Burgdorf

Sie produzieren Geschichten fürs Ohr

BurgdorfDer in der Emmestadt aufgewachsene This Bay hat zusammen mit Freunden und seiner Frau Giulia Meier die Hörspielreihe «Ta­lentocrazy» geschrieben. Am 23. Mai wird die erste Folge ausgestrahlt.

This Bay und Giulia Meier haben Grund zur Freude: Ihre Geschichten aus Burgdorf geht bald auf Sendung.

This Bay und Giulia Meier haben Grund zur Freude: Ihre Geschichten aus Burgdorf geht bald auf Sendung. Bild: Olaf Nörrenberg

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This Bay strahlt. Soeben ist das Crowdfunding für die 12-teilige Hörspielreihe «Talentocracy» zu Ende gegangen. Mit den daraus resultierenden 8000 Franken sind das Schneiden und die Arbeiten für den letzten Schliff garantiert. «Nun können wir sogar eine CD von der Dialekthörspielreihe realisieren», sagt der 35-jährige Burgdorfer.

In nur gerade einem Monat sei das Geld zusammengekommen. Insgesamt 80 private Leute hätten die Idee unterstützt, freut sich Bays Ehefrau Giulia Meier. Alle anderen Kosten für die Hörspielreihe wurden von Stiftungen, Stadt und Kanton Bern sowie der Burgergemeinde Bern finanziert.

Im Kino und im Restaurant

Inzwischen sind zwei Folgen der Hörspielreihe fertig. Vergangenen Februar wurde damit am Son­ohr-Festival in Bern, das Bay zusammen mit Freunden vor sechs Jahren gegründet hat, Premiere gefeiert. Die übrigen Szenen, die an verschiedenen Standorten in Burgdorf aufgenommen wurden, werden zurzeit noch geschnitten und zusammengefügt.

Ein Grossteil der Audioaufnahmen sei in und um Burgdorf, etwa in den Räumlichkeiten des Kinos Krone und des angrenzenden, aktuell ungenutzten Restaurants, aufgenommen worden. Für die Sprechrollen wurden 30 Leute aus der ganzen Deutschschweiz gecastet. Total 80 Personen, Lai­en und Profis, seien eingeladen worden, veranschaulicht Bay das Prozedere. Rund 160 Stunden habe der zeitliche Aufwand für die insgesamt 86 Szenen gedauert.

Begonnen hat alles vor drei Jahren. Damals beschloss der in Burgdorf aufgewachsene This Bay, zusammen mit drei Freunden eine Hörspielreihe zu schreiben. Die Serie spielt im Jahre 2045 und setzt sich mit der Entwicklung unserer Gesellschaft auseinander.

Dank «Talentocrazy» prosperiert die Schweiz wirtschaftlich. In diesem System wird jeder Mensch nach seinen Talenten eingesetzt. Schon in der Kindheit werden alle getestet, beurteilt und gefördert. Dank dem richtigen Einsatz der Ressource Mensch geht es der Gesellschaft gut. Die Serie spielt in einem fiktiven Bern der Zukunft. Ob die Menschen wirklich glücklich sind, weil sie das tun, was ihnen liegt, verrät Bay nicht.

This Bay und seine Frau sehen «Talentocracy» als Social Fiction. (soziale Fiktion). Eigentlich basiere die Handlung auf der heutigen Situation im Schulalltag, sagen sie. Gemeint sei etwa «der Pisa- oder der Multitest, bei welchen die Stärken und Schwächen der Schülerinnen und Schüler analysiert werden», so Bay.

Rückkehr der Hörspiele

Und warum gerade die Sparte Hörspiel? «Wir hatten zu Hause keinen Fernseher», sagt Bay. Daher habe er sich in der Stadtbibliothek immer wieder Hörspielkassetten ausgelehnt.

In bester Erinnerung geblieben sind den beiden «Talentocrazy»-Entwicklern auch die kultige Hörspielreihe «Die haarsträubenden Fälle des Philip Maloney», die seit den frühen 1990er-Jahren auf Radio DRS 3 zu hören ist. In der freien Radioszene gebe es zurzeit ein richtiges Revival von Hörspielen, weiss Bay. Er weiss auch wieso: «Geschichten über das Ohr zu konsumieren, lässt gedanklich viel Spielraum zu».

This Bay und Giulia Meiers Hörspielbaby ist fast geboren, die ersten beiden Folgen werden am 23. Mai auf Radio Rabe ausgestrahlt. Einige Tage danach wird auch ihr erstes biologisches Baby das Licht der Welt erblicken.

(Berner Zeitung)

Erstellt: 10.05.2016, 06:49 Uhr

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