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Mit ganz eigenem Charme zum Erfolg

Heisse Rhythmen und regionale Musik be­geistern die Besucher des Elite Open Air. Das Festival überzeugt sein Publikum mit Qualität statt Quantität.

Sprungbrett für regionale Talente: Das Elite Open Air beginnt am Donnerstag.
Sprungbrett für regionale Talente: Das Elite Open Air beginnt am Donnerstag.
Hans Wüthrich

Jeden Sommer verwandelt sich der Langnauer Viehmarktplatz in einen Kulturort. Auch das Elite Open Air schlägt dort seit 2011 jährlich seine Zelte auf. «Unser Anlass ist ein Sprungbrett für regionale Nachwuchskünstler», sagt Dominic Oppliger, Organi­sator des Festivals. So spielten Lo & Leduc kurz vor ihrem grossen Durchbruch im Sommer 2014 am Open Air. Bei knapp tausend Besuchern platzte der Event schier aus allen Nähten.

Für diesen und viele weitere Acts müssen die Besucher im Vergleich zu grossen Festivals allerdings keine einzige – um in der Sprache des Berner Musikerduos zu bleiben – «blaui Peperoni» (Hunderternote) ausgeben: Das Open Air ist kostenlos und wird durch Sponsoring und Gönnerbeiträge finanziert. «Die Suche nach Sponsorengeldern erweist sich jedes Jahr wieder als schwierig und fordert viel Zeit und Ausdauer», sagt Sandra Vogel, Sekretärin des Elite Open Air.

Eintritt bleibt kostenlos

Für die Gäste besteht aber die Möglichkeit, Kulturbändel im Wert von 20 Franken und Gönnerbändel für 50 Franken zu kaufen. Sie profitieren damit von vergünstigten Getränken und Gratiseintritten für die After-Show-Partys. Gerade die Gönnerbändel, die erst im Jahr 2016 eingeführt wurden, bieten den Organisatoren die Möglichkeit, auch bekanntere Künstler nach Langnau zu holen. «Klar ist es ein No-Go, wenn man keinen Kulturbändel kauft», sagt Peter Werren, Präsident des Vereins Music Passion Emmental, der auch das Elite Open Air organisiert. Vermeiden könne man dies allerdings nicht, sagt er.

«Konzerte, die in der Region stattfinden, sind gefragt.»

Peter WerrenOrganisator des Elite Open Air

Zu diesem Konzept inspiriert hat ihn das Berner Strassenmusikfestivals Buskers. Fixe Eintrittspreise wird es in Langnau auch in Zukunft nicht geben. «Der Viehmarktplatz soll für alle offen sein, die neue Musik entdecken oder auch nur ein Bier trinken wollen», sagt Sandra Vogel. Nebst den tiefen Ticketpreisen profitieren die Besucher des Langnauer Open Airs auch von Wetterfestigkeit. Denn das gesamte Konzertareal wird von Zeltdächern und Blachen überdeckt.

Ort der Begegnung

Der Platz ist allerdings beschränkt. Rund fünfhundert Personen können die Auftritte verfolgen, sodass ein Durchkommen noch möglich ist. Im Schnitt besuchen täglich ungefähr drei­hundert Personen das Open Air. Laut Sandra Vogel kann diese Zahl allerdings nicht genau be­ziffert werden, da sie anhand der verkauften Festivalbändel geschätzt werde.

Unter den Gästen sind Junge und Alte anzutreffen. Auch beeinträchtigte Menschen besuchen die Konzerte. Diese kümmern sich zudem um das leibliche Wohl der Gäste und schenken am Sirupstand der Heimstätte Bärau Getränke aus. «Uns ist es wichtig, dass wir für jeden etwas bieten können», sagt Sandra Vogel. Entsprechend abwechslungsreich ist denn auch die Palette des Festivals: Ob Blues, Indie-Pop, Rock ’n’ Roll oder Mundart – es hat für jeden Geschmack etwas dabei. Eröffnet wird am Donnerstag, 31. August, traditionell mit Salsa der kubanischen Band Soneros de Verdad.

Damit auch alle Besucher ihr Tanzbein zu den heissen Rhythmen schwingen können, bietet der Langnauer Salsaverein Salsa Pa’Ti vor dem Konzert einen Workshop an.

Erweiterung kein Thema

Laut Werren schätzen speziell Besucher aus Langnau und Umgebung das Open Air. Für die Jungen sei es wichtig, dass «etwas läuft». «Konzerte, die in der Region stattfinden, sind sehr gefragt. Denn der Weg nach Hause ist kurz und problemlos machbar», sagt er. Doch auch wenn das Open Air grosse Erfolge feiert und bei den Emmentalern Anklang findet – oder gerade deshalb – planen die Organisatoren keine Erweiterung des Konzertareals.

«Bei uns geht es hauptsächlich um die Musik», sagt Peter Werren. So legen die Organisatoren lieber Wert auf Qualität als auf Quantität. «Das Elite Open Air ist eher wie ein grösseres Dorffest», fügt Dominic Oppliger an. Die Veranstaltung sei sehr familiär, und man kenne sich. «Man kann nicht sagen, dass kleine Festivals beliebter oder besser sind als grosse, aber sie sprühen einen ganz eigenen Charme aus.»

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