SVP kritisiert Betonquader

Burgdorf

Die Betonquader an der Kreuzung Lochbachstrasse/ Brunnmattstrasse in Burgdorf wurden zum Schutz der Fussgänger aufgestellt. Für die SVP-Fraktion im Stadtrat ist die Situation trotzdem unbefriedigend.

Die massiven Blöcke wurden bereits verschoben, doch noch immer geben sie Anlass zu Fragen im Parlament. Foto: Beat Mathys

Die massiven Blöcke wurden bereits verschoben, doch noch immer geben sie Anlass zu Fragen im Parlament. Foto: Beat Mathys

Diametral gehen die Meinungen fast immer auseinander, wenn es um die Frage geht, wie Fussgänger und Velofahrer vor motorisiertem Verkehr geschützt werden können. Ist die Signalisation einer Tempo-30-Zone ausreichend, oder sind zusätzlich bauliche Massnahmen wie Schwellen, Fahrbahnverengungen, Blumenkisten oder Betonquader nötig?

Für die SVP-Fraktion im Burgdorfer Parlament ist klar, dass die Stadt mit ihren Massnahmen bei der Kreuzung Brunnmattstrasse/Lochmattstrasse über das Ziel hinausgeschossen ist. In der Kritik steht primär die Anordnung von Betonquadern im unmittelbaren Kreuzungsbereich. Wissen will die Partei zudem, warum die Blöcke nicht mit Reflektoren versehen sind. 

«Das sichere Kreuzen zwischen Linienbus und Personenwagen ist unmöglich. Es kommt regelmässig zu Behinderungen und gefährlichen Situationen», schreibt die SVP in einer an den Gemeinderat gerichteten Interpellation. Die Folge seien Bagatellunfälle, Blechschäden und verletzte Velofahrer.

An gewissen Stellen müssten Velofahrer absteigen und zu ihrer Sicherheit zwischen die Betonklötze stehen, wenn ein Linienbus entgegenkomme. «Der Kurvenradius ist so eng, dass Velo- und Mofafahrer gefährdet sind, wenn sie mit einem grossen Lastwagen kreuzen», sagt SVP-Fraktionschef Daniel Beck auf Anfrage.

Dass etliche der Quader beschädigt seien, zeige, dass sie insbesondere von Sattelschleppern touchiert würden. Da an dieser Stelle Tempo 30 signalisiert sei, mache es keinen Sinn, «die Strasse noch zusätzlich zu verbarrikadieren».

Gemäss Aussagen eines Anwohners hätten Chauffeure beim Zu- und Wegfahren zu den Firmen Robe Backwaren und Ypsomed immer mal wieder Schwierigkeiten, die Kurve zu kriegen. Kritisch merkt die SVP dazu an: «Sehr oft werden heute  bei Sanierungen auch kostentreibende Massnahmen realisiert, die vielfach nicht zu mehr Sicherheit führen, sondern zu Behinderungen, vor allem für den Schwerverkehr.»

Der parlamentarische Vorstoss ist nicht primär auf Erfahrungen von Fraktionsmitgliedern zurückzuführen. «Quartierbewohner sind an uns gelangt und haben uns gebeten, Abklärungen durchzuführen», erklärt Beck. Ein Augenschein vor Ort zeigt, dass es tatsächlich ratsam ist, dem 462er-Bus den Vortritt zu lassen, wenn dieser die Kreuzung passiert.

Noch hat der Gemeinderat die Interpellation nicht beantwortet. Peter Hänsenberger, bis Ende 2018 Leiter der Baudirektion, sagte jedoch, die Betonquader seien schon vor einem Jahr um einen halben Meter zurückversetzt worden.

Doch selbst wenn sie am Fahrbahnrand stünden, würden die Elemente von der sogenannten Schleppkurve nicht tangiert. Die Anordnung entspreche den Normen. Die Stadt habe mit Vertretern von Ypsomed und Robe das Gespräch gesucht und diesen aufgezeigt, dass die Schleppkurve alltagstauglich sei.

Berner Zeitung

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