Wo auch die Kameradschaft zählt

Rüderswil

An den Emmentalischen Musiktagen in Rüderswil paradierten etliche Musikgesellschaften auf der festlich geschmückten Dorfstrasse. Dabei ging es nicht nur darum, im Gleichschritt zu laufen.

Viel Applaus für die Musik Frohsinn Oberburg: Sie war eine von zehn Musikgesellschaften, die am Samstag an der Marschmusikparade teilnahmen.

Viel Applaus für die Musik Frohsinn Oberburg: Sie war eine von zehn Musikgesellschaften, die am Samstag an der Marschmusikparade teilnahmen.

(Bild: Olaf Nörrenberg)

Rüderswil hat sich herausgeputzt: Häuser und die Dorfstrasse sind mit bunten Fahnen geschmückt. Nicht weniger adrett sind die Musikanten, die am Samstagabend an der Marschmusikparade teilnehmen. Sie tragen Uniformen in knalligem Rot, zartem Violett oder dezentem Grau. «Das sieht schön aus», meint eine Frau, die am Strassenrand steht.

Experten schauen genau

Doch bei der Marschmusikparade, die anlässlich der Emmentalischen Musiktage stattfindet, zählt nicht die Farbe der Kleidung, sondern die Musik. So sind nebst den zahlreichen Zuschauern, die während der Parade den Strassenrand säumen, auch Experten vor Ort. Sie bewerten die Tonqualität und beobachten mit Argusaugen, ob die Musikanten in Reih und Glied laufen. Insgesamt zehn Musikgesellschaften nehmen am Samstag an der Parade teil. Bereits hat eine Jury ihr Können beurteilt. Die Musikanten haben Vorträge in der Kirche Rüderswil gehalten.

«Die Experten besprechen die Bewertungen danach mit den Musikanten», erklärt Hans Löffel. Er ist OK-Präsident der Emmentalischen Musiktage und Mitglied der organisierenden Musikgesellschaft Rüderswil. Das Repertoire bei den Konzertvorträgen sei vielseitig: Pop, Rock, Walzer, klassische Stücke, alles werde gespielt. Doch eine Rangliste gibt es nicht. «Die Musiktage sind kein Wettbewerb, sondern eine Standortbestimmung», führt Hans Löffel aus. Zudem sei es ein Anlass , an dem die Kameradschaft gepflegt werden soll. Und eine Gelegenheit, die Schönheit der Blasmusik einem grossen Publikum vortragen zu können.

Eine Premiere

Am Samstag haben zehn und am Sonntag sieben Musikgesellschaften mit insgesamt fast 800 Aktiven am Anlass teilgenommen. An beiden Tagen standen Konzertvortäge, Marschmusikparaden sowie Auftritte des Gestamtchors auf dem Programm. Zudem unterhielten die Musikgesellschaften abwechselnd auch die Gäste im Festzelt mit musikalischen Darbietungen. «Am Freitagabend gab es sogar eine Premiere», sagt Löffel nicht ohne Stolz. Sechs Jugendmusikkorps seien durch das Dorf marschiert und hätten Marschmusik gespielt.» Seines Wissens nach habe es dies noch nie an Emmentalischen Musiktagen gegeben.

Begonnen mit der Planung des Anlasses haben Hans Löffel und sein achtköpfiges OK-Team vor rund zwei Jahren. Am Wochenende standen rund 200 Helfer im Einsatz. Nebst Mitgliedern der Musikgesellschaft und der Hornussergesellschaft Rüderswil packten auch weitere Freiwillige mit an.

Gestern Abend schätzte Landwirt Löffel die Besucherzahl auf 2000 bis 3000 Personen. «Es ist alles reibungslos gelaufen», resümiert er. Die Stimmung wie auch die Rückmeldungen der Leute seien positiv gewesen.

Berner Zeitung

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