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Wärme künftig aus der Erde

Die Stiftung Lebensart will ihre Heizung von Holzschnitzeln auf Erdwärme umrüsten. Ein Präjudiz für andere Bauherren? Holzenergie Emmental, die Holz als Heizmittel fördert, glaubt an einen Einzelfall.

Die Stiftung Lebensart will künftig auf Wärmepumpen setzen (Symbolbild).
Die Stiftung Lebensart will künftig auf Wärmepumpen setzen (Symbolbild).

Daniel Hodel, Projektleiter Arealentwicklung der Stiftung Lebensart in Bärau, bestätigt die Umrüstung von Holzschnitzeln auf Erdwärme. Gründe für die Abkehr vom Energieträger Holz gibt es für die ehemalige Heimstätte mehrere. Einer davon: Die Stiftung plant Erweiterungsbauten auf dem Areal der ehemaligen Leinenweberei Lauterburg. Vorgesehen sind dort eine Markthalle, ein Parkhaus, rund 50 Wohnungen, ein Bistro und eine neue Energiezentrale.

«Mit einer Wärmepumpe können wir ein tieferes Temperaturniveau erreichen und haben so im ganzen Verbund weniger Wärmeverlust», erklärt Hodel. Die Planer hätten sich deshalb rasch für Erdwärme aus dem Grundwasser entschieden. Zumal gleich vor Ort ein grosser Grundwasserstrom vorhanden sei und die Rechnung unter dem Strich ökologischer ausfallen werde.

Weiter müsse ebenfalls die bestehende Ölheizung auf dem Lauterburgareal ersetzt werden, weil sie nicht mehr lange betrieben werden dürfe. «Die Gebäude werden bereits in diesem Jahr pro­visorisch dem bestehenden Wärmeverbund angeschlossen», erläutert Daniel Hodel. Ein entsprechendes Baugesuch ist derzeit publiziert.

Baugesuch in zwei Jahren

Wann die neue Heizzentrale realisiert wird und welche Investitionen dazu nötig sind, ist derzeit offen. «Wir sind in der Projek­tierungsphase», sagt Hodel. Ein Baugesuch dürfte vermutlich in rund zwei Jahren folgen.

Das Vorhaben gab indes kürzlich im Langnauer Parlament zu reden. Beat Gerber (SVP) zeigte sich nicht glücklich über die Pläne. «Bislang war die Holzschnitzelheizung eine gute Lösung, mit dem Verwerten von Holz bleibt die Wertschöpfung in der Region», sagt er auf Anfrage dieser Zeitung. Zudem habe er das ­Gefühl, dass mit der geplanten Grundwasserwärmepumpe zu stark in den unterirdischen Wasserlauf eingegriffen werde. Gerber hat gegen das Konzessionsgesuch der Stiftung eine Einsprache eingereicht, ist damit beim Kanton aber abgeblitzt.

Für Thomas Müller, Geschäftsführer von Holzenergie Emmental, die Holz als Heizmittel fördert, sind die Pläne der Stiftung Lebensart mit Blick auf das weitere Emmental ein Einzelfall. «Die Holzenergie ist nach wie vor auf dem Vormarsch und im Emmental sehr gut verankert», betont er. Müller räumt aber ein: «Klar haben wir nicht Freude, wenn einer abspringt.» Zumal die Holzschnitzelheizung der Stiftung für die Holzenergie Emmental ein Vorzeigeprojekt war.

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