Heimiswil

Zwei Parteien für ein Halleluja

HeimiswilUnabhängige Wähler und SVP kämpfen an den Gemeinderatswahlen vom 25. November um sieben Sitze. Die Volkspartei zeigt sich zuversichtlich.

Die Strassen geben zu Reden. Es sei eine Frage des Unterhalts, meint Hannes Jörg von der SVP.

Die Strassen geben zu Reden. Es sei eine Frage des Unterhalts, meint Hannes Jörg von der SVP. Bild: Thomas Peter

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Schulen, Strassen und Steuern sind der Fokus der Unabhängigen Wähler Heimiswil (UWH). Und sie wollen den vierten Gemeinderatssitz der SVP angreifen. «Wir sind eine Gruppe von engagierten Leuten», sagt die Präsidentin der UWH Gerda Lüthi und ergänzt: «Was uns von der SVP unterscheidet, ist, dass wir uns nicht kantonalen oder gar nationalen Parteivorgaben anpassen müssen.»

So könnten sie sich voll und ganz auf das Geschehen in der Gemeinde konzentrieren. «Es gibt uns, damit die Bevölkerung bei den Wahlen überhaupt etwas zu wählen hat.» Politische Vielfalt soll gewährleistet werden. Damit meint die 45-Jährige eine Alternative zur SVP.

Zur Not die Steuern rauf

Bei den Unabhängigen Wählern steht Nachhaltigkeit im Zentrum. Die verfolgten Ziele der Partei reichten generell über eine Legislaturperiode hinaus. Da die Exekutive im Verlauf einer Amtszeit meistens ad hoc mit Problemen konfrontiert werde, würden diese verfolgten Grundgedanken ihren Gemeinderäten eine Richtung vorgeben. Wichtig sei für sie vor allem das Strassennetzwerk der Gemeinde.

«Die Strassen sind wie eine Visitenkarte.» Auf Heimiswiler Boden gebe es so viele Kilometer, da könne die Finanzierung nicht ausser Acht gelassen werden. Aufgrund der Sanierung der Turnhalle habe man keinen grossen finanziellen Spielraum, erklärt die Präsidentin der UWH. «Da muss man sich Gedanken über verschiedene Finanzierungsmöglichkeiten machen.»

Dazu gehörten nun mal auch Steuererhöhungen. Diese seien aber weit weniger gravierend als gemeinhin angenommen, meint Lüthi. Die UWH hätten nämlich eine Vortragsreihe durchgeführt und im Rahmen dieser mit einem Finanzfachreferenten Möglichkeiten diskutiert. Denn das Letzte, was man wolle, sei der zukünftigen Bevölkerung untragbare Lasten aufzuerlegen, so Lüthi.

Sie spricht damit jene an, die heute noch zur Schule gehen. «In schulpolitischen Fragen müssen wir Lösungen anstreben, die zu einer adäquaten Vorbereitung unserer Schülerinnen und Schüler auf die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Herausforderungen führen», betont Gerda Lüthi.

Diametral andere Meinung

Hannes Jörg, der Parteipräsident der SVP, sagt: «In Sachen Strassen und Steuern sehen wir die Dinge total unterschiedlich.» Es brauche nichts Neues im Moment, es sei vielmehr eine Frage des korrekten Unterhalts gewesen, erklärt Jörg. «Aber jetzt ist frischer Wind drin, der Werkhof ist kompetent besetzt.»

Man könne hier schon viel Geld reinstecken und die Steuern erhöhen, aber es sei einfach nicht nötig, sagt der Ingenieur. Für die SVP sei eine Steuererhöhung der letzte Zufluchtsort, so Jörg. Denn es stehe nach einigen Liegenschaftsverkäufen gut um die Gemeindefinanzen. Diese würden sich langsam, aber sicher vom Einschnitt, den der Bau der neuen Turnhalle verursacht habe, erholen.

Es sei eine gute Investition gewesen, denn Heimiswil habe eine angesehene Schule. Dies sei der Arbeit im Sozialbereich zu verdanken, welche die Lehrer zusammen mit der Bildungskommission ausführten. Im Bereich Schulwesen wollten sie auf das Einfluss nehmen, worauf sie überhaupt Einfluss nehmen könnten. «Wir wollen kompetente Lehrkräfte und in ferner Zukunft ein Oberstufenzentrum realisieren.»

In drei Wochen wird gewählt

Zunächst seien sie aber daran, im Rahmen der Ortsplanungsrevision eine Lösung im Fall der Lueg-Arena zu finden. Der Bundesgerichtsentscheid, nach dem die Überdachung zurückgebaut werden müsse, werde freilich durchgesetzt. Aber man arbeite an einer Lösung, mit der beide Parteien zufrieden sein könnten (wir berichteten).

«Zu 99 Prozent behalten wir die Mehrheit im Gemeinderat.» Hannes Jörg

Um in kurz- und mittelfristigen Belangen Konstanz wahren zu können, sei es für sie als Partei wichtig, die vier Sitze verteidigen zu können. Doch Jörg gibt sich gelassen: «Zu 99 Prozent behalten wir die Mehrheit im Gemeinderat.»

Welche sieben Kandidatinnen und Kandidaten den Sprung in den Gemeinderat schaffen beziehungsweise ihren Sitz verteidigen können, entscheiden die Heimiswiler Stimmbürgerinnen und Stimmbürger am 25. November. (Berner Zeitung)

Erstellt: 03.11.2018, 06:58 Uhr

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