Migros kauft «Papieri»-Areal

Utzenstorf

Die Genossenschaft Migros Aare hat das Areal der Papierfabrik Utzenstorf gekauft. Was sie damit machen will, ist derzeit noch völlig ­offen. Klar ist: Das Altpapiersortierwerk kann noch mindestens fünf Jahre bleiben.

Papier produziert wird hier seit kurzem nicht mehr. Was künftig auf dem Grundstück gemacht wird, ist noch unklar. Die neue Besitzerin will jetzt Nutzungsmöglichkeiten prüfen.

Papier produziert wird hier seit kurzem nicht mehr. Was künftig auf dem Grundstück gemacht wird, ist noch unklar. Die neue Besitzerin will jetzt Nutzungsmöglichkeiten prüfen.

(Bild: Olaf Nörrenberg)

So schnell kann es gehen. Erst vor Weihnachten stellte die Papierfabrik Utzenstorf AG ihren Betrieb ein. Etwas mehr als einen Monat später ist das über 320'000 Quadratmeter grosse Industrieareal am Dorfrand bereits verkauft worden. Die Genossenschaft Migros Aare ist die neue Eigentümerin, wie sie am Donnerstag in einer Medienmitteilung schrieb. Sie kaufe das Grundstück als strategische Reserve für die Migros-Gemeinschaft, hiess es darin. Über den Kaufpreis haben die beiden Parteien Stillschweigen vereinbart. Vertragsunterzeichnung und Verschreibung sind gemäss Mitteilung am 31. Januar über die Bühne gegangen.

Die Perlen Papier AG hat im vergangenen Jahr das Altpapiergeschäft der Papierfabrik Utzenstorf AG übernommen. Im unteren Emmental wird derzeit noch das Altpapiersortierwerk betrieben. Die Migros gewährt der Perlen Papier AG als Mieterin die Möglichkeit, das Sortierwerk mindestens fünf Jahre weiterzubetreiben.

Zufriedener Präsident

Bernhard Ludwig, Verwaltungsratspräsident der Papierfabrik Utzenstorf AG, sagt, es sei mit verschiedenen Leuten über das Areal gesprochen worden, darunter auch mit Migros-Vertretern. Mit der nun präsentierten Lösung ist er zufrieden: Bei der Migros sei er überzeugt, dass auf dem Areal wieder Arbeitsplätze entstehen werden. «Ich war dreissig Jahre lang hier tätig. Mir ist deshalb wichtig, was künftig auf dem Areal passiert», so Ludwig.

Die Papierfabrik Utzenstorf AG sei im Übrigen weder in Konkurs gegangen noch aufgelöst worden. Sie sei nun zuständig für den Rückbau der Gebäude und die Verwertung der Maschinen. Mit den Einnahmen aus dem Verkauf werden laut Ludwig der Rückbau finanziert sowie Schulden beglichen. «Wenn dann noch etwas übrig bleibt, schauen wir, was damit geschieht.»

Für den Verwaltungsratspräsidenten geht es nun primär darum, mit der Migros auszumachen, welche Gebäude abgerissen werden und welche sie allenfalls weiter nutzen will. Jene Liegenschaft, in der sich das Altpapiersortierwerk befindet, bleibt stehen.

Das Industrieareal entwickeln

Migros-Sprecherin Andrea Bauer bestätigt dieses Vorgehen. In Zusammenarbeit mit den Behörden werde zudem über die langfristige Nutzung des Grundstücks entschieden. Derzeit sei völlig offen, was mit dem Areal passiere. «Denkbar ist in Zukunft fast alles», sagt Bauer. Vorerst werden Möglichkeiten zur Zwischennutzung geprüft. «Wenn jemand gute Ideen hat, darf er sich gern bei uns melden», sagt die Mediensprecherin des Detailhändlers.

Anton Gäumann, Geschäftsleiter der Genossenschaft Migros Aare, erklärt: «Wir sehen in diesem Kauf die einzigartige Möglichkeit, eines der grössten Industrieareale im Kanton Bern nachhaltig zu entwickeln und für die gesamte Migros-Gemeinschaft nutzbar zu machen.» Laut Andrea Bauer war das Gesamtpaket entscheidend für den Kauf des «Papieri»-Areals. Es seien mehrere Faktoren ausschlaggebend gewesen, darunter auch die Bahnanbindung.

Zusätzlich zum abgewickelten Verkauf stehen gemäss Mitteilung die Personalabteilungen der Papierfabrik Utzenstorf AG und der Genossenschaft Migros Aare in engem Kontakt. Nach Möglichkeit sollen Mitarbeitende, die nach der Aufgabe der Papier­fabrik ihre Stelle verloren haben, innerhalb der Migros-Gemeinschaft eine neue finden.

Bauer sieht beispielsweise in den Bereichen Lager und Logistik Überschneidungen. Wenn es offene Stellen gebe und das Profil des Mitarbeiters passe, sei die Migros Aare durchaus bereit, Hand zu bieten. Das freut Bernhard Ludwig: «Wir haben die Dossiers von jenen ‹Papieri›-Mitarbeitern, die einverstanden waren, an die Migros weitergegeben.»

Berner Zeitung

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt