Berger >

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