Dürrenroth

Über Nacht berühmt

Dürrenroth Mit Mundartballaden legte Isabelle Rettenmund mit ihrer Band Härz einen Senkrechtstart hin. Seit einem Auftritt im Schweizer Fernsehen hört der Trubel nicht mehr auf.

Isabelle Rettenmund ist ein Familienmensch.

Isabelle Rettenmund ist ein Familienmensch. Bild: Olaf Nörrenberg

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«Ich bin froh, dass ich die Zügel jemandem in die Hand geben kann, dem ich vertraue», sagt Isabelle Rettenmund aus Dürrenroth. Denn die Unterstufenlehrerin bewegt sich im Moment in einer für sie noch ungewohnten Welt.

Sie ist Teil der Gesangsgruppe Härz, die Anfang Mai ihr erstes Album veröffentlichte. Durch einen Auftritt in der Fernsehsendung «Happy Day» erreichte das Lied «Aifachi Liabi» ein schweizweites Publikum.

Das Album der sechs Frauen verkaufte sich über fünftausend Mal. «Innerhalb von drei Tagen haben wir mehr CDs verkauft als die gesamten Top 10 der Schweizer Albumcharts – ein krasser Senkrechtstart», erklärt Managerin Yael Jundt von der Hitmill 360 AG aus Zürich.

Dass Isabelle Rettenmund seither nicht das erste Interview gibt, ist ihr anzumerken: Sie wirkt locker und hält auf jede Frage die passende Antwort bereit. Und auch die Social Media-Kanäle werden von ihrer Managerin laufend gefüttert.

Doch die zweifache Mutter hält fest: «Mein Ziel ist es nicht, jeden Tag in einer Zeitung erwähnt zu werden, aber ich begeistere sehr gerne Menschen für unsere Musik.»

Auswahlkriterium: Mutter

Isabelle Rettenmund hat bereits als Kleinkind viel gesungen, eine Gesangsausbildung hat sie jedoch nicht. Seit zehn Jahren ist sie zudem Sängerin der Rock- und Countryband Chicks and Roosters. «Bei den Liveauftritten mit meiner Band trage ich jeweils schwarze Lederhosen und hohe Heels», sagt die Emmentalerin.

Dass sie sich mit den Mundartpopballaden nun in einem ganz anderen Genre bewege, gebe ihr die Gelegenheit, eine andere Facette von sich preiszugeben. Sofort habe sie das Projekt überzeugt, für welches sie von den Produzenten angefragt wurde. «Ich finde die Idee super: Sechs Mamis, die zusammen Musik ­machen.»

Denn in der Schweizer Musikbranche gebe es kaum Sängerinnen, die Kinder haben. Oft würden Mütter ihre persönliche Leidenschaft langfristig zugunsten der Familie zurückstecken. «Unsere Musik ist für Mamis, aber auch sonst für Leute, die voll im Leben stehen.» Die Liedtexte handeln von Liebe, Kindererziehung und auch von den Schwierigkeiten des Mutterseins. «Wir wollen nicht nur die heile Welt darstellen.»

Das pure Gegenteil

Im Lied «Ohni Di», das die Pro-duzenten für Isabelle Rettenmund geschrieben haben, übernimmt sie die Leadstimme. «Es ist eine Liebeserklärung an meinen Mann, mit dem ich seit zehn Jahren verheiratet bin.»

Und auch mit den anderen Liedern könne sie sich identifizieren, erklärt Isabelle Rettenmund, die auch schon eigene Songtexte für ihre Rockband geschrieben hat. Diese seien «das pure Gegenteil» zu den Härz-Texten. «Ehrlich gesagt, weiss ich noch gar nicht, was meine Kollegen von Chicks and Roosters von den Härz-Songs halten», sagt die Sängerin und lächelt.

Doch sie ist überzeugt, dass die Männer sich für sie freuen und dass sie noch ein ehrliches Feedback erhalten wird. «Das sind schliesslich alles gestandene Männer.»

Aufgeben will sie nichts

Isabelle Rettenmund will künftig «beide Facetten der Musik geniessen». Ihr Anstellungspensum wird sie jedoch im nächsten Schuljahr leicht reduzieren. Aktuell arbeitet sie noch einen Tag pro Woche im Schulhaus Lützel-flüh. Denn ihr Motto lautet: «Family first».

Glücklicherweise werde sie von der ganzen Familie unterstützt: «Mein Mann ist mein grösster Fan und kümmert sich um die Kinder, wenn ich unterwegs bin.» Und auch die Tochter kennt jedes Lied aus-wendig und singt mit. Doch der Medienrummel ist für die Kinder ebenfalls neu: Die 7-Jährige Riana und der 5-Jährige Levin werden bereits jetzt öfter von Schulkameraden auf ihre Mutter angesprochen.

«Ich selbst werde noch kaum von fremden Leuten auf der Strasse angesprochen», sagt sie. Über die Videos von Kindern, die Lieder von Härz singen, freue sie sich jedoch täglich aufs Neue.

(Berner Zeitung)

Erstellt: 15.05.2018, 07:20 Uhr

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