So geht Langnau auf Flüchtlinge zu

Langnau

Etwa 86 Asylsuchende teilen sich derzeit in Langnau 24 private Wohnungen. Unterstützung erhalten sie unter anderem auch von Freiwilligen. So startet am 4. April im katholischen Pfarreizentrum ein interkulturelles Café.

Das Sammeln von Schlafsäcken und -matten?kann auch im Emmental eine Möglichkeit von freiwilliger Flüchtlingshilfe sein (Symbolbild).

Das Sammeln von Schlafsäcken und -matten?kann auch im Emmental eine Möglichkeit von freiwilliger Flüchtlingshilfe sein (Symbolbild).

(Bild: Keystone)

«Es gibt viele Möglichkeiten, auf freiwilliger Basis Flüchtlinge zu unterstützen», sagte Andreas Flury, Projektleiter für Flüchtlingshilfe bei der Heilsarmee. Der Fachmann für Flüchtlingsfragen führte am Dienstag im Kirchgemeindehaus Langnau durch einen Informationsabend, der sich des Themas der freiwilligen Flüchtlingshilfe annahm.

Ziel des Abends war es, Möglichkeiten der Freiwilligenarbeit aufzuzeigen um nicht zuletzt auch die Mithilfe der Freiwilligen zu erleichtern.Auslöser der gut besuchten Veranstaltung war eine dringliche Interpellation in der Oktobersitzung im Grossen Gemeinderat von Hansueli Albonico zum Thema Flüchtlinge, worauf der Langnauer Gemeinderat entschied, einen Orientierungsabend ins Leben zu rufen. Peter Flury zeigte denn auch auf, wie ein Asylverfahren funktioniert und wer zuständig ist.

Beleuchtet wurde ebenso die aktuelle Situation in der Region. So sind in Langnau derzeit 41 Flüchtlinge in 11 privaten Wohnungen untergebracht. In Bärau leben 45 Personen in 13 Wohnungen. Zudem ist das Durchgangszentrum in Schüpbach gegenwärtig mit etwa 60 Flüchtlingen besetzt, während sich die Zentrum Bäregg GmbH um unbegleitete minderjährige Asylsuchende kümmert.

Kochen und spazieren

«Wir sind froh um jede Unterstützung», betonte Stefan Calandra, Leiter des Durchgangszen­trums in Schüpbach. Denn mit ­etwas Deutschunterricht sei eine Tagesstruktur längst nicht ausgefüllt. In Sachen Freiwilligenhilfe ist für Calandra etwa das Begleiten bei Spaziergängen und Ausflügen, aber auch ganz einfach Sport und Spiel oder zum Beispiel gemeinsames Kochen denkbar.

«Wir könnten uns auch vorstellen, dass jemand eine Flüchtlingsfamilie zu sich nach Hause einlädt», sagte der Zentrumsleiter. Gefragt seien aber auch Bastel- oder Spielnachmittage wie auch Aufgabenhilfe für Kinder und Erwachsene.

Café als Integrationshilfe

In Langnau jedenfalls haben sich einige Leute Gedanken gemacht, wie Flüchtlinge auf freiwilliger Basis unterstützt werden können. So startet die Gruppe, die im Dorf jeweils den Flüchtlingstag plant, am 4. April im katholischen Pfarreizentrum ein interkulturelles Café.

Dieses ist als Integrationsmöglichkeit gedacht und jeden Montag zwischen 14 und 17 Uhr geöffnet. Unter dem Titel «Frauen treffen Frauen» gibt es zudem jeden Donnerstag ab 9 Uhr im reformierten Kirchgemeindehaus für Frauen mit Migrationshintergrund die Gelegenheit, sich mit Schweizerinnen auszutauschen.

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