Wie hoch gebaut wird, sagt der Stadtrat

Burgdorf

Das zentrums­nahe Areal der ehemaligen Wollzwirnerei Bucher soll teils überbaut werden. Damit ein achtstöckiges Haus erstellt werden kann, muss das Parlament die baurechtliche Grundordnung anpassen.

Auf dem Bucher-Areal in Burgdorf sollen in den nächsten Jahren zahlreiche Wohnungen gebaut werden.<p class='credit'>(Bild: Walter Pfäffli)</p>

Auf dem Bucher-Areal in Burgdorf sollen in den nächsten Jahren zahlreiche Wohnungen gebaut werden.

(Bild: Walter Pfäffli)

Seit Jahr und Tag stehen die Maschinen der Wollzwirnerei Bucher & Co. AG in Burgdorf still. In den ehemaligen Fabrikgebäuden sind heute eine Kleintierpraxis, ein indischer Lebensmittelladen, ein hinduistischer Tempel, eine Ballettschule, ein Karateklub sowie eine Kindertagesstätte eingemietet.

Dieser Nutzungsmix soll in den bestehenden Gebäuden erhalten bleiben. Trotzdem soll es auf diesem Areal, das mit einer Zone mit Planungspflicht (ZPP) belegt ist, zu grossen baulichen Veränderungen kommen. Federführend ist dabei die Basler Pensionskasse Stiftung Abendrot, welche die ehemalige Wollzwirnerei und damit das Bucher-Areal im Januar 2012 übernommen hat.

Der Zweck der ZPP sind laut Baudirektion «die Umnutzung des Gewerbeareals und die stadträumliche Aufwertung mittels einer verdichteten, urbanen Bebauung und eines breiten Nutzungsspektrums». Will heissen: wohnen, arbeiten, Kultur und Freizeit an einem Ort.

Segen der Denkmalpflege

Die Stiftung Abendrot habe mit verschiedenen Workshops, dem Miteinbezug der Grundeigentümer im Perimeter sowie den Nachbarn, Mietern und Behörden «ein vorbildliches Verfahren durchgeführt, welches Anerkennung verdient», betont Peter Hänsenberger, Chef der Burgdorfer Baudirektion.

Resultiert hat ein Vorprojekt, das zeigte, dass im Zentrum des Areals ein höheres Gebäude verträglich wäre. Neben einem Fachausschuss beurteilte selbst die kantonale Denkmalpflege ein Gebäude mit acht Geschossen «als angemessen». Die historische Bausub­stanz der ehemaligen Fabrik würde von diesem Bau nicht tangiert.

Doch bevor die Stiftung Abendrot ein Projekt mit Hochhaus erarbeiten und dann das Baugesuch einreichen kann, muss zuerst die baurechtliche Grundordnung geändert werden. Für diese Anpassung ist der Stadtrat (mit fakultativem Referendum) zuständig.

Am nächsten Montagabend entscheidet das Burgdorfer Parlament. Den Beschluss von Überbauungsordnungen in Zonen mit Planungspflicht fasst hingegen abschliessend der Gemeinderat. Allerdings müssen danach noch beide Dokumente vom Amt für Gemeinden und Raumordnung des Kantons genehmigt werden.

Kein Geld von der Stadt

Für Peter Hänsenberger ist das Bucher-Areal «ein wichtiger Baustein in einer funktionierenden Kleinstadt». Der Standort der alten Fabrik ist zentral und wegen seiner Lage im Bahnhofquartier sehr gut durch den öffentlichen Verkehr erschlossen.

Bleibt die Frage: Beteiligt sich die Stadt an der Planung und der neuen Nutzung der Industriebrache? Der Chef der Baudirektion verneint: «Die Arealentwicklung ist Sache der Grundeigentümer und Investoren. Der Beitrag der Stadt besteht in der unentgeltlichen Mitarbeit in solchen Verfahren und im Zurverfügungstellen der notwendigen Grundlagen.

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