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Seriendieb wird ausgeschafft

Ein 38-jähriger Mazedonier muss sein Leben neu planen. Sobald er seine Strafe wegen Diebstählen und anderer Delikte abgesessen hat, wird er ausgeschafft.

Ein 38-Jähriger erbeutete bei mehreren Einbrüchen rund 130'000 Franken.
Ein 38-Jähriger erbeutete bei mehreren Einbrüchen rund 130'000 Franken.
iStock

18 Monate Gefängnis, eine bedingte Geldstrafe von 6300 Franken plus eine Busse von 700 Franken: Diese Sanktionen verhängte Einzelrichterin Nicole Fankhauser gegen einen Mazedonier, der sich wegen gewerbsmässiger Diebstähle, Sachbeschädigungen, mehrfachen Hausfriedensbruchs sowie Widerhandlungen gegen das Waffen- und das Strassenverkehrsgesetz vor dem Regionalgericht Emmental-Oberaargau zu verantworten hatte. Weiter ordnete sie einen 5-jährigen Landesverweis an.

Geld für Drogen

Der hoch verschuldete Arbeitslose hatte gestanden, zwischen 2014 und 2017 über ein Dutzend Mal Kupfer- und andere Metallwaren von Firmengeländen, Baustellen und privaten Grundstücken im Grossraum Burgdorf geklaut und einer Recyclingfirma nahe Solothurn verkauft zu haben.

Bei seiner Einvernahme vor Gericht gab der Vater von zwei Kindern an, den grössten Teil des Erlöses – die Staatsanwaltschaft bezifferte die Deliktsumme auf rund 130'000 Franken – in Heroin, Kokain und andere Drogen investiert zu haben.

Der Beschuldigte habe sich von einer langen Vorstrafenreihe nicht beeindrucken lassen und trotz laufender Strafverfahren weiter delinquiert, sagte Fankhauser bei der Urteilsbegründung. Die Motivation für eine Therapie scheine ihm zu fehlen. Der Mann verkehre erneut in der Drogenszene. Die Gefahr eines Rückfalls in die Beschaffungskriminalität sei deshalb hoch.

Mehrere Delikte beging der ­38-Jährige nach dem 1. Oktober 2016. An diesem Tag trat das Ausschaffungsgesetz in Kraft. Diebstahl und Hausfriedensbruch zählen zu jenen «Katalogdelikten», die von der Justiz seither mit einem Landesverweis zu ahnden sind. Ein Härtefall liegt laut der Richterin nicht vor. Der Verurteilte habe in Mazedonien, wo er aufgewachsen und zur Schule gegangen sei, Verwandte. Wohnen könne er im Haus seines Vaters. Arbeit werde er finden.

Diskussionsbedarf

In Sachen Zukunftsplanung besteht in der Familie nun Gesprächsbedarf: Während die Ehefrau des Angeklagten zu Protokoll gab, sie und die Kinder würden dem Ehemann und Vater «auf keinen Fall» nach Mazedonien folgen, erklärte der Beschuldigte, «sie kommen mit».

Bei der gestrigen Urteilseröffnung fehlte der Hauptdarsteller. Sein Klient lasse «röchelnd und hustend» ausrichten, er könne nicht nach Burgdorf reisen, teilte der Pflichtverteidiger mit. Die Vorsitzende liess den Anwalt ­wissen, der Unpässliche habe sein Fernbleiben innert zehn ­Tagen mit einem Arztzeugnis zu ­belegen.

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