Schaukäserei: Ein neuer Anlauf

Affoltern

Offiziell sistiert war das Projekt zwar nie. Aber letztes Jahr hat sich in Sachen Erneuerung der Emmentaler Schaukäserei nichts getan. Jetzt erhält das Vorhaben neuen Schub.

Die Schaukäserei soll zu einem Schaufenster für den Emmentaler AOP werden. Eine Projektgruppe brütet mit externer Hilfe konkrete Pläne aus.

Die Schaukäserei soll zu einem Schaufenster für den Emmentaler AOP werden. Eine Projektgruppe brütet mit externer Hilfe konkrete Pläne aus.

(Bild: Thomas Peter)

2014 sei noch «intensiv daran ­gearbeitet worden», sagt Kurt Nüesch. Er meint die Idee, die er ­vorher als Präsident der Emmentaler Schaukäserei selber mitentwickelt hatte: Die Verantwortlichen beabsichtigten, den Schaubetrieb in Affoltern in ein «Schaufenster Emmentaler AOP» umzubauen. Doch seit 2015 tat sich nicht mehr viel, – «auch aufgrund des Frankenschocks», wie Nüesch festhält.

Offiziell sei das Projekt zwar nie sistiert worden, räumt er ein. Er selber hatte das Präsidium 2013 an Markus Aebi übergeben. Nachdem dieser nach bloss drei Jahren an der Spitze der Schaukäserei wieder demissionierte, liess sich Nüesch im Juni erneut zum Verwaltungsratspräsidenten wählen. Unter seiner Leitung kommt nun offenbar neuer Schwung in das Ganze.

Unterstützung von aussen

Die Sortenorganisation Emmentaler Switzerland (ES) und die Emmentaler Schaukäserei hätten gemeinsam eine Projektgruppe gegründet, die das Ziel «Schaufenster Emmentaler AOP» nun neu vorantreiben solle, sagt Kurt Nüesch. Die Hoffnung, dass diesmal Nägel mit Köpfen folgen könnten, nährt sich aus der Tatsache, dass die Gruppe eine externe Stelle beizieht, die ihr per­sonelle und fachliche Unter­stützung bieten wird. Wen die Verantwortlichen mit der Konkretisierung ihrer Pläne betraut haben, will Kurt Nüesch noch nicht bekannt geben. «Es sind noch keine Verträge unterschrieben», sagt er.

Nicht ohne neues Kapital

An der Tatsache, dass die Schaukäserei nur erneuert werden kann, wenn das Aktienkapital aufgestockt wird, hat sich in den vergangenen Jahren nichts ge­ändert. Der Betrieb und die Besucherzahlen würden sich zwar erfreulich entwickeln, sagt Nüesch. «Aber die Wirtschaftlichkeit der Schaukäserei bleibt weiterhin eine Herausforderung.»

«Die Wirtschaftlichkeit der Schaukäserei bleibt weiterhin eine Herausforderung.»VerwaltungsratspräsidentKurt Nüesch

Das gehe übrigens nicht nur dem Betrieb in Affoltern so. Nicht nur hier sei es unmöglich, aus selber erwirtschafteten Mitteln grosse Investitionen tätigen zu können, gibt der neue und ehemalige Verwaltungsratspräsident zu bedenken.

Tatsächlich will auch die Appenzeller Schaukäserei ihren Besucherbereich umgestalten und die technischen Anlagen erneuern. Und auch sie hat dafür im Frühling eine Aktienkapitalerhöhung beschlossen. Das Gleiche gelte für die Schaukäserei in Airolo, weiss Nüesch als Direktor der Schweizer Milchproduzenten.

Die «Konsensmaschine»

Während die ES aktuell nur als Kleinaktionärin am Betrieb in ­Affoltern beteiligt ist, soll sie künftig Hauptaktionärin werden. Doch die ES ist kompliziert organisiert. Sie ist, so ihr Vizepräsident Christoph Räz, eine «grosse Konsensmaschine». Im Vorstand sitzen vier Landwirte, vier Käser und vier Händler. Nur wenn jede Gruppierung, die diese vertreten, in sich mehrheitlich zustimmen, können sie im Vorstand etwas beschliessen.

Das bedeutet, dass die Projektgruppe in Affoltern einen Vorschlag erarbeiten muss, von dem sich sowohl die Milch produzierenden Landwirte als auch die Käser und die Käsehändler etwas versprechen können. – Und zwar jene in der ganzen Schweiz, nicht bloss jene im Grossraum Emmental.

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