Zurück auf dem Teppich

Langnau

Nachdem die Rechnung 2017 mit einem traumhaften Gewinn abschloss, präsentierte der Gemeinderat das Budget 2019 gestern mit Sorgenfalten: Es rechnet mit einem Verlust von einer halben Million Franken.

Gemeinderat Johann Sommer (FDP) muss schlechte News überbringen: «Wir können kein ausgeglichenes Budget vorlegen».

Gemeinderat Johann Sommer (FDP) muss schlechte News überbringen: «Wir können kein ausgeglichenes Budget vorlegen».

(Bild: Thomas Peter)

Der Gemeinderat blicke durchaus optimistisch in die Zukunft. Das wollte Gemeindepräsident Walter Sutter (SVP) gestern dann doch auch noch betont haben. Aber er sprach auch von «Herausforderungen» und davon, dass sich die Situation beim Budget 2019 weniger rosig präsentiere als damals, als der Gemeinderat die Rechnung 2017 vorstellen konnte. Diese hatte um 3 Millionen Franken besser abgeschlossen, als der Gemeinderat seinerzeit budgetiert hatte. Dies dank deutlich höherer Steuereinnahmen.

Im Voranschlag für das kommende Jahr geht der Gemeinderat nun von Anfang an von einem höheren Steuerertrag aus. Hatte er 2017 bei den juristischen Personen noch Einnahmen von rund 750 000 Franken eingesetzt, rechnet er jetzt mit rund einer halben Million Franken mehr. «Trotzdem können wir kein ausgeglichenes Budget vorlegen», sagte der für die Finanzen zuständige Gemeinderat Johann Sommer (FDP). Der Voranschlag 2019 rechnet bei einem Aufwand von 48,3 Millionen Franken mit einem Defizit von gut einer halben Million Franken. Denn die Kosten seien überproportional gestiegen, erklärte Sommer.

Mehr Personal

Laut Walter Sutter mussten in verschiedenen Bereichen der Verwaltung aufgrund einer neuen Arbeitsplatzbewertung zusätzliche Stellenprozente geschaffen werden. Auch im Sozialbereich sei der Personalaufwand gestiegen. Mit rund 300 000 Franken schlagen zudem zusätzliche Abschreibungen für die Sporthalle Oberfeld zu Buche. Bislang sei man davon ausgegangen, dass diese erst 2020 anfallen würden, aber da die Halle bereits nächstes Jahr in Betrieb genommen werde, müsse der Betrag bereits 2019 eingesetzt werden.

Trotz des budgetierten Aufwandüberschusses für 2019 präsentierte der Gemeinderat gestern kein bescheidenes Investitionsprogramm: Hatte er in der Vorperiode (2018 bis 2022) noch mit Bruttoinvestitionen von 22,6 Millionen Franken gerechnet, geht er jetzt davon aus, dass Langnau in den nächsten vier Jahren 26,87 Millionen Franken einsetzen wird.

Weitere Projekte stehen an

Nächstes Jahr sind es vorab die 4 Millionen Franken für die Sporthalle, die 1,1 Million Franken für den Ersatz der Markthalle und eine weitere Million zum Beheben von Unwetterschäden, die ins Gewicht fallen werden. In der Pipeline hat der Rat zudem etwa die Umgestaltung des Friedhofareals (1,3 Millionen) und den Ersatz der Bädlibrücke (2,3 Millionen Franken). Dafür sind die Kredite noch nicht bewilligt.

«Investitionen von über 4 Millionen Franken jährlich können nicht aus selbst erwirtschafteten Mitteln finanziert werden», hielt Sommer fest. «Sie führen demnach zu einer Erhöhung des verzinslichen Fremdkapitals.» Ende 2023 werde die Fremdverschuldung rund 35 Millionen Franken betragen. Das gab er gerade im Hinblick auf das Eigenkapital zu bedenken.

Denn dieses wird trotz der negativen Rechnungsabschlüsse, die in den nächsten ­Jahren laut Finanzplan erwartet werden, Ende 2023 immer noch knapp 11 Millionen Franken oder neun bis zehn Steuerzehntel betragen. Sommer weiss daher, dass die Idee aufkommen könnte, «man könnte über eine Steuersenkung nachdenken». Das fände er «finanzpolitisch nicht sinnvoll». Das Budget 2019 basiert weiterhin auf eine Steueranlage von 1,94 Einheiten.

Berner Zeitung

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