Mit Radar gegen Temposünder

Kirchberg

25 Eingaben sind nach der öffentlichen Mitwirkung zur Ortsplanungsrevision eingegangen. Die meisten drehten sich um das Thema Verkehr – obwohl dieser nur indirekt Teil der Revision ist.

Zu Stosszeiten ist die Hauptstrasse in Kirchberg stark befahren.?Das dürfte sich mit dem Wachstum, das die Gemeinde anstrebt, nicht ändern.

Zu Stosszeiten ist die Hauptstrasse in Kirchberg stark befahren.?Das dürfte sich mit dem Wachstum, das die Gemeinde anstrebt, nicht ändern.

(Bild: Thomas Peter)

Die Ortsplanungsrevision der Gemeinde Kirchberg ist zwei Schritte weiter. Das revidierte Planwerk ist kürzlich dem kantonalen Amt für Gemeinden und Raumordnung zur Vorprüfung zugestellt worden. Im vergangenen Herbst hatte zudem eine öffentliche Mitwirkung stattgefunden. Diese wurde bis Ende Jahr sowohl von der Ortsplanungskommission wie auch vom Gemeinderat ausgewertet und eingehend diskutiert, wie Gemeinderatspräsidentin Marianne Nyffenegger erklärt.

Bei der Gemeinde sind 25 Eingaben zur Ortsplanungsrevision eingegangen. 2 von Parteien, der Rest von Einzelpersonen oder Gruppen. Teilweise seien die Eingaben von mehreren Personen unterschrieben worden, sagt Nyffenegger. «Wir haben alle Rückmeldungen geprüft und diskutiert. Zudem haben wir allen Personen oder Gruppen schriftlich geantwortet.»

Verkehr im Zentrum

In der Mitwirkung habe es einige Rückmeldungen zum Thema Verkehr gegeben, sagt die Gemeinderatspräsidentin. In einer Eingabe hiess es zum Beispiel: «Die Verkehrssituation in der Bütikofenstrasse, der Eystrasse sowie der Ersigenstrasse muss nach einem einheitlichen Konzept überprüft werden. Danach sollen entsprechende Massnahmen ergriffen werden.»

Der Gemeinderat hatte schon an einer Informationsveranstaltung im Herbst angekündigt, in den kommenden Jahren die Signalisationen auf dem ganzen Gemeindegebiet unter die Lupe zu nehmen – und falls nötig anzupassen. Zwei Massnahmen in Sachen Verkehrssicherheit seien zudem bereits ergriffen worden, so Nyffenegger.

Im Zusammenhang mit dem Ressourcenvertrag mit der Kantonspolizei Bern sei beschlossen worden, in der Gemeinde regelmässig ein mobiles Radargerät aufzustellen. «Wir wollen so exponierte Strassen besser kontrollieren», sagt sie. Ebenso werde an verschiedenen Orten in der Gemeinde ein Messgerät aufgestellt, das den Autolenkern jeweils gleich die gefahrene Geschwindigkeit anzeigt. «Damit wollen wir die Autofahrer sensibilisieren.»

«Moderates Wachstum»

Doch eigentlich sind Verkehrsfragen nur indirekt Teil der Ortsplanungsrevision. In dieser geht es hauptsächlich um die Entwicklung des Dorfes, vor allem aus baulicher Sicht. Dabei strebt die Gemeinde laut Nyffenegger «ein moderates Wachstum» an.

Das wiederum beeinflusst aber eben auch die Verkehrssituation. Deshalb habe der Gemeinderat eine Sicherheitsanalyse erstellen lassen, die Massnahmen beinhalte, welche im Rahmen der Orts­planungsrevision weiterverfolgt würden, sagt sie. Wichtigste Erkenntnis der Analyse: In Kirchberg werden auf Quartierstrassen vorläufig keine Tempo-30-Zonen eingerichtet.

Warten auf Kanton und Bund

Beim Thema Bauen heisst das Zauberwort in der Ortsplanung Verdichten – und das nicht nur in Kirchberg. Der Kanton genehmige Neueinzonungen immer seltener, die innere Verdichtung sei dagegen das Zukunftsmodell, erklärt Nyffenegger. «Wir müssen mit unserem Land sparsam umgehen.»

In der Mitwirkung wurde diese innere Verdichtung vor allem beim Chosthusweg thematisiert. Dort wollte die Gemeinde neu die Wohnzone W4 schaffen. Das hätte bedeutet, das künftig vierstöckige Gebäude möglich wären. Einige hätten sich dazu kritisch geäussert. «Wir sind diesen Personen entgegengekommen und haben uns für maximal dreistöckige Gebäude entschlossen. Zudem soll am Chosthusweg weniger Fläche umgezont werden als ursprünglich vorge­sehen.»

Sobald die kantonale Vorprüfung abgeschlossen ist, will Kirchberg die überarbeitete Ortsplanung öffentlich auflegen. Dann kann die Bevölkerung ­Einsprachen einreichen. Nächster Schritt wäre dann die Genehmigung der Revision durch die Gemeindeversammlung.

Am Ende müsste noch einmal der Kanton zustimmen. Ziel des Gemeinderates ist es, das Verfahren dieses Jahr abzuschliessen. Denn Ende 2016 geht in Kirchberg die vierjährige Legislaturperiode zu Ende. Doch Nyffenegger ist nicht sicher, ob der Zeitplan eingehalten werden kann.

Denn der Kanton werde einer kommunalen Ortsplanungsrevision kaum zustimmen, solange der kantonale Richtplan 2030 vom Bund noch nicht genehmigt worden sei. Wann das jedoch passieren wird, ist derzeit noch offen.

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