Mord auf Verlangen

Burgdorf

Ab Ende Oktober treiben in Burgdorf die Krimitage wieder ihr Unwesen. Neu stehen auch Lesungen in ausrangierten Zügen auf dem Programm.

Im Führerstand der Krimitage: Gesamtprojektleiter Tom Käch, Programmchefin Elisabeth Zäch, BLS-Vertreter Michael Egli, Marketingverantwortliche Sabine Käch (von links nach rechts).

Im Führerstand der Krimitage: Gesamtprojektleiter Tom Käch, Programmchefin Elisabeth Zäch, BLS-Vertreter Michael Egli, Marketingverantwortliche Sabine Käch (von links nach rechts).

(Bild: Thomas Peter)

Benjamin Lauener

Vorsicht beim Einsteigen ist angesagt für die, welche die Krimitage im Emmental besuchen. Anders als in den vorherigen Jahren findet man das Krimizentrum bei der diesjährigen Ausgabe nicht im Casino-Theater Burgdorf, sondern im Kulturschopf beim Bahnhof Steinhof.

In unmittel­barer Nähe befindet sich auch schon der erste Aufführungsraum. Nämlich auf Gleis 1. Dort steht ein morbid dekorierter Golden-Pass-Eisenbahnwaggon aus den Sechzigerjahren, in dem etliche Darbietungen stattfinden werden. Bemerkenswert an den lange als Panoramazug verwendeten Wagen sind die drehbaren Sitze, die dem Passagier die Möglichkeit gaben, das Bergpanorama zwischen Montreux und Luzern aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten.

Zwei Waggons wird die Zugkomposition umfassen, welche die ganze Zeit im Steinhof stehen wird. Damit das Publikum dem Auftritt des Künstlers auch folgen kann, wenn dieser im anderen Teil des Zuges ist, sind zusätzliche Lautsprecher installiert. Zudem wird der Darbietende nach der Pause seinen Aufenthaltsort in den anderen Zugabschnitt verlegen.

Der Blaue Pfeil

Neben den verschiedenen Standorten in der Oberstadt, die sowohl auf der Website als auch im Programmheft einzusehen sind, dient noch eine zweite Zugkomposition als Veranstaltungslokal. Im Blauen Pfeil, der zwischen 1938 und dem Ende des 20. Jahrhunderts über die Schweizer Schienen ratterte, finden spezielle Lesungen bei besonderem Ambiente statt. Das Publikum wird mit dem fahrenden Zug auf eine Reise mitgenommen.

Passend zu Friedrich Dürrenmatts Kurzgeschichte «Der Tunnel», die von einem Mann handelt, der auf der Zugstrecke von Burgdorf nach Zürich einen scheinbar ewigen Tunnel passiert, wird ebenjener Tunnel nahe Wynigen durchquert. «Wie die Route danach aussieht, möchten wir noch nicht verraten», erklärt Gesamtprojektleiter Tom Käch. Neben der Dürrenmatt-Geschichte findet im von der BLS-Stiftung für zwei Millionen Franken renovierten Blauen Pfeil zu später Stunde noch eine Schreckmümpfeli-Lesung statt.

Bekannte Gesichter

Ausserdem sind unter anderem im Stadthauskeller, in der Maison Pierre und der Markthalle Veranstaltungen geplant. Letztere wurde im Vorfeld auch als mögliches Krimizentrum gehandelt, stellte sich aber für die Zwecke der ­Krimitage-Organisatoren als zu gross heraus. Nun wird dort die Komödie «Polizeiruf 117» mit Andrea Zogg und Beat Schlatter aufgeführt.

Neben diesen Programmpunkten gehen mit Martin Walker, Jørn Lier Horst oder Anna Grue auch einige Lesungen von internationalen Schriftstellern vonstatten. Auch das Kinderprogramm ist in diesem Jahr wieder umfassend. So sind ein interaktiver Raubzug sowie ein sagenhaftes Bahnmärchen geplant.

Nebstdem wird bei der diesjährigen Ausgabe nicht nur die fiktive Kriminalität beleuchtet, sondern auch die realen Übeltäter und Gesetzeshüter werden unter die Lupe genommen. Sowohl Polizeispürhunde als auch Gerichtsmediziner werden an einem Anlass in den Mittelpunkt gerückt.

Es spielt aber keine Rolle, welche Veranstaltungen man letztendlich besucht, das Motto der Krimitage bleibt dasselbe: «Mord auf Verlangen. Endstation Steinhof.»

Die Burgdorfer Krimitage finden vom 29. Oktober bis 6. November statt. Tickets: Buchhandlung am Kronenplatz, Quickline-Shop oder im Internet unter www.krimitage.ch.

Berner Zeitung

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