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Mit einem Kribbeln unter den Stromleitungen

Sie ist nicht zu übersehen, und doch ist wenig bekannt über sie: die Unterstation Bickigen.

Hier darf normalerweise niemand stehen. Doch für einmal machte Swissgrid eine Ausnahme und gewährte Interessierten einen Einblick ins Unterwerk.
Hier darf normalerweise niemand stehen. Doch für einmal machte Swissgrid eine Ausnahme und gewährte Interessierten einen Einblick ins Unterwerk.
Christian Pfander

Nur zehn Personen erschienen zum Anlass der Regionalgruppe Burgdorf Emmental des Berner Heimatschutzes. Im Rahmen seiner Veranstaltungsreihe Energie aus dem Emmental lud sie in die Unterstation Bickigen.

Vielleicht lag das geringe Interesse daran, dass die Energieverteilungsanlage in Wynigen zwar imposant aussieht, aber auch etwas langweilig wirkt. Es handelt sich um eine technisch hochmoderne Anlage, doch wohl nur die wenigsten wissen, was dort genau passiert.

Das wollten der Heimatschutz sowie die Vertreter von Swissgrid und der AEK Onyx AG ändern. Letztere ist ein Tochterunternehmen der Berner BKW, Swissgrid ist die nationale Netzgesellschaft. Die Besucher durften nach einem einführenden Referat von Swissgrid-Vertreter Rudolf Zurfluh verschiedene Orte der Anlage besichtigen, die sonst nicht öffentlich zugänglich sind.

Manch einer der Besucher bemerkte, er verspüre ein leichtes Kribbeln. Das lag an den vielen Stromleitungen mit hoher Spannung drauf. Zurfluh sagte denn auch, dass man sich nicht zu lange an diesem Ort aufhalten sollte.

Zurfluh und Heinz von Arx von der AEK Onyx AG lieferten allerlei technische Erklärungen über die Vorgänge im Unterwerk in Bickigen. Hier seien Schaltanlagen als Knotenpunkte zwischen Leitungen untergebracht, so Zurfluh.

Die Energie werde hier transformiert und in die anderen Netzebenen eingespeist. Bis die von den Kraftwerken produzierte Energie letztlich im Haus landet, wird die Spannung laut Zurfluh über sieben Netzebenen auf 400 und 230 Volt reduziert.

Auf dem Rundgang fiel den Besucherinnen und Besuchern auf, dass die Anlage schön gestaltet und sehr grün ist. Es sei beim Bau eine Auflage gewesen, möglichst naturnah zu bauen. So wird hier zwar Strom transformiert und verteilt, gleichzeitig bietet die Unterstation jedoch vielen Tieren einen Lebensraum, unter anderem dank eines kleinen Biotops.

Zurfluh erklärte weiter, das Gelände gehöre zwar der BKW, werde aber von Swissgrid im Baurecht genutzt. Früher seien hier Arbeiter fast täglich ein und aus gegangen, um die Anlage zu überwachen und zu warten. Heute sei alles digitalisiert und werde von den Swissgrid-Standorten aus kontrolliert. «Etwa einmal monatlich machen Fachkräfte gemäss einer Checkliste einen Rundgang. Dazu kommt der jährliche Unterhalt», so Zurfluh.

Die wenigen Interessierten gingen wohl im Wissen darum nach Hause, dass ein langweilig scheinendes Unterwerk mehr zu bieten hat, als man meinen würde. Alle anderen haben die Chance verpasst, mehr über die Schweizer Stromverteilung zu erfahren.

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