Wo 30 neue Pflegeplätze entstehen

Bätterkinden

Ein Alterszentrum und 69 Mietwohnungen sind gegenüber dem Bahnhof Bätterkinden auf einer heute noch leeren Wiese geplant. Das ­Interesse an dem Vorhaben ist gross.

Neubauten in Bahnhofsnähe: Ein Alterszentrum (blaues Gebäude vorne rechts) und Mietwohnungen (übrige blaue Gebäude) sind geplant.

Neubauten in Bahnhofsnähe: Ein Alterszentrum (blaues Gebäude vorne rechts) und Mietwohnungen (übrige blaue Gebäude) sind geplant.

(Bild: Damian Poffet)

Regina Schneeberger

Wer in Bätterkinden alt werden will, muss sich bereits früh um seine Zukunft sorgen. Denn die Altersheimplätze sind rar. Das Zentrum Mösli in der Nachbargemeinde Utzenstorf bietet Raum für 40 Pflegeplätze und 16 Alterswohnungen. Entwickelt sich die Bevölkerung aber wie vorhergesagt, werden im Jahr 2025 in Bätterkinden, Utzenstorf, Wiler und Zielebach rund 55 Pflegeplätze fehlen. Dies zeigt die Altersplanung der Regionalkonferenz Emmental aus dem Jahr 2014.Nun soll ein neues Alterszentrum den Platzmangel entschärfen: 30 Pflegeplätze und 16 Alterswohnungen sind geplant. Gleich gegenüber dem Bahnhof soll das Zentrum zu stehen kommen.

Dies sieht zumindest das Richtprojekt vor. Dort nämlich liegen gut 1,5 Hektaren Land seit mehreren Jahren brach. Mehr als 100 Jahre war das Land in Familienbesitz und wurde landwirtschaftlich genutzt. Vor einigen Jahren wurde es dann in Bauland umgezont. «Mein Schwiegervater hat das Land noch als eiserne Reserve behalten», sagt Daniel Hug. Heute ist Grundeigentümer Hans Hubler 92 Jahre alt, und das Land verwalten seine Tochter und deren Mann. Christine Hubler und Daniel Hug wollen das Grundstück nun bebauen und teilweise verkaufen. Am Donnerstagabend stellten sie das Projekt gemeinsam mit Gemeindevertretern und Architekten der Bevölkerung vor.

69 Wohnungen sind geplant

Und dieses umfasst mehr als nur das Alterszentrum. Zusätzlich sollen sieben Wohnhäuser mit Miet- oder Eigentumswohnungen gebaut werden. 69 Zweieinhalb- bis Fünfeinhalbzimmer- Wohnungen sind vorgesehen. Drei Stockwerke hoch sollen die Gebäude sein. An der viel be­fahrenen Bahnhofstrasse werden voraussichtlich das Alterszentrum sowie zwei der Wohnhäuser stehen. An ruhigerer Lage sind dann die übrigen Wohnhäuser vorgesehen. «Unsere Bewohner bevorzugen die Zimmer, von denen sie auf eine belebte Strasse sehen», sagt Andrea Hornung von der Domicil AG.

«Unsere Bewohner bevorzugen die Zimmer, von denen sie auf eine belebte Strasse sehen.»Andrea Hornung von der Domicil AG

Das Unternehmen betreibt 20 Alterszentren in und um Bern und hat auch Interesse, das Alterszentrum in Bätterkinden zu betreiben. So ganz kann sie die Anwesenden damit aber nicht überzeugen. «Nebst den Autos hört man auch die Züge», sagt eine Votantin und befürchtet, dass es zu laut werde. «Wir sind mit den Lärmimmissionen im grünen Bereich», sagt Stefan Keller von der Rykart Architekten AG.

Der Verkehr sei weit genug entfernt, und es seien keine Zusatzmassnahmen wie eine Lärmschutzwand nötig, sagt Keller. Und auch der Mehrverkehr werde sich in Grenzen halten, meint der Architekt. Die Zufahrt zum geplanten Parkhaus soll über den Lindenweg erfolgen. 100 unterirdische Parkplätze sind dort geplant. Dazu kommen bis zu 13 oberirdische Abstellmöglichkeiten.

Bauen in zwei Phasen

Gebaut werden soll aber nicht alles auf einen Schlag. So sieht das Projekt zwei Phasen vor. In einer ersten Etappe sollen bis 2020 das Alterszentrum sowie einige der umliegenden Häuser entstehen. Diese könnten bei Bedarf auch als Alterswohnungen genutzt werden. In der zweiten Phase bis 2025 werden dann die hinteren Wohnhäuser realisiert. «Wir ­wollen mehrheitlich Mietwohnungen bauen», sagt Daniel Hug.

Die Burgergemeinde Bätterkinden habe Interesse, zwei der Häuser zu kaufen und die Wohnungen zu vermieten. Zudem würden derzeit Verhandlungen mit einer grösseren Pensionskasse laufen, die ebenfalls in Wohnhäuser investieren wolle. Das Alterszentrum hingegen würde die Domicil AG kaufen.

Auf dem heute noch freien Feld entstehen vielleicht schon bald ein Altersheim und Mietwohnungen. Thomas Peter

Bis mit dem Bau gestartet wird, dürfte aber noch etwas Zeit verstreichen. Denn vorerst handelt es sich erst um ein Richtprojekt. «Uns ist wichtig, dass wir die Bevölkerung genug früh informieren», sagt Daniel Hug. Die Planungsphase dauere jetzt noch 12 bis 18 Monate, erläutert Architekt Stefan Keller.

«An der Gemeindeversammlung wird danach über die Überbauungsordnung abgestimmt», sagt Gemeindepräsident Beat Linder. Schon jetzt scheint jedoch das Interesse an den Häusern gross. Dies zeigt der voll besetzte Saal am Informationsanlass. So meint denn auch ein älterer Mann: «Ihr informiert uns aber schon über die nächsten Schritte, bevor alle Wohnungen weg sind.»

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