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Steuern gehen rauf

Die Gemeinde erhöht den Steuerfuss von 1,5 auf 1,6 Einheiten. Und: Die Amtszeitbeschränkung für Behördenmitglieder wird aufgehoben.

In Zukunft soll es für den Gemeinderat Wiler keine Amtszeitbeschränkung mehr geben.
In Zukunft soll es für den Gemeinderat Wiler keine Amtszeitbeschränkung mehr geben.
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Für Markus Schütte war es die letzte Gemeindeversammlung, an der er am Ratstisch sass. Der Gemeindepräsident von Wiler tritt auf Ende Jahr zurück. Sein Nachfolger wird Christoph Jutzi.

Dass der scheidende Präsident und seine Ratskollegen ausgerechnet eine Steuererhöhung beantragen mussten, schien ihnen niemand übel zu nehmen. Die 42 anwesenden Stimmberechtigten (rund 6 Prozent) nahmen sie ohne Murren bei nur einer Enthaltung an.Das Budget 2017 sieht bei einem Aufwand von 4 Millionen Franken ein Defizit von rund 164 000 Franken vor. Erhöht werden müssen die Steuern von 1,5 auf 1,6 Einheiten.

Einer der Hauptgründe ist laut Gemeinderat Roland Aeberhard der die Gemeindekasse stark belastende Finanz- und Lastenausgleich. 2008 hatte der Souverän zugestimmt, die Steueranlage von 1,65 erst auf 1,55 und im Folgejahr auf 1,5 zu senken. Die Defizite nahm man bewusst in Kauf, um das hohe Eigenkapital abzubauen.

Dieses schmilzt nun dahin, wird aber bald wieder um voraussichtlich 800 000 Franken aufgespritzt – mit dem Buchgewinn aus dem Landverkauf der Vorholzmatt. Die lange wegen einer Einsprache blockierte Überbauung kann nun endlich angepackt werden.

Der Kaufvertrag für die ersten drei Einfamilienhausparzellen wird jetzt unterschrieben. Doch der Buchgewinn allein nützt nichts. «Wir müssen handeln, damit wir Luft haben. Wirklich beurteilen können wir die Lage erst in zwei Jahren, wenn die grossen Bautätigkeiten mehr oder weniger abgeschlossen sind», sagte Aeberhard.

Er meinte nicht nur die Überbauung Vorholzmatt, sondern auch jene im Hofgut, wo die ersten Doppelhäuser schon bezogen sind. 2017 rechnet der Gemeinderat mit rund 950 Einwohnern und hofft bald schon die Grenze von 1000 Einwohnern zu knacken.

Aufhebung der Amtszeitbeschränkung

Zu reden gab die vom Ge­meinderat beantragte Aufhebung der Amtszeitbeschränkung. Bisher war diese für Gemeinderäte und Kommissionsmitglieder auf zwölf Jahre festgesetzt gewesen. Es werde mit jeder Legislatur schwieriger, die Behördensitze zu besetzen, begründete Markus Schütte den Entscheid.

Ein Votant aber war der Meinung, dass die Beschränkung nötig sei: Sie führe zu Verteilung von Wissen, Schutz vor Sesselklebern und vermeide, eine Wohlfühloase zu schaffen für all jene, die nicht mitmachen wollen. Neue Personen brächten zudem neue Ideen. Es kam zu zwei Gegenanträgen, am Ende obsiegte aber der Antrag des Rates mit 21 Ja-Stimmen.

Doch das betrifft Markus Schütte ohnehin nicht mehr. Er hört aus beruflichen Gründen auf. Der Gemeindepräsident wurde an der Versammlung mit Applaus verabschiedet.

(nnh)

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