Vom Musical-Mekka auf die Lueg

Kommenden Mittwoch startet in der Lueg-Arena die Andrew-Lloyd-Webber-Gala mit Darstellern aus dem Londoner West End. Die englischen Künstler ­zeigten sich bei den Proben ­begeistert vom hügeligen ­Emmental.

Bei der Inter­pretation der Webber-Musicals kennen die englischen Schauspieler ­keine Schwierigkeiten.

Bei der Inter­pretation der Webber-Musicals kennen die englischen Schauspieler ­keine Schwierigkeiten.

(Bild: Olaf Nörrenberg)

Bereits von weitem sind Gesangssequenzen von bekannten Andrew-Lloyd-Webber-Musicals zu hören. Insofern ist in der ge-deckten Lueg-Arena mit der professionellen Bühneninfrastruktur derzeit nicht etwa Schwingen angesagt, sondern die leichte Muse. Konkret: Die Andrew-Lloyd-Webber-Gala steht vor der Tür.

Auf der Bühne proben an diesem schwülheissen Tag sechs professionelle Musicaldarstellerinnen und -darsteller aus dem Londoner West End. Das Wetter zeigt sich von der schönsten Seite, und die Sicht in die Weite des Emmentals ist grandios. Die Musicalcracks aus London, die am Vortag angekommen sind, scheinen sich in dieser Umgebung offensichtlich wohlzufühlen. Die Stimmung ist gelöst, es wird gewitzelt und viel gelacht.

Ihre Welt sind die Bühnen der Grossstädte.

Normalerweise singen und tanzen sie auf internationalen Bühnen. Meistens in Grossstädten. In dieser wunderschönen, hügeligen Landschaft auftreten zu können, sei «just amazing», unglaublich, werden sie später sagen.

Töne und Bewegungen sitzen

Nach dem Soundcheck werden Ausschnitte aus den insgesamt zehn Lloyd-Webber-Musicals, die an der Gala gesungen werden, geprobt. Einige davon, wie etwa «The Phantom of the Opera», «Cats», «Jesus Christ Superstar» oder «Evita», dürften inzwischen Evergreen-Status erreicht haben.

Wunderschöne, einnehmend arrangierte Melodien schweben im Raum, die Protagonisten scheinen bei der Interpretation kaum Schwierigkeiten zu kennen. Die Töne sitzen, die Bewegungen auch. Obschon die sechs zum ersten Mal gemeinsam auf der Bühne stehen, kennen sie die Musicals. Ihre Welt sind die Bühnen der Grossstädte.

Immer wieder springt der international bekannte Regisseur und Choreograf Chris Baldock auf die Bühne. Zeigt Bewegungsabläufe und gibt Anweisungen. Derweil der musikalische Leiter Michael Robinson, auch er kein Unbekannter in der internationalen Musical­szene, am schwarzen Flügel den Ton angibt.

Auch Schweizer Künstler dabei

Das Besondere an der Musical­gala dürfte sein, dass auch Schweizer Künstler, darunter vier Kinder aus der Region, auftreten werden. Unter ihnen ist auch die vierfache Schweizer Meisterin im Standardtanz, Julia Dreier aus Belp, mit ihrem neuen ukrainischen Partner Volodymyr Kasilov.

Das Besondere an der Musical­gala dürfte sein, dass auch Schweizer Künstler, darunter vier Kinder aus der Region, auftreten werden.

Mit absoluter Anmut und hohem technischen Können proben sie ebenfalls an diesem schwülheissen Tag. An unterschiedlichen Vorstellungen dabei sein werden auch Francine Jordi, Michael von der Heide, Fabienne Louves, der Grindelwalder Sänger Daniel Kandelbauer, Gunvor, sowie der Berner Tenor und Musicaldarsteller Markus Müller.

Letztgenannter ist Produktionsleiter des Anlasses und zusammen mit dem Eventorganisator Maik Ast sowie dem Veranstalter Jörg Moser Initiant der Webber Gala. Im vergangenen Sommer brachte er eine berndeutsche Fassung von Rossinis «Il barbiere di Siviglia» in der Lueg-Arena zur Aufführung.

Des Lobes voll

Während einer Probenpause zeigen sich Chris Baldock, Michael Robinson, Francesca Ellis, Sara-Louisa Parry, Davis Habbin, Keiron Crook, Tom Pearce sowie Beverley Worboys begeistert von ihrem Auftrittsort inmitten des hügeligen Emmentals. Ganz besonders wegen der wunderschönen Bühnenaussicht: Auf diese Weise aufzutreten, sei etwas ganz Neues und Bereicherndes, sagen sie unisono.

Die Belper Tänzerin Julia Dreier probt mit ihrem ukrainischen Partner Volodymyr Kasilov. Bild: Olaf Nörrenberg

Besonders gespannt sind sie auf die Schweizer Künstler, die sie bis anhin nicht kannten. Sara-Louise Parker und Beverley Worboys traten bereits auf hiesigen Bühnen auf, für die anderen ist die Schweiz in künstlerischer Hinsicht Neuland.

Markus Müller und Maik Ast war es ein zentrales Anliegen, eine grosse und professionelle Musicalproduktion weg von den Bühnen in den Grossstädten auch einmal in die ländliche Region zu bringen. Und da liegt es auf der Hand, eine Produktion aus dem Musical-Mekka London aufzuführen. In England sei das Musical, so die Londoner West-End-Künstler, in allen Gesellschaftsschichten äusserst beliebt und dementsprechend gut besucht.

Infos zu Aufführungsdaten und ­Tickets: www.luegarena.ch

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