Sutter will nicht nur in der SVP punkten

Langnau

Jetzt ist klar, mit wem die SVP das Gemeindepräsidium zurückerobern will. Aber es ist noch nicht klar, ob die anderen bürgerlichen ­Parteien, die BDP und die FDP, Walter Sutter unterstützen werden.

Auf Walter Sutters Schultern lasten nun die Hoffnungen der SVP Langnau. Mitbewerber Bernhard Gerber (rechts) gratuliert.

Auf Walter Sutters Schultern lasten nun die Hoffnungen der SVP Langnau. Mitbewerber Bernhard Gerber (rechts) gratuliert.

(Bild: Daniel Fuchs)

Susanne Graf

24 Jahre liess die SVP Bernhard Antener gewähren. Denn der SP-Mann machte auch in ihren Augen «einen guten Job», wie an der Hauptversammlung mehrmals betont wurde. «Aber jetzt ist es Zeit, dass wieder jemand von der SVP auf den Thron sitzt», fand Präsident Peter Schenk.

Mit seiner Kandidatur stünden die Chancen, dass dies gelingen könnte, ziemlich gut, sagte Walter Sutter vor den SVP-Mitgliedern. Woher nahm er die Zu­versicht für diese nicht gerade ­bescheidene Aussage? Verschiedene Rückmeldungen aus der Bevölkerung hätten ihn auf Unterstützung auch von ausserhalb der SVP hoffen lassen, sagte Sutter gestern, am Tag nach seiner Nomination.

«Jetzt ist es Zeit, dass wieder jemand von der SVP auf den Thron sitzt.»SVP-Präsident Peter Schenk

«Das zeigten auch die Wahlresultate vergangener Jahre.» Die Mehrheit der 42 anwesenden SVP-Mitglieder hatte ihm am Montagabend geglaubt. Mit 21 Stimmen ernannten sie Sutter mit deutlichem Vorsprung vor seinen Mitbewerbern Beat Gerber (11 Stimmen) und Bernhard Gerber (8) zum offiziellen SVP-Kandidaten für das Gemeindepräsidium.

Sutter im Sinne der FDP?

Der FDP müsste Sutter genehm sein. Denn im Anschluss an die Vorstellungsrunde entlockte ein SVP-Mitglied den drei Kandidaten ein Votum zu einem Projekt, das auch die neu zusammengesetzte Exekutive noch beschäftigen wird. Er wollte wissen, wie die Männer das Problem lösen würden, wenn sich zeigen sollte, dass der Bau der Sporthalle für die Gemeindefinanzen doch nicht tragbar wäre.

Beat Gerber sagte, im schlimmsten Fall müsste «die Übung halt abgebrochen werden». Davon wollte Bernhard Gerber nichts wissen, schliesslich habe das Volk deutlich zugestimmt. Die Realisierung würde höchstens hinausgezögert. «Wir brauchen die Sporthalle», sagte auch Walter Sutter.

Im Moment deute auch nichts darauf hin, dass das Geld nicht reichen würde. Sollte es doch so weit kommen, könnte sich Sutter aber auch vorstellen, einen einfacheren als den bewilligten Bau zu realisieren. Er sprach von einer «Blechhütte, in der man turnen könnte».

Das müsste der FDP gefallen, hatte sie den Sporthallenkredit doch genau mit dem Hinweis auf günstigere Bauweisen bekämpft. Gestern mochte sich FDP-Präsident Toni Rösli allerdings noch nicht festlegen. Er zeigte sich zwar wenig überrascht, dass Walter Sutter nominiert wurde.

Er sei in der Gemeinde schon länger politisch aktiv, sei bekannt und verfüge auch durch seine Mitgliedschaft im Grossen Rat über eine gute Ausgangslage. «Ich gebe ihm eine Chance, dass er das Rennen machen könnte», sagte Rösli.

Die Mitte hofft noch

Ob Sutter aber mit der offiziellen Unterstützung der FDP rechnen kann, müsse erst noch partei­intern besprochen werden. Schliesslich sei auch nicht aus­geschlossen, dass aus der Mitte «noch etwas» kommen könnte.

Sicher ist, dass die EVP einen Kandidaten aufstellen will. Aber auch die BDP «hat die letzten Hoffnungen auf eine Kandidatur aus der Mitte noch nicht ganz ­begraben», sagte ihr Präsident Hansueli Hofmann am Dienstag. Die SVP habe die Suche zwar erheblich erschwert, indem sie nicht bereit gewesen sei, die Rahmenbedingungen für das Gemeindepräsidium zu verbessern.

Zusammen mit FDP, EVP und GLP hat die BDP im Grossen Gemeinderat dieses Jahr mit einer Motion für eine bessere Entschädigung gekämpft. Hansueli Hofmann wandelte das Anliegen dann in ein ­weniger verbindliches Postulat um, als er den Gegenwind der SVP spürte. Als solches wurde es im Parlament überwiesen. Aber das hilft nun offenbar wenig, wenn es darum geht, jemanden für das Gemeindepräsidium zu begeistern, «der im Beruf eine interessante Stellung innehat», wie Hofmann sagte.

Noch lässt sich die BDP keine Meinung zum SVP-Kandidaten entlocken. «Wir müssen auch noch abwarten, was die SP macht», sagte Hofmann. Diese wird am 2. März entscheiden, ob sie Gemeinderätin Renate Strahm oder Baukommissionsmitglied Niklaus Müller ins Rennen schicken soll.

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