Spital Emmental: Mehr Notfälle, weniger Fahrten

Burgdorf/Langnau

Die Tendenz setzt sich fort. Fast 17000 Notfälle wurden im Spital Emmental behandelt. So viele wie noch nie.

An den Standorten des Spitals Emmental wurden im vergangenen Jahr fast 1700 Notfälle behandelt.

An den Standorten des Spitals Emmental wurden im vergangenen Jahr fast 1700 Notfälle behandelt.

(Bild: Thomas Peter)

Chantal Desbiolles

Muss ein Patient oder eine Patientin verlegt werden, fährt nicht in jedem Fall ein Ambulanzwagen vor. Denn dafür gibt es private Dienstleister. Die Spital Emmental AG etwa lässt Patienten im Rollstuhl oder solche, die sich selber fortbewegen können, seit über einem Jahr von der Firma Easycab transportieren.

Diese Unternehmung bietet sich schweizweit als günstige Alternative zu den teuren Krankenfahrten an. Sie hat sich auf Verlegungsfahrten für liegende Patienten spezialisiert, deren Zustand nicht kritisch ist. Will heissen: deren lebenswichtige Körperfunktionen wie Atmung oder Herztätigkeit nicht beeinträchtigt sind. Die Patienten werden dabei begleitet von Rettungssanitätern.

Mehr «Light»-Transporte

Die Auslagerung dieser «Light»-Transporte macht sich für das Spital Emmental bezahlt, wie die Jahresstatistik nun zeigt. 5422 Einsätze leistete der Rettungsdienst im vergangenen Jahr zwischen Schangnau und Zielebach, 51 weniger im Vergleich zum Vorjahr.

Zum ersten Mal seit Jahren ist dieser Wert nicht noch mehr angestiegen. «Das ist gewollt», hält das Spital in der entsprechende Mitteilung fest. Denn so könnten sich die spitaleigenen Rettungsteams in den Hightech-Ambulanzfahrzeugen stärker auf ihre Hauptaufgabe konzentrieren: die eigentlichen Rettungseinsätze, auch Primärtransporte genannt.

Die Verlegungsfahrten (Sekundärtransporte) gingen 2018 gegenüber dem Vorjahr um fast 14 Prozent zurück, während die Primärtransporte um 4,7 Prozent (180 Rettungseinsätze) zulegten.

10000er-Marke überschritten

Im Notfallbereich setzt sich das Wachstum fort. In Burgdorf wurden 2018 erstmals über 10000 Patientinnen und Patienten behandelt, exakt 10834. Zum Vergleich: 2017 waren es 9806 Behandelte. Im Notfall in Langnau wurden 6118 Personen registriert (2017: 5801). An beiden Standorten zusammengezählt ergibt das eine Steigerung um 1345 auf 16952, das Spital vermeldet daher einen neuen Höchstwert.

Was die häufigsten Notfälle angeht, so hat sich nichts geändert. Behandeln liessen sich die Patienten vornehmlich wegen heftiger Bauchschmerzen, Knochenbrüchen, Infektionen der Luftwege, Herzkreislauferkrankungen und Magen-Darm-Infektionen. 15 Ärzte sowie 12 bis 16 Notfallpflegende arbeiten laut dem Spital auf den beiden Notfallstationen pro 24-Stunden-Tag im Schichtbetrieb.

Berner Zeitung

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