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Energierichtplan: Schon bald grünes Licht?

Region ThunNoch sind die Gemeinden Thun, Steffisburg, Uetendorf und Heimberg im Gespräch. Doch bald wollen sie ihren gemeinsamen Energierichtplan dem Kanton zur Prüfung übergeben. Läuft alles gut, könnte er schon Anfang 2012 in Kraft gesetzt werden.

Mit dem überregionalen Energierichtplan wollen die vier Gemeinden Thun, Steffisburg, Heimberg und Uetendorf künftig den Energieverbrauch massiv senken und vermehrt erneuerbare Energien nutzen. Das Projektteam, in dem alle Gemeinden vertreten sind, hat den Mitwirkungsbericht nun verabschiedet. Laut Christoph Diez, Umweltbeauftragtem der Stadt Thun, sitzen die Gemeinden dieser Tage nochmals zusammen. «Die Stossrichtung hat sich insgesamt nicht geändert. Beim Verfassen des Mitwirkungsberichts wurden nur Details geändert», sagte Diez. Es gehe jetzt auch darum, die Anliegen der Beteiligten zu prüfen. Die Energie Thun AG etwa ist ein Player, der stark in den Richtplan eingebunden ist. «Wenn alle einverstanden sind mit der überarbeiteten Fassung, können wir dem Kanton unseren Plan vorlegen», so Diez. Er rechnet damit, dass das aktualisierte Exemplar im Sommer zur Vorprüfung eingereicht werden kann. Anfang November 2010 war die zweimonatige Frist zur Mitwirkung zu Ende gegangen. Eingaben hatten vor allem Parteien und Organisationen wie SP, GLP oder Pro Natura Region Thun und eher weniger Private gemacht. Wärmebedarf soll sinken Die Gemeinden Thun, Steffisburg, Uetendorf und Heimberg hatten im August 2010 den neuen gemeinsamen Energierichtplan präsentiert. Oberstes Ziel ist, in den nächsten 25 Jahren vermehrt erneuerbare Energien zu verwenden und den Energieverbrauch zu senken. Die Vision ist ambitiös: Bis 2025 wollen die vier Gemeinden ihren Wärmebedarf insgesamt um 13 Prozent senken. 49 Prozent des Bedarfs sollen in 15 Jahren mit erneuerbaren Energien gedeckt werden. Zum Vergleich: Heute werden 87 Prozent des Wärmebedarfs mit den fossilen Energieträgern Heizöl und Erdgas, nur 11 Prozent mit erneuerbarer und lokal produzierter Energie wie zum Beispiel aus der Kehrichtverbrennungsanlage Thun (KVA) gedeckt. Hohe Ziele lösten Kritik aus Bis 2035 soll der Wärmebedarf gar um 20 Prozent verringert und sollen 70 Prozent des Bedarfs mit erneuerbarer Energie gedeckt werden. Ähnlich ehrgeizige Ziele sieht der Energierichtplan für die Elektrizitätsversorgung vor: Heute stammt rund die Hälfte des Stroms aus erneuerbaren Energiequellen. Bis 2025 soll dieser Anteil auf 65 Prozent, bis 2035 schliesslich auf 80 Prozent steigen. Dass die Ziele so hoch gesteckt sind, löste während der Mitwirkung nicht nur gute Reaktionen aus. «Es war eine oft gehörte Kritik, dass wir zu ehrgeizig planen», sagte Christoph Diez. Doch nun stünden keine grossen Stolpersteine mehr im Weg. «Bis auf die zeitliche Verzögerung wegen der Auswertung der Mitwirkung sind wir auf Kurs.» Auch zwischen den beteiligten Gemeinden bestehen derzeit keine Differenzen. Die Auswertung der Mitwirkung hat sich wegen der Änderungen bei den Zuständigkeiten im Thuner Gemeinderat verzögert. Wenn alles beim Alten geblieben wäre, hiesse der oberste Verantwortliche für den Energierichtplan nun Roman Gimmel, Bauvorsteher (SVP). Das Geschäft fällt aber neu in die Direktion Stadtentwicklung, welcher Marianne Dumermuth (SP) vorsteht. Zuvor fiel der Energierichtplan in die Verantwortung von Bauvorsteherin Jolanda Moser. Doch auch die Atomkatastrophe in Japan habe die Beteiligten immer wieder zu Diskussionen veranlasst, sagte Christoph Diez. «Es ist sehr wahrscheinlich, dass sich nach Fukushima auch bei den Energiebehörden auf Kantons- und Bundesebene ein gewisser Perspektivenwechsel vollzogen hat», ist der Umweltbeauftragte der Stadt Thun überzeugt. Er denkt dabei etwa an neue Sichtweisen bei der Risikoabschätzung. Doch für Diez und die Gemeinde Thun, die beim Energierichtplan die Federführung innehat, ist nach dem Desaster in Japan klar: «Unser Plan ist ehrgeizig, aber jetzt erst recht notwendig.» Sobald der Kanton das Projekt absegnet, ist der Puck wieder bei den Gemeinden. Sie werden den Plan dann in Kraft setzen. Wann dies der Fall sein werde, sei schwierig abzuschätzen. Diez dazu: «Ich denke, dass wir es auf Anfang 2012 schaffen können.»Dino Dal Farra>

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