OGA: Auch das heikelste Puzzleteilchen ist platziert

Langnau

In einer Woche startet die OGA. Die gröbsten Arbeiten sind getan. Am Freitag liess die Montreux-Oberland-Bahn noch ihren Salonwaggon zwischen Kupferschmiede und Markthalle hissen.

Der tonnenschwere Salonwaggon der MOB wurde am Freitagmittag mit einem Kran in Millimeterarbeit in Position gebracht.

Am Freitagmittag kam der OGA-Bauchef Roland Zaugg noch einmal kurz ins Schwitzen. Erst musste im Zelt, das in den letzten Tagen zwischen der Kupferschmiede und der Markthalle aufgebaut worden war, ein Stück Bahngeleise verlegt werden. Das war eine zwar nicht alltägliche, jedoch noch nicht so schwierige Aufgabe.

Danach aber musste der rote Salonwagen, den die Mon­treux-Oberland-Bahn (MOB) extra aus dem Welschland ins Emmental hatte transportieren lassen, mit einem Kran über die Zeltwand gehisst und auf den Schienen platziert werden. Doch auf einmal kamen Zweifel auf, ob der vorgesehene Platz reichen würde.

Zaugg liess hurtig einen Teil des Zeltes demontieren. Dann war er da, der Moment, als der Arm des Krans das schwere Gefährt in die Höhe hob. In der Luft baumelnd näherte sich das Ungetüm langsam seinem Bestimmungsort. Alles ging gut.

Wie eine grosse Festhütte

Um 14 Uhr konnte Zaugg aufatmen. «Jetzt ist das letzte und heikelste Puzzleteilchen an seinem Ort», sagte er, als der Waggon dort stand, wo die MOB ab nächstem Samstag Apéros anbieten wird. Es ist die erste Oberemmentalische Gewerbe- und Landwirtschaftssausstellung, an der Roland Zaugg für die Infrastruktur verantwortlich ist. Und er musste gegenüber der letzten Austragung einiges optimieren.

Denn damals wollte die Feststimmung, die der neuntägigen Ausstellung sonst anhaftet, nicht recht aufkommen. Schuld daran waren weder die Aussteller noch das Programm, sondern die Infrastruktur. Zum ersten Mal fand die OGA im um- und ausgebauten Ilfisstadion statt. Die Organisatoren hatten sich den bestehenden grossen Tigersaal zunutze gemacht und auf ein Festzelt verzichtet. Das bewährte sich nicht.

Für die neue OGA, die ihre Tore nächsten Samstag öffnet, steht nun ein grosser, vollständig überdachter Dorfplatz bereit. Zwischen dem Kühni-Träff und dem Stadion wurde dort auch eine Bühne aufgebaut. Hier gibt es ­jeden Abend Musik und auch tagsüber verschiedene Vorführungen. Ebenso wird die Sportlerehrung der Gemeinde hier stattfinden.

Im Tigersaal werden die Senioren der Oberemmentaler Gemeinden ihr obligates Pastetli serviert bekommen. Aber auch für den ökumenischen Gottesdienst vom nächsten Sonntag bietet sich der Saal im ersten Stock an.

Wetterfeste Zelte

Laut Roland Zaugg seien die Aufbauarbeiten gut vorangeschritten, wofür er das gute Wetter ­mitverantwortlich machte. Doch dieses sei «fast zu gut» gewesen. Denn weil es kaum geregnet habe, hätten sie nicht kontrollieren können, ob die Übergänge zwischen den einzelnen Zelten dicht seien.

Diese Woche aber hatten sie genügend Gelegenheit, dies zu testen – und zu erfahren, was passiert, wenn es allzu stark regnet. «In der Nacht auf Donnerstag lief das Wasser sogar in die Einstellhalle der SCL Tigers», sagte OGA-Mediensprecher Nicola Antener. Doch die Zelte hielten den Mengen stand.

«Die Berieselung der Zelte ist kostenmässig ein wich­tiger Faktor.»OGA-Präsident Ueli C. Gerber

Doch auch für sehr heisse Tage musste Zaugg vorsorgen. Anders als vor drei Jahren werden die Dächer mit kühlem Wasser berieselt. «Das ist kostenmässig ein wesentlicher Faktor», gab Präsident Ueli C. Gerber am Freitag an der Medienorientierung zu bedenken.

Sein Budget sei um 30'000 bis 40'000 Franken erhöht worden, sagte Zaugg, dem für die Infrastruktur 360'000 Franken zur Verfügung stehen. Der Quadratmeterpreis für den Standardstand beträgt aber weiterhin 175 Franken. Die Ausstellung ist wieder ausgebucht.

Nur in der Sonderschau hätte es noch einzelne freie Plätze. Dort wagt die OGA-Geschäftsleitung einen neuen Versuch: Nichtgewerbliche Institutionen und Organisationen können dort Ausstellungsmodule für die ganze Dauer der OGA oder bloss für einzelne Tage mieten.

Anders als vor drei Jahren werden die Besucher konsequent durch die komplette Ausstellung geführt. Hunger und Durst dürften dabei kein Problem werden: Die Zahl der Restaurants und Verpflegungsstellen wurde stark erhöht.

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