Röthenbach

Weniger Schutz

RöthenbachMitarbeiter der kantonalen Denkmal­pflege überprüfen das Bauinventar. Vorerst nahmen sie die Baugruppen ins Visier.

Die Denkmalpflege geht in Röthenbach über die Bücher.

Die Denkmalpflege geht in Röthenbach über die Bücher. Bild: Marcel Bieri

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Jetzt ist das Bauinventar der Gemeinde Röthenbach an der Reihe: Mitarbeiter der kantonalen Denkmalpflege seien daran, dieses zu überarbeiten, teilt die Gemeinde mit. In einem ersten Schritt hätten sich die Fachleute der Baugruppen angenommen. Und sie kamen gemäss der Mitteilung zum Schluss, die ehemaligen Baugruppen B und C im Ortszentrum zu einer einzigen Einheit A (Dorf) zusammenzufassen. Die Häusergruppe, die bisher im Röthenbacher Inventar mit dem Buchstaben A bezeichnet ist, soll dagegen aufgelöst werden. Es handelt sich um jene auf der Rüegsegg. Das gleiche Schicksal teilt sie sich mit den Baugruppen D (Selialp) und E (Gabelspitz).

Der Gemeinderat habe den Entwurf des Bauinventares 2020 genehmigt. Die Denkmalpflege werde ihn in den nächsten Tagen im Regierungsstatthalteramt Emmental öffentlich auflegen. Erst ab dem Jahr 2021 wird in einem zweiten Schritt die Teil­revision der einzelnen Inventarobjekte erfolgen.

Ein Viertel soll verschwinden

Doch warum will die Denkmalpflege Baugruppen auflösen? Auskunft dazu gibt ein auf der Website der kantonalen Denkmalpflege abrufbarer Newsletter. Dort steht, dass über den ganzen Kanton gesehen rund 25 Prozent dieser geschützten Einheiten aus dem Inventar verschwinden sollen. Die Reduktion falle allerdings in den ver­schiedenen Gemeinden unterschiedlich stark aus. Zu Auflösungen kommt es gemäss dem Schreiben etwa, wenn Häusergruppen in Stadt- oder Dorf­zentren zusammengelegt werden, was auch den Vorteil habe, dass künftig Überschneidungen vermieden werden könnten.

Andere Baugruppen werden aufgehoben, wenn einzelne Gebäude, die von zentraler Bedeutung waren, «abgegangen» sind, wie das im Jargon der Denkmalpflege heisst. Ein solcher Abgang war etwa der Brand des Rössli im Röthenbacher Dorfzentrum.

Strengerer Massstab

Weil die Denkmalpflege auf Geheiss des Grossen Rates einen strengeren Überprüfungsmassstab anlegen muss, würden künftig auch «zahlreiche bäuerliche Ensembles, die Einzelhöfe und ­ihre Nebengebäude umfassen», nicht mehr als Baugruppen verzeichnet. Denn die Fachleute haben festgestellt, dass diese Ensembles zwar häufig gute Einzelobjekte enthalten würden. Doch ihnen fehle in der Regel «die für eine Baugruppe wichtige binnenräumliche Komponente». (pd/sgs)

Erstellt: 12.03.2018, 20:22 Uhr

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