Sumiswald setzt auf Private bei Unterbringung von Flüchtlingen

Sumiswald

Die Gemeinde Sumiswald verfügt, laut Gemeinderat, über keine Liegenschaften oder Zivilschutzanlagen, die sich für eine Unterbringung von Flüchtlingen eignen. Der Rat will aber Privaten bei der Aufnahme von Flüchtlingen helfen.

Wer zieht ins Schloss Sumiswald? Die Gemeinde hat das Schloss zur Vermeitung ausgeschrieben.

Wer zieht ins Schloss Sumiswald? Die Gemeinde hat das Schloss zur Vermeitung ausgeschrieben.

(Bild: Andreas Marbot)

Susanne Graf

Wie andere Gemeinden im Kanton befasst sich auch Sumiswald derzeit mit der Frage, wo und wie im Ort allenfalls Asylsuchende untergebracht werden können. Dabei setzt die Gemeinde vor allem auf private Initiative. Nun schreibt sie aber auch das Schloss Sumiswald zur Vermietung aus. Im Schloss ist derzeit noch ein Pflegeheim untergebracht, das im Frühling in einen Neubau umzieht. Damit wird der «Spittel» bald leer stehen.

Eigentlich sollte in dem historischen Gemäuer, das der Gemeinde Sumiswald gehört, ein Musik- und Begegnungszentrum entstehen. Doch das Projekt ist noch nicht spruchreif. Zunächst sah es danach aus, dass das nahe Sport- und Seminarzentrum Forum das Schloss zwischennutzen könnte. Doch daraus wurde nichts.

Frage nach Asylunterkunft steht im Raum

Nun sucht die Gemeinde Mieter für Zwischennutzungen. Angesichts der aktuellen Flüchtlingsproblematik steht die Frage im Raum, ob der «Spittel» vorübergehend als Asylunterkunft genutzt werden kann.

Die Gemeinde werde das bald leerstehende Schloss nicht aktiv Bund oder Kanton für die Unterbringung von Flüchtlingen anbieten, sondern es auf dem Markt zur Vermietung ausschreiben, sagte Gemeindepräsident Christian Waber am Dienstag auf Anfrage zu einer Medienmitteilung des Gemeinderates.

«Wir wollen sehen, wie verschiedene Interessengruppen auf die Ausschreibung reagieren», führte der Gemeindepräsident aus. Melden könnten sich alle Interessierten. Nach einer Evaluation soll sich auch die Bevölkerung äussern können.

Sollten sich Interessenten melden, die dort Flüchtlinge unterbringen wollen, müsste laut Waber zunächst geprüft werden, ob dies in dem Gebäude möglich wäre, führte Waber aus.

Privater Goodwill

Der Sumiswalder Gemeinderat befasste sich am Montagabend mit Fragen der Flüchtlingsunterbringung. Die Gemeinde verfügt laut Waber über keine Liegenschaften, wie etwa Zivilschutzanlagen, die sich für eine Unterbringung von Flüchtlingen eignen würden.

Stattdessen setzt die Gemeinde auf den Goodwill der Bevölkerung und will Privatpersonen behilflich sein, die Flüchtlinge bei sich aufnehmen möchten. Die Gemeindeverwaltung werde dabei als Anlaufstelle bei Fragen und Anliegen dienen, schreibt der Gemeinderat in einer Mitteilung. Anfragen von Privaten liegen laut Waber bereits vor.

Berner Zeitung

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