Burgdorf

Vier Jahreszeiten bis zur Eröffnung

BurgdorfJetzt beginnen die Bauarbeiten beim Franz-Gertsch-Museum. Im März 2019 soll der Erweiterungsbau eröffnet werden. Ein Jahr später als ursprünglich geplant – und mit ganz neuer Form.

<b>Willy Michel (links)</b> beim Spatenstich. Maria Gertsch-Meer und Franz Gertsch sitzen dort, wo dereinst der Neubau stehen soll.

Willy Michel (links) beim Spatenstich. Maria Gertsch-Meer und Franz Gertsch sitzen dort, wo dereinst der Neubau stehen soll. Bild: Thomas Peter

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Der Bagger steht bereit, die Baufläche zwischen Platanenstrasse und Lyssachstrasse liegt brach, die Sitzklötze wurden entfernt, die Bäume gerodet. Nun kann der Spatenstich zum Erweiterungsbau des Franz-Gertsch-Museums endlich erfolgen. Zu jenem Bau, der künftig Raum für den Jahreszeiten-Zyklus bieten soll. Zum offiziellen Akt erscheint dessen Schaffer Franz Gertsch mit seiner Frau Maria Gertsch-Meer.

Und auch Mäzen Willy Michel ist zugegen an diesem Freitagvormittag. «Es war kein direkter Weg, aber jetzt können wir den Grundstein legen», sagt Michel. Und spielt damit auf das Bewilligungsverfahren an. Wäre es gelaufen wie geplant, würde der Erweiterungsbau nämlich heute bereits eröffnet. Doch Einsprachen aus der Nachbarschaft machten den Zeitplan zunichte.

Sowohl gegen die Änderung der Überbauungsordnung wie auch gegen das Baugesuch gab es Widerstand. Wesentliche Punkte waren der Abstand zwischen Bau und Strasse sowie eine Mauer am Strassenrand, die zum Verweilen hätte einladen sollen. Inzwischen konnte man sich einigen. Es werde weniger nahe an die Strasse gebaut und auf die Sitz-Mauer werde verzichtet, so Museumsleiter Arno Stein.

Nach wie vor ist aber ein Bau, dessen Umriss einer Pyramide ähnelt, geplant. Vorwiegend unterirdisch werden ein Vor- und ein Ausstellungsraum mit einer Fläche von 300 Quadratmetern und einer Höhe von gut fünf Metern entstehen. Der Museumsbetrieb soll von den Bauarbeiten vorerst unberührt bleiben. Erst im Januar und Februar 2019 werden die Ausstellungen voraussichtlich vorübergehend geschlossen.

Diverse Einschnitte

Die Form des Neubaus hat sich seit Anfang der Planungsphase augenscheinlich verändert. Statt einer abgeschnittenen Pyramide mit flachem Dach sind nun diverse Einschnitte geplant wie bei einem Relief. «Der Erweiterungsbau widerspiegelt die Jahreszeiten auch von aussen», sagt Architekt Martin Sturm.

Das Relief am Dach widerspiegelt den Sonnenstand. Foto: www.rione.ch/PD

Eine Schräge beispielsweise ist genau so ausgerichtet, dass sie nur am 21. Dezember, also dem kürzesten Tag des Jahres, im Schatten liegt. An einer anderen Fläche können Sommer- und Winteranfang abgelesen werden.

Im Winter wird sie im Schatten abtauchen und erst im Sommer wieder der Sonne ausgesetzt sein. Minutiöse Berechnungen des Sonnenstands mussten einbezogen werden. Das habe das ganze Planungsteam gefordert, sagt der Architekt. «Würden wir die Aussenwände flach machen, hätten wir es wahrscheinlich leichter gehabt», merkt er trocken an.

Vier Jahreszeiten werden verstreichen, bis der Neubau fertig ist. Am 8. März 2019 soll die Eröffnung gefeiert werden. Kein zufälliges Datum: An diesem Tag wird Franz Gertsch 89 Jahre alt. (Berner Zeitung)

Erstellt: 09.03.2018, 20:13 Uhr

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