Platz für Käse, Seilzüge und Wasser

Trubschachen

Auf dem Land zwischen der Käserei Götschi und der Seilerei Jakob in Trubschachen sollen dereinst keine Gräser mehr wachsen, dafür die Gebäude der beiden Betriebe.

Wenn diese Matte überbaut wird, soll auch ein eingedolter Bach wieder zum Vorschein kommen.

Wenn diese Matte überbaut wird, soll auch ein eingedolter Bach wieder zum Vorschein kommen.

(Bild: Daniel Fuchs)

Es wird sich einiges tun im westlichen Teil des Dorfes Trubschachen. Nicht heute und morgen. Aber verschiedene Akteure bereiten gegenwärtig Projekte vor. Da ist zum einen der Kanton, der die ganze Ortsdurchfahrt sanieren und teilweise umgestalten will. Noch lag das Bauprojekt aber nicht öffentlich auf. Noch ist ungewiss, wie viele Einsprachen das Vorhaben verzögern werden.

Doch auch die Käserei Götschi und die Seilerei Jakob werden irgendwann bauen und ihre Betriebe vergrössern wollen. Für ihre Vorhaben bietet sich die sogenannte Götschimatte an: eine gut 4000 Quadratmeter grosse Parzelle, die sich zwischen den beiden Unternehmen befindet, aber in der Landwirtschaftszone liegt. Jetzt will sie der Gemeinderat ins Baugebiet und gleichzeitig in eine Zone mit Planungspflicht für Arbeitsnutzung überführen. Aktuell läuft dafür eine öffentliche Mitwirkung.

Neubau für Habegger-Züge

Gemäss den auf der Gemeindeverwaltung aufliegenden Unterlagen will die Käserei Götschi ihren Betrieb und den Käsekeller dereinst um eine Geschossfläche von mindestens 400 Quadratmetern erweitern. Die Jakob AG ihrerseits habe oberirdisch einen Bedarf von 3000 Quadratmetern.

«Wir wollen die Firma Habegger nach Trubschachen zügeln», erklärt Peter Jakob auf Anfrage. Seine Jakob AG hat 2016 die Habegger Maschinenfabrik AG in Thun übernommen, die den bekannten Habegger-Seilzug herstellt. In Zukunft soll die Produktion von Drahtseilen und Seil­zügen am Standort Trubschachen konzentriert werden. Wann die Pläne umgesetzt werden, ist offen.

Verschiedene Interessen

Noch gehöre die Götschimatte einer Erbengemeinschaft, sagt Peter Jakob. Auch der Kanton wird einen kleinen Teil davon beanspruchen, wenn er im Zusammenhang mit der neuen Ortsdurchfahrt im erwähnten Bereich eine gedeckte Bushaltestelle bauen will.

Aber dann ist da auch noch ein im Boden verstecktes Gewässer, das nun plötzlich an die Oberfläche drängt. So will es das Gesetz: dass eingedolte Bäche freigelegt und renaturiert werden, sobald auf den jeweiligen Parzellen gebaut wird.

«Ich musste lernen, dass ein Gewässer auch dann ein Gewässer ist, wenn kein Wasser fliesst», sagt Peter Jakob. Elf Monate pro Jahr werde das Nass wohl im Graben versickern. Aber nun ist dem Gräbli auf den Plänen ein Raum von elf Metern Breite freizuhalten.

Ein Grossprojekt

Auch wenn das Hasenlehgräbli anders als die Ilfis nicht immer Wasser führe, gelte es eindeutig als Gewässer, sagt Theo Rüegger. Der Trubschacher Finanzverwalter amtet als Sekretär und Kassier der Schwellenkorporation Trubschachen. Und diese trage sich schon länger mit dem Gedanken, die Wasserleitungen auf der nördlichen Seite der Bahnlinie zu sanieren. «Bei Hochwasser sind wir darauf angewiesen», sagt er. Die Rohre, die von der Bahnunterführung her unter der Götschimatte und dem Quartier Brüggmätteli in die Ilfis führen, seien zu klein.

Gemäss Theo Rüegger ist die Schwellenkorporation deshalb daran, ein Wasserbauprojekt auszuarbeiten. Ziel ist es, den Graben, der zwischen den Liegenschaften Waldrand und Sonnhalde fliesst, zu renaturieren und den sogenannten «alten Weg» entlang offen zu führen.

Nach der Bahnunterführung soll das Gewässer künftig ebenfalls oberirdisch den Sonnhaldeweg und die Dorfstrasse entlang bis zur Käserei Götschi fliessen. Erst dort, wo er die Dorfstrasse quert, wird der Bach wieder im Boden – allerdings in grösseren Leitungen – verschwinden.

Theo Rüegger geht davon aus, dass das Projekt 1,5 bis 2 Millionen Franken kosten wird. Ein entsprechendes Wasserbaugesuch sei in Vorbereitung. Für die Jahre 2020 und 2021 habe die Schwellenkorporation in ihrem Finanzplan dafür Geld eingeplant.

Wann das Projekt aber tatsächlich realisiert werden könne, komme auf den Kanton an. Denn die Arbeiten sollen dann ausgeführt werden, wenn die Dorfstrasse im Bereich Brüggmätteli ohnehin aufgerissen wird. Theo Rüegger fasst zusammen: «Es gibt da sehr viele Abhängig­keiten.»

Berner Zeitung

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