Schaukäserei: Der Gewinn ist nur ein vermeintlicher

Affoltern

Die Schaukäsi litt stark unter der Aufhebung des Euromindestkurses. So entwickelte sich das operative Ergebnis ­negativ. Dank des Verkaufs der Löwen-Liegenschaft resul­tierte am Ende trotzdem ein kleiner Gewinn.

Die Teilnehmer?der Generalversammlung folgten den Anträgen.

Die Teilnehmer?der Generalversammlung folgten den Anträgen.

(Bild: Thomas Peter)

«Das Gefühl, hier zu stehen, ist sehr speziell», sagte Kurt Nüesch gestern vor den Aktionären an der Generalversammlung der Emmentaler Schaukäserei AG in Affoltern. Als er vor drei Jahren anlässlich seines Rücktritts als Verwaltungsratspräsident letztmals dagestanden sei, habe er mit dem Kapitel Schaukäserei abgeschlossen gehabt. Tempi passati: Nur kurz nach diesen Worten wurde er mit grosser Mehrheit erneut zum Verwaltungsratspräsidenten der AG gewählt.

Ermöglicht wurde Nüeschs aufsehenerregende Rückkehr in die Schaukäsi durch den Rücktritt von Markus Aebi. Dieser führte ein letztes Mal durch die Versammlung – und liess hie und da durchblicken, wie sehr es ihn wurmt, sein Ziel, die Schaukäsi zu sanieren, nicht erreicht zu ­haben. Auch wenn er sagte, dass er nicht aus Frust demissioniert habe. Er machte deutlich, dass die Schaukäsi nur mithilfe Dritter saniert werden könne. «Gerade letzte Woche ist die fünfundzwanzig Jahre alte Steuerung der Lüftung ausgestiegen.»

Das Beispiel zeige, wie dringend Investitionen in die Infrastruktur seien. Sehr zufrieden zeigte sich Aebi hingegen mit dem neuen Geschäftsführer Frank Jantschik. Quasi als Aufgalopp zur Nüesch-Wahl musste ein Ersatz für Vizeverwaltungsratspräsident Hugo Frehner gewählt werden. Der Emmi-Vertreter im Gremium ist aus dem Verwaltungsrat ausgeschieden, weil er pensioniert wird. Die Interessen des Hauptaktionärs im Gremium wird künftig der Luzerner Kantonsrat Hugo Wyss wahrnehmen – er wurde einstimmig gewählt.

Kleiner Gewinn, aber?.?.?.

Auf den ersten Blick sehen die Zahlen des Geschäftsjahres nicht so schlecht aus – jedenfalls besser als in den verlustreichen Jahren zuvor. Es schaute gar ein kleiner Gewinn von rund 10'000 Franken heraus. Allerdings ist die positive Zahl dem Verkauf der Löwen-Liegenschaft geschuldet. Das Geschäftsjahr 2015 stand im Zeichen der Aufhebung des Euromindestkurses. Das hat sich stark auf den Geschäftsgang ausgewirkt.

Die Besucherzahl sank um 4 Prozent auf 301'000 Personen, beim Angebot «Selber käsen» betrug der Rückgang gar 13 Prozent. Im Käsefachgeschäft sei man hingegen «mit einem blauen Auge» davon gekommen, so Geschäftsführer Frank Jantschik. Durch Optimierungen in allen Bereichen und «disziplinierte Arbeitszeitplanung» habe man den Währungsschock aufzufangen versucht.

Berner Zeitung

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