Röthenbach

Neue Gastgeber unterm Chuderhüsi

RöthenbachDas Unternehmen Wielandleben ist von Aeschau in die Nähe des Skilifts gezogen. Hier will das Ehepaar Wieland sein agrotouristisches Angebot ausbauen.

Sie haben am neuen Ort Grosses vor: <b>Salome und Thomas Wieland mit Tochter Lilou</b> wollen auf dem Hof Grub links vor dem Bauernhaus eine Terrasse mit 150 Sitzplätzen und im Haus rechts betreutes Wohnen einrichten.

Sie haben am neuen Ort Grosses vor: Salome und Thomas Wieland mit Tochter Lilou wollen auf dem Hof Grub links vor dem Bauernhaus eine Terrasse mit 150 Sitzplätzen und im Haus rechts betreutes Wohnen einrichten. Bild: Thomas Peter

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«Jetzt können wir unsere Träume und Visionen verwirklichen», sagt Salome Wieland. Das Bauernhaus in Grub in der Gemeinde Röthenbach kaufen Salome und Thomas Wieland auf Anfang nächstes Jahr. Zur Liegenschaft unterhalb des Wander- und Pistenstübli neben dem Skilift Chuderhüsi gehören nebst dem Bauernhaus ein grosses Stöckli und viel Umschwung. Diese Woche zog das Ehepaar mit seiner Tochter Lilou im Stöckli ein. «Den Mietvertrag für unser Haus in Aeschau haben wir per Ende November gekündigt», erklärt die 31-Jährige.

Dort hat das Paar das Unternehmen Wielandleben aufgebaut. Dazu gehörte ein Hofbeizli mit Bed and Breakfast, ein kleiner Hobbylandwirtschaftsbetrieb und betreutes Wohnen für Menschen mit Beeinträchtigungen. «Dieses Konzept möchten wir nun im neuen Zuhause weiterführen und erweitern.» Ein entsprechendes Baugesuch hat das Paar im «Anzeiger des Oberen Emmentals» publiziert.

Feste, aber kein Beizli mehr

Der Agrotourismus ist ein wichtiger Bestandteil von Wielandleben. Auf dem neuen Anwesen sollen künftig Feste gefeiert werden können. 40 Innensitzplätze und 150 Sitzplätze auf einer neuen Aussenterrasse sind geplant. «Ein Hofbeizli, wie wir es in Aeschau betrieben haben, wird es aber nicht mehr geben», erklärt die Gastgeberin. Abendessen, Apéros und Brunchs würden künftig nur noch auf Voranmeldung veranstaltet. «Mit unserem Angebot möchten wir jene der Region ergänzen und nicht die naheliegenden Gastronomiebetriebe konkurrieren.»

Nebst Verpflegung und einem kleinen Hofladen will das Ehepaar auch Schlafplätze anbieten: Im Bauernhaus soll ein Massenlager mit sieben Betten entstehen. Zudem sind zwei Betten als Bed-and-Breakfast-Angebot geplant. «Neben dem Bauernhaus möchten wir einen Spycher aus dem Depot des Denkmalschutzes wiederaufbauen», erklärt Salome Wieland. Im Spycher, der früher in Rüderswil stand, sollen dann weitere acht Betten angeboten werden.

Kühe und Mitbewohner

Zum Überwintern ihrer zwanzig Schafe will das Paar den Wagenschopf erweitern. Und auch für die Ziegen und Bienen soll ein neues Zuhause entstehen. Der Tierbestand der Familie Wieland hat sich mit dem Kauf des Bauernhofs vergrössert: Nebst Hühnern, Kaninchen, Pfauen, Schildkröten, Enten, Wachteln und Truthähnen gehören ab sofort auch dreizehn Kühe dazu. «Wir führen den Milchwirtschaftsbetrieb der bisherigen Besitzer weiter», erklärt Thomas Wieland, der auf einem vergleichbaren Betrieb aufgewachsen ist. «Wir sind aber froh, dass uns das Ehepaar Lehmann weiterhin unterstützen wird.» Denn es werde Ende Jahr in das anliegende Wohnhaus umziehen.

Betreutes Wohnen

Die Familie Wieland wird ihrerseits das grosse Bauernhaus beziehen und das Stöckli ihren ­Mitbewohnern freigeben. «Wir bieten auch in unserem neuen Zuhause drei Plätze für Menschen mit Beeinträchtigungen», sagt Salome Wieland, die eine Ausbildung zur Betreuung im ländlichen Raum absolviert hat. Bereits in Aeschau lebten drei Männer mit der Familie zusammen und halfen nach Möglichkeit auf dem Betrieb mit: Tiere versorgen, Hofladen betreuen und Gäste bewirtschaften. «Je nach Bedürfnissen können Menschen bei uns auch nur an einem Tag in der Woche auf dem Hof mithelfen.» Und nebst Tagesplätzen bieten sie auch die Möglichkeit für Schnellplatzierungen: «zum Beispiel für die Betreuung nach einem Burn-out».

Das nächste Projekt im Fokus

«Einen solchen Betrieb zu führen, war schon immer unser Traum», bestätigt Thomas Wieland. Dass mit den genannten Plänen aber noch nicht alle Visionen umgesetzt würden, steht bereits jetzt fest: «Zu einem späteren Zeitpunkt möchten wir mit unserem eigens produzierten Urdinkel ein Teigwarenprojekt aufbauen», verrät Salome Wieland.

(Berner Zeitung)

Erstellt: 13.11.2017, 16:50 Uhr

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