Widerstand an der Automeile gegen Umfahrung

Lyssach

Vier Garagisten im Lyssach-Schachen sind anderer Meinung als die meisten Emmentaler Gewerbler: Sie sind gegen die Entlastungsstrasse. Diese hätte Umsatzeinbussen zur Folge, weil der Durchgangsverkehr abnehmen würde, befürchten sie.

Mehr als 18000 Fahrzeuge passieren täglich die Schachenstrasse in Lyssach. Die vier Garagen links und rechts der Hauptstrasse wollen dafür kämpfen, dass das auch künftig so bleibt. Denn eine viel befahrene Strasse ist gut für ihr Geschäft.

Mehr als 18000 Fahrzeuge passieren täglich die Schachenstrasse in Lyssach. Die vier Garagen links und rechts der Hauptstrasse wollen dafür kämpfen, dass das auch künftig so bleibt. Denn eine viel befahrene Strasse ist gut für ihr Geschäft.

(Bild: Thomas Peter)

Philippe Müller

Seit Jahrzehnten kämpfen die Wirtschaftsverbände für eine verbesserte Verkehrssituation im Emmental. Früher wollte man einen Autobahnzubringer bauen, heute stehen für die Verkehrssanierung Burgdorf–Oberburg– Hasle zwei Varianten zur Debatte: eine Umfahrung oder die Variante Null+..

Die Wirtschaftsvertreter sehen sich nach langer Zeit endlich kurz vor dem Ziel und weibeln für die Umfahrungsvariante. Noch bis Mitte November kann die Bevölkerung im Rahmen der öffentlichen Mitwirkung ihre Meinung zu den beiden Varianten einbringen. Es ist selbstredend, dass sich die Befürworter der neuen Strasse eine lückenlose Rückendeckung durch die zahlreichen Unternehmer erhoffen.

Werbeeffekt könnte verloren gehen

Tatsächlich dürfte die Mehrheit der Emmentaler Gewerbler die Variante Umfahrung bevorzugen (siehe Kasten). Es gibt aber auch Abweichler. Wenig Freude an einer Umfahrung, wie sie jetzt angedacht ist, haben ironischerweise die Autohändler im Lyssach-Schachen, die seit gut einem Jahr unter dem Oberbegriff Automeile Lyssach gemeinsam auftreten und eine entsprechende Webseite betreiben. Obwohl sie von Berufs wegen ein Interesse daran haben müssen, dass das Strassennetz gut ausgebaut ist und möglichst viele Autos verträgt, proben die vier Garagisten entlang der Schachenstrasse nun den Aufstand.

Die Chefs der Auto Gautschi AG, der Ghysnau-Garage AG, der Garage Michel GmbH und von Vogel’s Offroads bemängeln, dass die neue, 647 Millionen Franken teure Entlastungsstrasse den heute viel befahrenen Lyssach-Schachen umfahren würde. Sie befürchten Umsatzeinbussen, wenn weniger Autos durch den Schachen fahren. «Der Werbeeffekt ginge verloren, wenn man uns beim Vorbeifahren nicht mehr sähe», hält Fritz Remmele von der Ghysnau-Garage auf Anfrage fest. Zudem werde Kulturland verschwendet.

«Wir leben vom Durchgangsverkehr»

André Vogel von der Offroads-Garage, der letztes Jahr seinen grossen Neubau eröffnet hat, doppelt nach: «Wir sind auf den Durchgangsverkehr angewiesen. Wir leben davon.» An der Schachenstrasse gebe es bezüglich Verkehr ohnehin keine Probleme, so Vogel weiter. Er sehe hier auch keinen Handlungsbedarf – im?Gegensatz zur Stadt Burgdorf mit den Bahnübergängen.

«Ich halte weder die Umfahrung noch die Variante Null+ für eine gute Lösung.» Er werde im Rahmen der öffentlichen Mitwirkung seine Meinung kundtun. Auch die anderen drei betroffenen Garagen wollen die Gelegenheit nutzen und schriftlich intervenieren.

Mitwirkung: Bis zum 13.November können sich alle Interessierten an der öffentlichen Mitwirkung zur Verkehrssanierung beteiligen. Die Unterlagen können im Verwaltungszentrum Neumatt Burgdorf, Dunantstrasse 7b, 3.Stock, besichtigt werden. Montags und freitags von 9 bis 12 sowie von 13.30 bis 17 Uhr; mittwochs von 17 bis 20 Uhr; Samstag, 7.11., von 9 bis 12 Uhr.

Berner Zeitung

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt