Mehr Natur im Naturschutzgebiet

Bätterkinden/Utzenstorf

Jetzt ist offiziell der Startschuss gefallen für das Revitalisierungsprojekt an der Emme.

Am Freitag war der Spatenstich für die Revitalisierung der Emme in Bätterkinden und Utzenstorf.

Am Freitag war der Spatenstich für die Revitalisierung der Emme in Bätterkinden und Utzenstorf.

(Bild: Urs Baumann)

Tobias Granwehr

Zwar wurde schon vor einiger Zeit mit Rodungsarbeiten begonnen, doch am Freitagmorgen versammelten sich am Emmeufer in Utzenstorf alle am Projekt beteiligten Personen zum Spatenstich für die Revitalisierung der Emme.

Der betroffene Perimeter in den Gemeinden Bätterkinden und Utzenstorf befindet sich im kantonalen Naturschutzgebiet und im nationalen Aueninventar. Das Hauptziel ist, dem Fluss mehr Freiraum zu geben und den Auenwald zu reaktivieren. Das etwa 6 Millionen Franken teure Vorhaben wird hauptsächlich finanziert durch den Bund (4,8 Millionen) sowie den Kanton (1 Million).

Regierungsrat Christoph Neuhaus (SVP) sagte, es sei ein wenig paradox: «Wir sind in einem Naturschutzgebiet, aber es gibt trotzdem zu wenig Natur.» Genau das solle hier geändert werden: Die Emme erhalte wieder mehr Freiheit und Leben. Sie solle sich ihren Weg selber suchen und damit wertvolle Lebensräume schaffen und dynamischer werden.

Neuhaus erwähnte, dass im Naturschutz häufig Fehler von früher korrigiert werden müssten. «Wir haben uns vor Überschwemmungen geschützt, indem die Flüsse begradigt und eingedämmt wurden.» Damit seien aber häufig öde Landschaften und sterile Flussbette geschaffen worden.

Emme soll sich entwickeln

Hans Romang vom Bundesamt für Umwelt erklärte, in Sachen Revitalisierung seien sich Bund und Kanton einig. Er lobte den Schwellenverband Emme 1. Sektion als Bauherrschaft und die Gemeinden, die viel für das Projekt getan hätten. André Dällenbach, Geschäftsführer des Bauingenieur- und Planungsbüros Stebler Dällenbach, bemerkte, dieses Projekt sei auch ein Eingriff in die Natur.

Immerhin wurden fast fünf Hektaren Wald gerodet. Doch er knüpfte an die Worte des Regierungsrats an: Auf einem Abschnitt von etwa zwei Kilometern solle sich die Emme danach dynamischer entwickeln. Überdies werde dieses Projekt kein Ende haben, denn am Schluss übernehme die Emme selbst die Arbeiten.

Nun werden die beiden Baufirmen Fuhrer & Dubach AG aus Lützelflüh sowie Hans Schmid AG aus Rüderswil, die eine Arbeitsgemeinschaft bilden, die Bauarbeiten in Angriff nehmen. Für die Bevölkerung wird das Gebiet teilweise gesperrt, bei Spaziergängen entlang der Emme ist Vorsicht geboten.

Berner Zeitung

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