Sumiswald

Viel Geld in die Hand genommen

Sumiswald Die Hinterarnialp AG hat sich für die Zukunft gerüstet und in ihre Land­wirtschaftsbetriebe mit den Bewirtschaftern 2,5 Millionen Franken für Wohnungs­sanierungen und Neubauten investiert.

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Margrit Wymann kommt mit dem Motorrad um die Kurve. Die junge Bäuerin ist oft mit dem geländegängigen Töff auf den steilen und mit Schlaglöchern versehenen Kieswegen um den Hof Rindergrat hoch über Wasen in der Gemeinde Sumiswald unterwegs. Gesten Vormittag kommt sie ge­rade rechtzeitig, als der Besuch eintrifft.

Die 170 Aktionäre der Alpgesellschaft eingeladen hat Hansruedi Tanner, Präsident der Hinterarnialp AG, um deren neuste Investitionen eins zu eins aufzuzeigen. Margrit Wymann führt die Gäste in die neue Wohnstube und Küche. «Früher wurde es bei Starkregen in einem der Zimmer nass», sagt sie, die gemeinsam mit ihrem Mann Patrick seit kurzem in fünfter Generation als Hirten den Betrieb weiterführt.

«Die Platzver­hältnisse wurden einfach zu eng.»Jürg Reist, Wirt

Rund 450'000 Franken hat die Hinterarnialp AG letztes Jahr in den Wohnungsneubau investiert. Auch auf dem Hof Vorderried, den die Familie von Daniel Jutzi seit 1967 als Hirten bewirtschaftet, hat die Alpgesellschaft für die Zukunft vorgesorgt und ebenso die Wohnung für 450'000 Franken komplett saniert. «Wenn sich Familien über Generationen dazu entscheiden zu bleiben, müssen wir dazu auch Sorge tragen», begründet Präsident Tanner.

Neubau auf Hinterarni

Ins Zeug gelegt hat sich die AG ebenso auf Hinterarni und für 1,5 Millionen Franken gemeinsam mit der Bewirtschafterfamilie Susanne und Jürg Reist ein neues Wohnhaus und einen Wagenschopf mit Fotovoltaikanlage realisiert. Die Kosten für das Wohnhaus und die Sonnenkollektoren haben die Bewirtschafter selbst übernommen, während die Hinterarnialp AG für den Wagenschof und die Schnitzelheizung aufgekommen ist.

Auf Hinterarni entstanden ist ein Wohnhaus mit grosszügiger Bewirtschafter- und einer Zweitwohnung. «Wir sind sehr glücklich, konnten wir dies realisieren», sagt Jürg Reist, dessen Familie seit 1913 auf Hinter­arni lebt und dort eine Gastwirtschaft im Nebenerwerb betreibt.

«Mit den zunehmenden Auf­lagen und der steigenden Anzahl Gäste wurden die Platzverhältnisse einfach eng», sagt Jürg Reist, der dank der neuen Fotovoltaikanlage zwei Drittel des Strom­verbrauchs selber produzieren kann.

Zudem hat die AG weiter 80 000 Franken zur Verbesserung des steilen Wegnetzes investiert. Geplant wurden die Bauten von Matthias Krall, Techniker der Krall Holzbau GmbH aus Sumiswald. «Wir haben ausschliesslich Holz aus den umliegenden Wäldern verwendet», sagt er.

Die Hinterarnialp AG wurde im Jahr 1863 von 35 Oberaargauern in Herzogenbuchsee gegründet. Zuvor hatte die Ober­aargauische Gesellschaft für Viehzucht die Hinterarnialpen für 130 000 Franken gekauft.

Die Anzahl Aktien ist über die Jahre konstant geblieben. Heute besitzen 170 Personen 300 Anteilscheine. Sieben Hirtschaften unterhalten dabei 193 Hektaren Wald und 235 Hektaren Weideland. Nebst den eigenen Tieren sömmern die Hirten jeweils insgesamt 430 Rinder. (Berner Zeitung)

Erstellt: 05.10.2018, 18:02 Uhr

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