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Energierichtplan: Bald grünes Licht?

Region ThunNoch sind Thun, Steffisburg, Uetendorf und Heimberg im Gespräch. Schon bald wollen sie ihren gemeinsamen Energierichtplan dem Kanton zur Prüfung übergeben. Läuft alles gut, könnte er Anfang 2012 in Kraft gesetzt werden.

Mit dem überregionalen Energierichtplan wollen die vier Gemeinden Thun, Steffisburg, Heimberg und Uetendorf künftig den Energieverbrauch massiv senken und vermehrt erneuerbare Energien nutzen. Das Projektteam, in dem alle Gemeinden vertreten sind, hat den Mitwirkungsbericht nun verabschiedet. Laut Christoph Diez, Umweltbeauftragtem der Stadt Thun, sitzen die Gemeinden dieser Tage nochmals zusammen. «Die Stossrichtung hat sich insgesamt nicht geändert. Beim Verfassen des Mitwirkungsberichts wurden nur Details geändert», sagt Diez. Es gehe jetzt auch darum, die Anliegen der Beteiligten zu prüfen. «Wenn alle einverstanden sind mit der überarbeiteten Fassung, können wir dem Kanton unseren Plan vorlegen», so Diez. Er rechnet damit, dass das aktualisierte Exemplar im Sommer zur Vorprüfung eingereicht wird. Oberstes Ziel des Plans ist es, in den nächsten 25 Jahren vermehrt erneuerbare Energien zu verwenden und den Energieverbrauch zu senken. Bis 2025 wollen die vier Gemeinden ihren Wärmebedarf um 13 Prozent senken. 49 Prozent des Bedarfs sollen in 15 Jahren mit erneuerbaren Energien gedeckt werden. Zum Vergleich: Heute werden 87 Prozent des Wärmebedarfs mit den fossilen Energieträgern Heizöl und Erdgas, nur 11 Prozent mit erneuerbarer und lokal produzierter Energie wie aus der Kehrichtverbrennungsanlage Thun (KVA) gedeckt. Bis 2035 soll der Wärmebedarf gar um 20 Prozent verringert und sollen 70 Prozent des Bedarfs mit erneuerbarer Energie gedeckt werden. Ähnlich ehrgeizige Ziele sieht der Energierichtplan für die Elektrizitätsversorgung vor: Heute stammt rund die Hälfte des Stroms aus erneuerbaren Energiequellen. Bis 2025 soll dieser Anteil auf 65, bis 2035 auf 80 Prozent steigen. Keine grossen Stolpersteine Dass die Ziele so hoch gesteckt sind, löste während der Mitwirkung nicht nur gute Reaktionen aus. «Es war eine oft gehörte Kritik, dass wir zu ehrgeizig planen», sagt Christoph Diez. Doch nun stünden keine grossen Stolpersteine mehr im Weg. «Bis auf die zeitliche Verzögerung wegen der Auswertung der Mitwirkung sind wir auf Kurs.» Die Atomkatastrophe in Japan habe die Beteiligten zu Diskussionen veranlasst, sagt Diez. «Es ist sehr wahrscheinlich, dass sich nach Fukushima auch bei den Energiebehörden auf Kantons- und Bundesebene ein gewisser Perspektivenwechsel vollzogen hat», ist er überzeugt. Er denkt dabei etwa an neue Sichtweisen bei der Risikoabschätzung. Sobald der Kanton das Projekt absegnet, ist der Puck wieder bei den Gemeinden. Sie werden den Plan dann in Kraft setzen. Wann dies der Fall sein werde, sei schwierig abzuschätzen. Diez dazu: «Ich denke, dass wir es auf Anfang 2012 schaffen können.» Dino Dal Farra>

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