Oberfeld-Kredit: Parlament sagt Ja

Langnau

Nach langer Diskussion stimmte das ­Parlament dem 11-Millionen-Kredit für den Umbau und die Erweiterung der Oberfeld-Turnhalle zu. Damit ist der Weg frei für die Urnen­abstimmung Ende November.

Am 27.?November stimmen die Langnauerinnen und Langnauer über das 11 Millionen Franken teure Projekt Oberfeld ab.

Am 27.?November stimmen die Langnauerinnen und Langnauer über das 11 Millionen Franken teure Projekt Oberfeld ab.

(Bild: Marcel Bieri)

Die Zuschauerreihen waren gut gefüllt im Langnauer Parlament. Etliche Anwesende waren in den Kleidern ihres Sportvereins erschienen. Denn was im Kirchgemeindehaus verhandelt wurde, betraf die Schulen und die vielen Vereine der Gemeinde gleichermassen: Es ging um die Verabschiedung eines Verpflichtungskredites von 10,95 Millionen Franken für die Sanierung und die Erweiterung des Sporthalle Oberfeld. Dass Langnau ein Platzproblem in Sachen Turn­hallen hat, ist in Langnau unbestritten. Ebenso ist man sich einig, dass die Turnhalle Oberfeld dringend saniert werden muss.

Kein Verständnis für FDP

Im Grossen Gemeinderat stellte denn auch niemand das Bedürfnis infrage. Bekannt war hingegen, dass die FDP mit dem vorliegenden Projekt – die bestehende Halle soll saniert und von einer neuen Dreifachhalle flankiert werden – nicht einverstanden ist .

Die FDP stellte im Vorfeld denn auch einen Antrag: Sie schlug vor, dass statt eines 11-Millionen- nur ein 8-Millionen-Kredit bewilligt werden sollte. Dabei sollte die bestehende Halle abgerissen statt saniert werden. Die Instandstellung der neunzigjährigen Sporthalle berge zu viele Unabwägbarkeiten. Die FDP lieferte einige Beispiele von Sporthallenprojekten, die billiger zu stehen kamen, so etwa in Rotkreuz oder Biberist.

Im Parlament stiess die FDP mit ihrem Ansinnen jedoch auf viel Widerstand. Noch am meisten für die Idee erwärmen konnte sich die BDP. Fraktionssprecher Hansueli Hoffmann sorgte mit seinem Antrag auf Nichteintreten für Raunen im Saal. Er sagte, er sei vom FDP-Vorschlag auf dem falschen Fuss erwischt worden. Um diesen eingehender behandeln zu können, brauche es mehr Zeit.

Bei den anderen Parteien kam das Ansinnen indes weit weniger gut an. Adrian Schranz (SP) und auch Beat Gerber (SVP) bezeichneten es als «unseriös». Kritisiert wurde insbesondere die Be­hauptung, dass ein Neubauprojekt innerhalb eines Jahr auf dem Tisch liegen würde. Auch die EVP/EDU konnte sich nicht wirklich für die Idee erwärmen. Gemeinderat Bernhard Gerber (SVP) meinte, er sei erstaunt, dass die FDP als bürgerliche Partei dem Volk zumute, die Katze im Sack zu kaufen.

Der von der BDP gestellte Antrag wurde am Ende deutlich mit 29 gegen 7 Stimmen versenkt.

So war der Verlauf der Abstimmung auch schon vorgespurt, obwohl von allen Seiten viel Diskussionsbedarf bestand. Der FDP-Antrag hatte keine Chance, zumal die BDP auf die Linie des Gemeinderates zurückschwenkte und sich für dessen Projekt aussprach. 30 zu 4 bei 3 Enthaltungen lautete schliesslich das Verdikt. Der Verpflichtungskredit von knapp 11 Millionen Franken wurde mit 32 Ja-Stimmen bei 5 Enthaltungen angenommen.

Nun liegt der Ball bei der Be­völkerung: Sie wird am 27. November an der Urne über das Vorhaben befinden müssen.

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