Sie lassen Gitarrenhelden auffahren

Burgdorf

Das legendäre Konzertformat Night of the Guitars zog bis vor neun Jahren Tausende Fans nach Bern und Zürich. Nun startet Organisator Zlatko «Slädu» Perica neu durch.

Zwei Events, derselbe Geist: Torfinn Rothenbühler, Mitorganisator des Yeahman’s Guitar Fest, und Zlatko Perica mit seiner Night of the Guitars.

Zwei Events, derselbe Geist: Torfinn Rothenbühler, Mitorganisator des Yeahman’s Guitar Fest, und Zlatko Perica mit seiner Night of the Guitars.

(Bild: onb)

Mit dieser elektrisierenden Hommage an die E-Gitarre hat er in Bern das Bierhübeli und in Zürich das Kaufleuten gefüllt. Das Konzept zur Night of the Guitars stammt von einem aus der Gitarristenzunft selber: Zlatko «Slädu» Perica, der mit Gölä und Tange­rine Dream Musikgeschichte schrieb und bei DJ Bobo, Florian Ast, Bligg oder Luca Hänni in die Saiten griff.

Er hatte die Idee, ein Dutzend Schweizer Topgitarristen auf einer Bühne zu versammeln, die sich grösstenteils nacheinander quer durch Jahrzehnte der Rockgeschichte spielen. Höhepunkt der Show ist der Abschluss, wenn alle Guitarreros ­gemeinsam vor das Publikum treten. Dafür kamen die Fans aus der ganzen Schweiz und darüber hinaus. Zumindest war das so bis vor neun Jahren, als sich der Künstler anderen Ideen zuwandte.

Die optimale Ergänzung

Dass sich der heutige Geschäftsführer der Thuner Konzepthalle 6 nun auf dieses Format zurückbesinnt, hat mit Michael Marti, Besitzer von Yeahman’s Vintage & Used Guitars in Bern, und Torfinn Rothenbühler zu tun. Die beiden Organisatoren des Yeahman’s Guitar Fest seien auf ihn zugekommen.

Für sie die opti­male Ergänzung, weil es den ­beiden bisherigen Durchführungen des grössten Gitarrenevents schweizweit im Grunde an gar nichts mangelte – ausser an Livemusik. Perica seinerseits sagt, er hätte schon Lust gehabt, die nächste Konzertreihe ins Leben zu rufen. Aber: «Ich hätte viel zu grossen Respekt gehabt davor, das allein anzugehen.»

Gefunden hat sich das Trio schnell: Perica kennt den Anlass und dessen Durchführungsort als Besucher. Burgdorf sei ideal gelegen, findet er, weil von überallher gut erreichbar. Sogar besser noch, als wenn der Anlass inmitten einer Grossstadt durchgeführt würde. Die Markthalle sei ausserdem prädestiniert für eine Neuauflage, weil sie zu sehr guten Konditionen zu haben sei und Platz für eine grosse Bühne sowie viel Publikum biete.

Und überhaupt: Die Synergien zwischen Börse, Fachmesse und Szenetreff auf der einen und musikalischer Gitarrennacht auf der anderen Seite liegen auf der Hand. So wird Burgdorf im September während eines Wochenendes zum Mekka für Gitarrenfans. Das Yeahman’s Guitar Fest findet wie gewohnt am Sonntag, 16. September, statt, die Night of the Guitars am Freitag zuvor.

Neu auch international

Deren Neuauflage beschränkt sich nicht auf nationale Grössen, sondern setzt auch auf internationale Zugpferde: mit Jennifer Batten, einst Gitarristin von Michael Jackson, und mit Justin Hawkins, der wieder auf Tour ist mit der britischen Rockband The Darkness, die er einst mit seinem Bruder Dan gegründet hatte.

In Burgdorf treffen die beiden auf Tommy Vetterli (Coroner), Schöre Müller (Span), Freddy Scherer (Gotthard), Marc Amacher oder Thomas Muster (Shakra) – alle Gitarrenhelden hier aufzuzählen, würde den Rahmen sprengen.

Resonanz in Italien

Auch wenn die Emmestadt nicht mit vielen Übernachtungsmöglichkeiten glänzen kann, so sind die Veranstalter sicher, dass sich die beiden Anlässe befruchten werden – auch wenn ein Tag dazwischen liegt. Dieser Tag wird für den Umbau der Markthalle vom Konzertort zur Börse mit um die 60 Ständen benötigt.

Torfinn Rothenbühler, der als Stadtmarketingbeauftragter das Guitar Fest in seiner Freizeit mitorga­nisiert, sieht in diesem «Ad-hoc-Gitarren-Cluster» auch die Möglichkeit, Burgdorfs Namen in die ganze Schweiz hinauszutragen – und darüber hinaus. Ein Beispiel? Der italienische Fanclub von The Darkness hat sich bei ihm ­gemeldet, um seinen Aufenthalt zu planen.

Potenzial für einen zünftigen Grossanlass ist vorhanden: Waren es 1550 Eintritte, die das Yeahman’s aus dem Stand 2016 verbuchte, so ist die Steigerung auf 1800 Eintritte letztes Jahr ansehnlich. Perica, als Organisator der Night of the Guitars erfolgsverwöhnt, hofft darauf, auch die Markthalle mit gegen 2000 Leuten zu füllen.

Allerdings will er seine Erwartungen nicht zu hoch ansetzen, weil es sich nun um eine neue Geschichte handle. Eine, die Zeit braucht, um sich zu etablieren und zu wachsen. «Wir werden sehen, was uns erwartet.»

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