Langnau

Und sie tanzen einen Tango

LangnauDie Primarschule Langnau nimmt heuer am Projekt «Dancing Classrooms» teil. Die Fünft- und Sechstklässler werden das Erlernte vor Weihnachten in einer Vorstellung darbieten.

Die Ladies und Gentlemen üben den Tanzschritt Skorpion.

Die Ladies und Gentlemen üben den Tanzschritt Skorpion. Bild: Thomas Peter

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Energisch schreitet sie zur Mitte des Kreises, den linken Arm ausgestreckt, der rechte ragt in die Höhe, das Gesicht ernst:«Pro-me-na-de – Zack!» – Kichern. Die Tanzlehrerin Emilie Müller zeigt den Schülern den, wie sie ihn nennt, «dramatischsten Schritt des Tangos» vor. In der Promenade vor und im Skorpion zurück.

Das beschämte Kichern der Schulkinder geht schnell in Konzentration über, jetzt sind sie am Zug. Immer eine Lady und ein Gentleman, so werden die Kinder im Rahmen des Projekts «Dancing Classrooms» genannt, begeben sich in Tanzposition. Wer keinen Partner hat, tanzt allein.

Berühmter Urheber

Das Projekt stammt ursprünglich aus den Vereinigten Staaten, aus New York genauer gesagt. «Die weltberühmten Gesellschaftstänzer Pierre Dulaine und Yvonne Marceau» hätten dieses 1994 gegründet, steht im Communiqué von «Dancing Classrooms Deutschschweiz». Seit Oktober 2010 hätten bereits über 250 Deutschschweizer Klassen am Projekt teilgenommen.

«Die Kinder lernen in den Tanzstunden, eine elegante und offene Haltung einzunehmen», sagt Emilie Müller. Das Ziel des Gründers Pierre Dulaine sei es gewesen, Kindern mithilfe von Tanz Halt zu geben, wie er ihm Halt gegeben habe, und ihnen dabei Respekt dem anderen Geschlecht gegenüber beizubringen. Dulaines Arbeit mit Kindern wurde im Film: «Take the Lead», mit Antonio Banderas in der Hauptrolle, verfilmt.

Immer in Bewegung

«Unser Motto dieses Jahr ist ‹Bewegung›», sagt Corina Robbi, die Schulleiterin der Schule Höheweg in Langnau. Somit passe «Dancing Classrooms» bestens ins Programm der Fünft- und Sechstklässler. Robbi, die selbst passionierte Tänzerin ist, tanzt an diesem Morgen begeistert mit den Schülern mit. «In dieser Klasse gibt es nicht gleich viele Ladys wie Gentlemen, also springe ich ein.» Nebst dem Tango, den die Kinder an diesem Morgen neu kennen lernen, stehen noch sechs andere Gesellschaftstänze und zwei Linedances auf dem Programm. Die Polka, den Foxtrott, Merengue und Rumba kennen sie bereits. Swing und Walzer stehen noch aus. Die Kinder selbst sind angetan von den Tanzstunden, machen emsig mit. Am Anfang habe es ihm nicht so gefallen, meint ein Junge, wegen den Mädchen, doch jetzt mache er es gerne.

Auf den grössten Anklang stösst bei den Ladys und Gentlemen der Linedance Stomp. In vier Reihen stehen die Schüler hintereinander aufgereiht. Zu rassiger Musik tanzen sie nach rechts, links, treten vor und zurück. Stopp, «Jazzhands». Und weiter, alle tanzen im Takt. Frau Müller tanzt vor, die Kinder ihr nach. Nicht nur die Kinder scheinen den Stomp zu mögen. Auch Evelin Putscher, die Klassenlehrerin, macht mit.

Sie habe eine sehr aktive Klasse, die zwei wöchentlichen Tanzstunden täten den Schülern gut, sie seien angenehmer im Unterricht, ruhiger. Doch auch im zwischenmenschlichen Bereich habe sich einiges getan: «Die Mädchen und Jungen sind viel respektvoller im Umgang miteinander, seit sie tanzen.» Hiervon ist auch Emilie Müller überzeugt. «Dadurch, dass wir immer die Partner wechseln, kann es auch nicht zu Grüppchenbildung kommen. Jede tanzt mit jedem.»

«Die Mädchen und Jungen sind viel respektvoller im Umgang miteinander, seit sie tanzen.»Evelin Putscher, Klassenlehrerin

Der grosse Abend

Die Stunde ist vorbei. Ladys und Gentlemen stehen in Zweier- und Dreierreihen ein, Musik spielt. Sie drehen eine Runde und verlassen fröhlich das Probelokal in der Aula. Sieben von zwanzig Übungslektionen sind vorbei. Die wöchentlichen Tanzstunden haben aber nicht nur einen pädagogischen Zweck. In sechs Wochen werden die Schüler ihren grossen Auftritt haben und vor Eltern, Grosseltern sowie Verwandten das Gelernte darbieten. Bis dahin wird noch viel getanzt werden. (Berner Zeitung)

Erstellt: 07.11.2018, 11:06 Uhr

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